Gold, Dollar

Gold: 4.044 Dollar nach Friedenspakt

30.06.2026 - 21:35:02 | boerse-global.de

Ein diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten und starke Inflationsdaten setzen den Goldpreis massiv unter Druck.

Goldpreis stürzt ab: Friedensabkommen löst Ausverkauf aus
Gold - Eine goldene Taube fliegt über einen Globus, darunter Hände, die einen Friedenspakt symbolisieren. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Goldpreis bricht zum Monatsende massiv ein. Ein diplomatischer Durchbruch im Nahen Osten raubt dem Edelmetall seinen wichtigsten Preistreiber. Die Risikoaufschläge schmelzen dahin. Aktuell notiert die Feinunze bei knapp 4.044 US-Dollar. Auf Monatssicht bedeutet das ein sattes Minus von über zehn Prozent.

Nahost-Abkommen drückt Kurse

Die USA und der Iran haben sich geeinigt. Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus rollt wieder. Damit entfällt der geopolitische Puffer, der Gold monatelang gestützt hat. Der sichere Hafen verliert an Reiz.

Parallel dazu bereiten globale Wirtschaftsdaten Sorgen. Die USA, China und die Eurozone meldeten für Mai überraschend hohe Inflationsraten. Das nährt die Erwartung auf anhaltend hohe Zinsen. Der US-Dollar kletterte prompt auf ein Jahreshoch. Für das zinslose Gold steigen die Opportunitätskosten.

Zentralbanken werden skeptisch

Auch die Notenbanken drosseln ihre Euphorie. Zwar plant knapp die Hälfte laut World Gold Council weitere Zukäufe für 2026. Eine aktuelle UBS-Umfrage zeigt jedoch einen klaren Stimmungsumschwung. Nur noch 29 Prozent der Reservemanager sehen Gold als künftigen Top-Performer. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 67 Prozent.

Trotzdem stützen einzelne Akteure den Markt weiter. Im ersten Quartal kauften die Zentralbanken netto 244 Tonnen Gold. Das entspricht einem leichten Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die chinesische Notenbank erwarb im April weitere acht Tonnen.

Peking kauft damit seit anderthalb Jahren ununterbrochen. Auch Polen trat mit einem großen Erwerb von 14 Tonnen als aktiver Käufer auf. Die strukturelle Nachfrage bleibt also intakt.

Todeskreuz droht

Die Charttechnik signalisiert weitere Gefahr. Kurzfristige Durchschnittslinien drohen unter die langfristigen Trends zu rutschen. Ein solches Todeskreuz gilt unter Händlern als massives Verkaufssignal. Die Folge: Analysten ziehen Konsequenzen.

Goldman Sachs hat das Kursziel drastisch gekappt. Die Experten senkten ihre Prognose von 5.400 auf 4.900 US-Dollar pro Unze. Der Kurs notiert ohnehin fast neun Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt.

Ohne neue makroökonomische Schocks fehlt aktuell der Antrieb für steigende Kurse. Händler blicken nun auf die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten. Diese Zahlen gelten als entscheidender Indikator für den weiteren Zinskurs der Federal Reserve. Fallen sie stark aus, geraten die aktuellen Unterstützungszonen am Terminmarkt endgültig ins Wanken.

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