Gold: Starker Dollar bremst Rally
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 12:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Wochenende der leisen Entspannung, ein Dienstagmorgen der Ernüchterung: Gold macht die Gewinne der vergangenen Tage teilweise wieder wett und rutscht unter die psychologisch wichtige Marke von 4.050 Dollar je Feinunze. Der Grund liegt weniger im Edelmetall selbst als im Dollar, der vor der Fed-Entscheidung an Kraft gewinnt.
Am Montag hatte sich das Bild noch anders dargestellt. Spot-Gold stieg um 0,6 Prozent und schloss bei 4.076,80 Dollar, nachdem die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe pausiert hatten. Die Feuerpause dämpfte die Inflationssorgen, die durch den zuvor rasanten Ölpreisanstieg geschürt worden waren.
Dollar-Stärke kippt die Stimmung
Der Effekt hielt nur einen Handelstag. Am Dienstagmorgen fiel Gold unter die 4.050-Dollar-Schwelle und schloss damit die bullishe Kurslücke vom Wochenanfang wieder. Der Dollar-Index notiert nahe einem Ein-Monats-Hoch, was auf Dollar lautendes Gold für Käufer außerhalb der USA verteuert und dem Metall Druck verleiht.
Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die zweitägige Fed-Sitzung, die am Mittwoch endet. Laut CME-FedWatch-Tool rechnen derzeit rund 62 Prozent der Marktteilnehmer mit unveränderten Leitzinsen, während etwa 38 Prozent eine Anhebung um mindestens 25 Basispunkte erwarten. Vor einer Woche lag der Anteil der Zinserhöhungs-Wetten noch bei nur 16 Prozent. Für die Septembersitzung preist der Markt inzwischen sogar eine Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent für einen Zinsschritt ein.
Macquarie-Chefvolkswirt David Doyle geht von einer erneuten Zinspause im aktuellen Korridor zwischen 3,5 und 3,75 Prozent aus, rechnet aber mit abweichenden Stimmen im Offenmarktausschuss. Die nächste geldpolitische Bewegung dürfte seiner Einschätzung nach eine Anhebung im Dezember sein.
Ölpreis-Rutsch nimmt Druck aus dem System
Der Ölmarkt lieferte zuletzt die entgegengesetzte Bewegung. Nachdem die USA ihre Luftangriffe auf den Iran über das Wochenende ausgesetzt hatten, brach der Ölpreis am Montag um rund acht Prozent ein und setzte die Talfahrt am Dienstag fort. WTI fiel auf 81,60 Dollar, Brent auf 84,83 Dollar. Die nachlassende Furcht vor Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus nimmt damit auch dem Inflationsdruck auf die US-Notenbank etwas die Schärfe.
Entscheidend wird die Fed-Ankündigung am Mittwochabend, gefolgt von der Pressekonferenz von Fed-Chef Kevin Warsh. Zusätzlich richten Anleger den Blick auf die BIP-Zahlen für das zweite Quartal und den PCE-Preisindex, die im Laufe der Woche veröffentlicht werden und weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern dürften.
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