Gold, Jahrestief

Gold: Jahrestief rückt näher

10.06.2026 - 13:00:02 | boerse-global.de

Geopolitische Spannungen und Zinsängste treiben Gold auf ein Elf-Wochen-Tief. Der Fokus liegt nun auf den US-Inflationsdaten.

Goldpreis fällt auf Elf-Wochen-Tief: Eskalation im Nahen Osten belastet
Gold - Ein goldener Barren auf dunklem Untergrund, teilweise von Schatten verdeckt, mit verschwommenen Diagrammen im Hintergrund. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Goldpreis steht unter spürbarem Druck. Eine Kombination aus eskalierenden Spannungen im Nahen Osten, wachsenden Inflationssorgen und einem stärkeren Dollar treibt das Edelmetall auf ein Elf-Wochen-Tief.

Krieg und Zinsangst als Doppelbelastung

Der unmittelbare Auslöser: US-Streitkräfte führten am Dienstag Angriffe gegen den Iran durch, nachdem Teheran einem US-Hubschrauber in der Straße von Hormus abgeschossen haben soll. Iranische Gegenangriffe folgten, ein ohnehin fragiler Waffenstillstand steht unter Druck. Paradoxerweise belastet diese Eskalation Gold — trotz der eigentlich goldfreundlichen Unsicherheit.

Der Mechanismus dahinter ist bekannt: Steigende Ölpreise infolge des Konflikts heizen Inflationssorgen an. Das wiederum schürt Erwartungen einer restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank. Höhere Zinsen verteuern das Halten von Gold, das selbst keine laufenden Erträge abwirft. Die Feinunze notierte am Mittwochmorgen um die Marke von 4.180 Dollar.

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CPI als nächster Katalysator

Im Tagesverlauf richten sich alle Blicke auf die US-Verbraucherpreisdaten für Mai, die um 14:30 Uhr veröffentlicht werden. Fallen die Zahlen höher als erwartet aus, dürfte der Druck auf Gold weiter zunehmen — eine erneute Testsituation für das Jahrestief bei 4.099 Dollar, das im März während der ersten Phase der US-Iran-Auseinandersetzungen markiert wurde.

Hinzu kommt: Gold ist inzwischen unter seine 200-Tage-Linie gerutscht — ein charttechnisches Signal, das viele institutionelle Marktteilnehmer aufhorchen lässt. Die kurzfristige Richtung dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die CPI-Daten die Zinshoffnungen der Anleger bestätigen oder weiter erschüttern. Am Donnerstag folgen mit den Erzeugerpreisdaten (PPI) die nächsten Inflationszahlen — der Druck auf Gold bleibt damit vorerst bestehen.

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