Gold, Minus

Gold: 5 Prozent Minus nach Warsh-Schock

18.06.2026 - 21:36:32 | boerse-global.de

Der Goldpreis fällt auf 4.247 Dollar, belastet durch hawkishe Fed-Signale und geopolitische Entspannung im Nahen Osten.

Goldpreis unter Druck: Fed-Zinsschock bremst Erholung
Gold - Ein leicht getrübter Goldbarren spiegelt Schatten wider, vor einem unscharfen Hintergrund mit fallenden Finanzdiagrammen. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Goldmarkt steht unter gewaltigem Druck. Auf der einen Seite signalisiert die US-Notenbank unerwartet harte Zinsschritte. Auf der anderen Seite beruhigt ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran die geopolitische Lage. Das Edelmetall reagiert nervös. Aktuell notiert die Feinunze bei rund 4.247 US-Dollar und verliert damit auf Monatssicht über fünf Prozent.

Fed-Chef Warsh überrascht die Märkte

Das erste Treffen unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh lieferte eine klare Botschaft. Die Währungshüter strichen alle Formulierungen zu möglichen Zinssenkungen aus ihrer Erklärung. Im Gegenteil. Die neuen Projektionen deuten auf eine Zinserhöhung im Jahr 2026 hin.

Neun von 18 Fed-Mitgliedern sehen den Leitzins bis Jahresende über der aktuellen Spanne. Die mittlere Prognose stieg deutlich auf 3,8 Prozent.

Die Reaktion am Anleihemarkt folgte prompt. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 4,21 Prozent. Ein starker US-Dollar und hohe Zinsen belasten traditionell den Goldpreis.

Inflation und geopolitische Entspannung

Parallel dazu verliert Gold seinen Status als Krisenwährung im Nahen Osten. Die USA und der Iran haben ein vorläufiges Friedensabkommen unterzeichnet. Dieses sieht eine rasche Öffnung der Straße von Hormus vor. Die Aktienmärkte feierten den Deal, während Gold kaum profitierte.

Das Abkommen soll auch den Ölpreis beruhigen. Dieser trieb die US-Inflation im Mai auf 4,2 Prozent. Die Kerninflation verharrte indes bei unauffälligen 2,9 Prozent. Hier liegt das Dilemma der Fed. Die Notenbank kann teures Öl nicht mit höheren Zinsen bekämpfen. Diese Unsicherheit hält Investoren derzeit von großen Gold-Käufen ab.

Zentralbanken stützen den Boden

Trotz des geldpolitischen Gegenwinds bricht der Kurs nicht völlig ein. Die strukturelle Nachfrage bleibt stark. Zentralbanken kauften im ersten Quartal netto 244 Tonnen Gold. China baut seine Reserven sogar seit 18 Monaten ununterbrochen aus.

Auch private Investoren griffen zuletzt massiv zu. Die Nachfrage nach Goldbarren stieg im ersten Quartal um 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Fast die Hälfte aller Zentralbanken plant laut einer aktuellen Umfrage weitere Zukäufe in den kommenden zwölf Monaten.

Hohe Kursziele trotz technischer Schwäche

Technisch befindet sich das Edelmetall derzeit in schwierigem Fahrwasser. Der Kurs liegt mit knapp 4.247 Dollar spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 4.565 Dollar. Große Investmentbanken halten dennoch an ihren optimistischen Prognosen fest.

Goldman Sachs erwartet bis Ende 2026 einen Anstieg auf 5.400 Dollar je Feinunze. J.P. Morgan geht sogar noch einen Schritt weiter. Die Analysten prognostizieren für das vierte Quartal 2026 einen Durchschnittspreis von 6.000 Dollar. Bis dahin muss der Markt allerdings den aktuellen Zins-Schock verdauen.

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