Gold, Dollar

Gold: 4.290 Dollar nach 200-Tage-Bruch

09.06.2026 - 23:25:02 | boerse-global.de

Gold fällt unter die 200-Tage-Linie und notiert auf einem Zweimonatstief. Steigende Zinsen und geopolitische Entspannung setzen dem Edelmetall zu.

Goldpreis im freien Fall: Neues Zweimonatstief erreicht
Gold - Ein einzelner, leicht angelaufener Goldbarren auf dunklem Untergrund, mit unscharfen Börsencharts im Hintergrund, die einen Abwärtstrend andeuten. 09.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der sichere Hafen hat Risse bekommen. Gold fällt auf ein neues Zweimonatstief und durchbricht eine zentrale technische Marke. Die geopolitische Entspannung und die Zinspolitik der US-Notenbank treiben Investoren aus dem Edelmetall.

Aktuell notiert die Feinunze bei 4.290,60 US-Dollar. Auf Wochensicht summiert sich das Minus damit auf rund fünf Prozent. Besonders bitter für Charttechniker: Der Preis rutschte unter den 200-Tage-Durchschnitt. Das werten Marktbeobachter als klares Verkaufssignal.

Zinsen schlagen Sicherheit

Die Aussicht auf weiter steigende Zinsen belastet massiv. Das FedWatch-Tool beziffert die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember auf knapp 70 Prozent. Da Gold keine laufenden Erträge abwirft, fliehen Investoren in festverzinsliche Anlagen.

Hinzu kommt die Angst vor neuen US-Inflationsdaten. Am Mittwoch veröffentlicht Washington den Verbraucherpreisindex für Mai. Experten erwarten eine Kerninflation von 2,9 Prozent. Analysten der Commerzbank warnen vor einem weiteren Preisrutsch, falls die Teuerung überraschend hoch ausfällt. Ein starker US-Dollar verstärkt diesen Druck zusätzlich.

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Schwindende Krisenprämie

Parallel dazu verliert das Edelmetall seinen Status als Krisenwährung. Die Entspannung zwischen dem Iran und Israel lässt die geopolitische Prämie schmelzen. Investoren brauchen den sicheren Hafen aktuell nicht.

Dieser Abwärtssog erfasst den gesamten Sektor. Silber verlor zuletzt mehr als drei Prozent an Wert. Platin und Palladium verbuchten ebenfalls deutliche Kursverluste.

Blick auf die Charttechnik

Nach dem Bruch der 200-Tage-Linie suchen Händler nach neuen Haltezonen. Eine erste Unterstützung sehen Experten im Bereich von 4.100 US-Dollar. Fällt auch diese Marke, droht ein Test der psychologisch wichtigen Schwelle von 4.000 US-Dollar.

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Langfristig gibt es aber noch Optimisten. Die Analysten von Yardeni Research rufen bis Ende 2026 ein Kursziel von 5.500 US-Dollar aus. Dafür müssen sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen allerdings deutlich stabilisieren. Kurzfristig geben die Bären den Takt vor.

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