Gold: Goldman hebt Zentralbankkäufe auf 60 Tonnen
18.05.2026 - 16:59:53 | boerse-global.deGold steckt in einem ungewohnten Spagat. Der Preis gibt nach, obwohl Goldman Sachs seine Nachfrageannahmen deutlich anhebt. Der Kern der These: Zentralbanken könnten mehr Gold kaufen als bisher sichtbar war. Genau das hält die langfristigen Kursziele erstaunlich hoch.
Zentralbanken stützen die Goldman-These
Goldman Sachs hat den eigenen Nowcast zur globalen Zentralbanknachfrage kräftig angehoben. Im März lag der gleitende Durchschnitt bei 50 Tonnen pro Monat. Zuvor hatte die Bank nur 29 Tonnen angesetzt.
Besonders auffällig ist die Korrektur für Januar. Statt geschätzter 12 Tonnen sollen Notenbanken rund 66 Tonnen gekauft haben. Goldman verweist auf britische Exportdaten und Abflüsse aus Londoner Tresoren.
Für die Prognose ist das zentral. Goldman erwartet bis Ende 2026 eine durchschnittliche Zentralbanknachfrage von 60 Tonnen pro Monat. Das Kursziel bleibt bei 5.400 Dollar bis zum Jahresende.
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Zinsen drücken den Goldpreis
Am Montag notiert Gold bei 4.549,60 Dollar. Auf Wochensicht steht ein Minus von 4,13 Prozent, über 30 Tage sind es 6,34 Prozent Verlust. Der Rückgang wirkt kontrolliert, aber klar.
Auch technisch hat der Preis an Schwung verloren. Gold liegt 3,52 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 4.715,43 Dollar. Der RSI von 49,8 signalisiert keine überdehnte Lage.
Der Druck kommt vor allem aus der Makro-Ecke. Die blockierte Straße von Hormus treibt Ölpreise und Inflationssorgen. Nach dem Drohnenangriff auf ein Atomkraftwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten preist der Markt mehr geldpolitische Härte ein.
Das FedWatch Tool sieht eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung bis Dezember 2026. Der Leitzins liegt aktuell bei 3,5 bis 3,75 Prozent. Für Gold ist das unbequem, weil höhere Zinsen die Opportunitätskosten erhöhen.
Hinzu kommt der Führungswechsel bei der Federal Reserve. Kevin Warsh steht vor der Vereidigung als neuer Vorsitzender. Jerome Powell führt die Notenbank derzeit kommissarisch. Das schafft zusätzliche Unsicherheit über den nächsten Kurs der Fed.
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Kursziele bleiben hoch
Mehrere Häuser sehen den Rückgang nicht als Bruch der langfristigen Goldstory. Sie verweisen auf Zentralbankkäufe, geopolitische Risiken und die Diversifizierung von Reserven. Indien passt in dieses Bild, denn die Goldreserven des Landes liegen über 120 Milliarden Dollar.
- Goldman Sachs: 5.400 Dollar bis Jahresende.
- JPMorgan: 5.243 Dollar für 2026.
- ANZ: 5.600 Dollar bis Ende 2026.
- ANZ: 6.000 Dollar bis Mitte 2027.
- UBS: 6.200 Dollar.
Die Spanne der Ziele ist groß, aber die Richtung ist ähnlich. Kurzfristig dominiert der Zinskanal. Solange Ölpreise die Inflationsangst nähren, bleibt Gold anfällig für Rücksetzer. Die Goldman-These greift erst stärker, wenn Zentralbankkäufe den Druck aus höheren Realzinsen sichtbar überlagern.
Der Bereich um 4.500 Dollar ist damit mehr als eine runde Marke. Fällt Gold darunter, rückt die jüngste Schwäche wieder stärker in den Vordergrund. Hält die Zone, kann die Debatte schnell zurück zu den Käufen der Notenbanken kippen.
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