Gold: Indien hebt Importzölle auf 15 Prozent
18.05.2026 - 22:00:12 | boerse-global.deGold kommt zum Wochenauftakt kaum vom Fleck, obwohl die geopolitische Lage eigentlich stützen könnte. Der Preis liegt aktuell bei 4.553,00 US-Dollar je Feinunze, ein Minus von 0,06 Prozent zum Freitagsschluss. Auf Wochensicht summiert sich der Rückgang bereits auf 4,06 Prozent.
Das ist mehr als eine normale Verschnaufpause. Auf Monatssicht steht ein Minus von 6,27 Prozent, obwohl Gold seit Jahresbeginn noch im Plus liegt. Der Markt ringt mit zwei Kräften: höheren US-Renditen und einem ungewöhnlichen Eingriff Indiens in die Nachfrage.
Indien setzt ein klares Signal
Neu-Delhi verschärft die Regeln für Edelmetallimporte. Indien hebt die Importzölle auf Gold und Silber von 6 auf 15 Prozent an, kurz nachdem Premierminister Narendra Modi die Bürger zu weniger Goldkäufen für ein Jahr aufgerufen hatte.
Der Schritt trifft einen Markt, in dem Gold weit mehr ist als ein Finanzasset. Schmuck, Hochzeiten und Vermögenssicherung sind in Indien eng miteinander verbunden. Gerade deshalb hat der Appell politisches Gewicht: Die Regierung versucht, Devisenreserven zu schonen, weil höhere Energiepreise die Außenwirtschaft belasten.
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Gold?
Der Zeitpunkt ist auffällig. Die indischen Goldimporte lagen in den ersten Monaten des Jahres im Schnitt bei 83 Tonnen pro Monat. Der Wert der Goldnachfrage stieg im Auftaktquartal auf rund 25 Milliarden Dollar.
Für lokale Schmuckhändler kann das schmerzhaft werden. Global dürfte der Effekt aber begrenzt bleiben, solange die großen Treiber anderswo sitzen. Gold reagiert derzeit vor allem auf Zinsen, Dollar und Inflationserwartungen.
US-Renditen nehmen Gold Luft
In den USA zieht die Rendite der maßgeblichen Staatsanleihe auf rund 4,63 Prozent an, den höchsten Stand seit Januar 2025. Für Gold ist das unangenehm. Das Metall wirft keine laufenden Erträge ab, höhere Renditen machen Anleihen relativ attraktiver.
Hinzu kommt der stärkere Dollar. Wenn die US-Währung steigt, wird Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer. Das bremst die Nachfrage zusätzlich, selbst wenn politische Risiken eigentlich für Absicherungskäufe sprechen.
Die jüngsten US-Inflationsdaten verschieben die Zinserwartungen spürbar. Nach Angaben der CME Group rechnen 97,4 Prozent der Marktteilnehmer mit unveränderten Leitzinsen bei der nächsten Fed-Sitzung. Eine Zinssenkung preist der Markt nur noch mit 2,6 Prozent ein.
Gold vor dem Wendepunkt? Diese Analyse zeigt, was Anleger jetzt wissen müssen.
Geopolitik stützt nur begrenzt
Der Nahost-Konflikt bleibt ein Risikofaktor. US-Präsident Donald Trump erhöhte den Druck auf Teheran, während iranische Medien von festgefahrenen Gesprächen berichten. Angriffe auf Energieinfrastruktur am Persischen Golf verschärfen die Lage zusätzlich.
Normalerweise würde ein solches Umfeld Gold stützen. Derzeit überlagern jedoch die Zins- und Dollarbewegungen den Sicherheitsaspekt. Das erklärt, warum der Preis trotz politischer Spannungen weiter unter Druck steht.
In dieser Woche liefern das FOMC-Protokoll und die vorläufigen US-PMI-Daten die nächsten Impulse. Bestätigen sie hartnäckige Inflation und robuste Konjunktur, bleibt Gold anfällig. Hinweise auf nachlassenden Preisdruck könnten dagegen helfen, den jüngsten Rücksetzer zu stabilisieren.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 18. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Gold: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
So schätzen die Börsenprofis Gold Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
