Grüne, Erbschaftssteuer

Grüne fordern Erbschaftssteuer für Superreiche

14.02.2026 - 19:10:12

Die Grünen starten eine Petition zur Wiedereinführung einer Erbschaftssteuer mit Freibeträgen. Die Wirtschaft lehnt die Pläne als Gefahr für Investitionen und Arbeitsplätze ab.

Die Grünen starten eine Petition für eine neue Erbschaftssteuer in Österreich. Ihr Modell soll Vermögen ab einer Million Euro besteuern und jährlich 1,5 Milliarden Euro einbringen. Die Wirtschaft reagiert mit scharfer Kritik und warnt vor einer Gefährdung des Standorts.

Steuersätze bis zu 35 Prozent

Das grüne Konzept sieht gestaffelte Steuersätze vor:
* 1 bis 5 Millionen Euro: 25 Prozent
* 5 bis 10 Millionen Euro: 30 Prozent
* über 10 Millionen Euro: 35 Prozent

Ein Freibetrag von einer Million Euro soll den Mittelstand entlasten. Für ein geerbtes und selbst genutztes Haus gilt sogar ein Freibetrag von 1,5 Millionen Euro. Auch für die Übernahme von Bauernhöfen oder kleinen Familienbetrieben plant die Partei Ausnahmen.

Die erhofften Einnahmen von mindestens 1,5 Milliarden Euro pro Jahr wollen die Grünen in die Senkung der Lohnsteuer für Geringverdiener sowie in Schulen und Kindergärten stecken.

Wirtschaft warnt vor „fatalem Signal“

Die Reaktion aus der Wirtschaft ließ nicht lange auf sich warten. Die Industriellenvereinigung (IV) lehnt die Pläne entschieden ab. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer kritisiert, neue Substanzsteuern träfen Familienbetriebe und Investitionen. In einer schwachen Konjunkturphase wäre dies ein „fatales Signal“ für den Wirtschaftsstandort.

Der Vorwurf: Eine Steuer auf bereits versteuertes Vermögen entziehe Betrieben Kapital, bremse Investitionen und gefährde so Arbeitsplätze. Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem.

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Ein alter Streit mit klaren Fronten

Die Debatte ist ein politischer Dauerbrenner. Seit der Abschaffung der Erbschaftssteuer im Jahr 2008 wird immer wieder über eine Wiedereinführung gestritten. Die Fronten sind verhärtet:

Die SPÖ unterstützt ein ähnliches Modell und will im Gegenzug die Grunderwerbsteuer für kleine geerbte Immobilien abschaffen. Eine breite Ablehnungsfront bilden ÖVP, FPÖ und NEOS, die eine Wiedereinführung kategorisch ausschließen.

Warum ist die Debatte so hitzig?

Befürworter argumentieren mit Gerechtigkeit: In Österreich lastet der Großteil der Steuern auf Arbeit, während Vermögen kaum besteuert wird. Derzeit fällt bei Erbschaften nur bei Grundstücken eine Grunderwerbsteuer an. Österreich ist eines der wenigen EU-Länder ohne allgemeine Erbschaftssteuer.

Die Pläne von Grünen und SPÖ zielen darauf ab, genau das zu ändern – auf Kosten der obersten ein bis zwei Prozent der Erben.

Wird die Steuer bald kommen?

Die grüne Petition dient vor allem dazu, öffentlichen Druck aufzubauen. Eine Umsetzung in der aktuellen Legislaturperiode gilt als höchst unwahrscheinlich, da der Koalitionspartner ÖVP vehement dagegen ist.

Doch eines ist sicher: Die Frage, wer wie viel zum Gemeinwesen beiträgt, bleibt ein zentraler Konfliktpunkt. Sie wird den politischen Diskurs in Österreich weiter prägen – und spätestens im nächsten Wahlkampf eine große Rolle spielen.

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