Gold: Fed-Entscheidung um 20:00 Uhr MESZ
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 08:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Goldpreis verteidigt an diesem Mittwoch die Marke von 4.000 US-Dollar. Im Hintergrund ballen sich zwei Risikofaktoren: eskalierende Spannungen im Nahen Osten und die mit Spannung erwartete Fed-Entscheidung am Abend. Für Marktteilnehmer ist das eine seltene Mischung aus geopolitischer Angst und Zinspoker.
Iran-Eskalation treibt Nachfrage nach Sicherheit
Die Lage im Nahen Osten hat sich zuletzt deutlich zugespitzt. Berichte über US-Angriffe auf Ziele im Iran sorgen für erhöhte Risikoaversion an den Finanzmärkten. Die Angriffe sollen laut Berichten die Schifffahrtswege in der Straße von Hormus sichern.
Anleger suchen deshalb Schutz im sicheren Hafen Gold. Die Ölpreise sinken zwar, das dämpft normalerweise den Inflationsdruck. Allerdings überwiegt die Sorge vor einer weiteren Eskalation die entlastenden Effekte.
ADP-Daten und Fed-Entscheidung
Auch die US-Konjunkturdaten beeinflussen den Goldpreis. Der ADP-Bericht für Juli zeigt einen schwächeren Stellenaufbau als von Analysten erwartet. Das dämpft die Sorge vor einer aggressiven Fortsetzung der Zinserhöhungen.
Die Fed entscheidet heute Abend um 20:00 Uhr MESZ über die Zinsen. Seit Mai 2026 führt Kevin Warsh die Notenbank auf einem falkenhaften Kurs. Marktbeobachter erwarten, dass das Zielband bei 3,50 bis 3,75 Prozent bleibt.
Wichtiger als die aktuelle Entscheidung sind mögliche Signale für September. Eine Zinserhöhung im Herbst steht im Fokus der Anleger. Höhere Zinsen belasten Gold, weil das Metall keine laufenden Erträge abwirft.
Zentralbanken kaufen weiter Gold
Ein langfristiger Trend stützt den Goldpreis zusätzlich. Ende 2025 überstiegen die globalen Goldbestände der Zentralbanken erstmals seit den 1990er-Jahren den Wert ihrer US-Staatsanleihen. Notenbanken diversifizieren ihre Reserven damit deutlich stärker als zuvor.
China treibt diesen Trend besonders voran. Die chinesische Zentralbank kauft mittlerweile seit 19 Monaten in Folge Gold. Diese Nachfrage wirkt als Gegengewicht zu den Abflüssen aus Gold-ETFs. Hohe Renditen von über 4,6 Prozent bei zehnjährigen US-Anleihen hatten diese Abflüsse zuletzt ausgelöst.
Am Dienstag schloss die Feinunze bei 4.042,90 US-Dollar, oberhalb der psychologischen Marke von 4.000 Dollar. Zum 52-Wochen-Tief von Ende Oktober beträgt der Abstand nur noch 3,63 Prozent. Gold hat sich von den Tiefs damit klar erholt. Zum 50-Tage-Durchschnitt fehlen allerdings noch 4,29 Prozent. Das begrenzt die Erholung nach oben vorerst.
Die Fed-Entscheidung am Mittwochabend um 20:00 Uhr MESZ dürfte die nächste Kursrichtung vorgeben. Bleibt das Zielband unverändert und fehlen klare Signale für eine Zinserhöhung im September, könnte Gold die Marke von 4.000 Dollar leichter verteidigen. Fällt der Ton falkenhafter aus als erwartet, gerät die Unterstützung schnell unter Druck.
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