Honda, Aktie

Honda Aktie: Strategiekosten explodieren

13.03.2026 - 06:56:50 | boerse-global.de

Honda streicht drei geplante E-Modelle und erwartet durch den Strategiewechsel Kosten von bis zu 15,7 Milliarden Euro. Erstmals seit 1977 droht dem Konzern ein Jahresverlust.

Honda Aktie: Strategiekosten explodieren - Foto: über boerse-global.de
Honda Aktie: Strategiekosten explodieren - Foto: über boerse-global.de

Der Strategieschwenk hat seinen Preis. Honda zieht heute die Notbremse bei seiner Elektroauto-Offensive und kündigt milliardenschwere Verluste an – erstmals seit fast 50 Jahren droht dem Konzern ein Jahresverlust.

Drei Modelle gestrichen, Milliarden abgeschrieben

Konkret stoppte Honda die Entwicklung und Markteinführung von drei Elektromodellen, die eigentlich für Nordamerika geplant waren: das Honda 0 SUV, die Honda 0 Limousine und der Acura RSX. Als Begründung nennt der Konzern das veränderte Marktumfeld – schwächere EV-Nachfrage in den USA durch gelockerte Umweltregulierung und Änderungen bei staatlichen Kaufanreizen sowie wachsender Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller.

Die finanziellen Konsequenzen sind erheblich. Honda erwartet für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende März 2026) operative Belastungen zwischen 820 Milliarden und 1,12 Billionen Yen sowie Abschreibungen auf China-Beteiligungen von 110 bis 150 Milliarden Yen. Über alle Maßnahmen hinweg könnten die Gesamtkosten des Strategiewechsels bis zu 2,5 Billionen Yen erreichen – umgerechnet rund 15,7 Milliarden Euro. In Tokio reagieren Anleger entsprechend: Die Aktie verliert heute 5,6 Prozent.

Hybride statt Strom

Es wäre der erste Jahresverlust in der Konzerngeschichte seit 1977, als Honda begann, konsolidierte Ergebnisse zu veröffentlichen. Das unterstreicht die Tragweite der Entscheidung.

Gleichzeitig verschärft das globale Umfeld die Lage. Stark gestiegene Ölpreise infolge des Iran-Konflikts belasten die Konjunkturaussichten in ganz Asien – besonders in Japan, das stark auf Ölimporte angewiesen ist. Zudem drücken Trumps Zollpolitik auf die Rentabilität des klassischen Verbrenner- und Hybridgeschäfts, das eigentlich die Finanzierung der EV-Strategie sichern sollte.

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Als Reaktion will Honda künftig stärker auf Hybridmodelle setzen, das Modellportfolio in Indien ausbauen und die Kostenstruktur insgesamt straffen. Eine überarbeitete Mittelfriststrategie für das Automobilgeschäft soll im Mai vorgestellt werden. Die Dividende bleibt vorerst unverändert, da Honda auf eine eigenkapitalbasierte Ausschüttungspolitik setzt.

Ob der Schwenk zurück zu Hybridantrieben den Rückstand gegenüber chinesischen Konkurrenten wirklich aufholen kann, wird sich spätestens nach der Mai-Präsentation zeigen.

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