Gold, Minus

Gold: 3,77 Prozent Minus auf 4.015 Dollar

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 00:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trotz Eskalation im Iran-Konflikt fällt der Goldpreis. Steigende Ölpreise schüren Inflationssorgen und erhöhen den Druck auf die US-Notenbank.

Goldpreis unter Druck: Fed-Zinsangst überlagert Nahost-Krise
Ein leicht angelaufener Goldbarren ruht auf einer dunklen, strukturierten Oberfläche und spiegelt einen subtilen Abwärtstrend wider. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eigentlich müsste Gold jetzt steigen. Die USA und der Iran liefern sich seit Tagen Luftangriffe. Die Ölpreise schießen nach oben. Trotzdem rutscht der Goldpreis ab und nähert sich einem Neun-Monats-Tief.

Die Feinunze notiert aktuell bei 4.015,70 US-Dollar. Auf Monatssicht steht ein Minus von 3,77 Prozent zu Buche. Zum 52-Wochen-Tief von 3.901,30 US-Dollar fehlen nur noch 2,93 Prozent. Der Grund für die Schwäche liegt nicht im Nahen Osten – sondern in Washington.

Iran-Konflikt treibt Ölpreise nach oben

Der Auslöser der jüngsten Eskalation: Das US-Militär flog am Sonntag erneute Luftangriffe gegen den Iran. Zuvor waren drei amerikanische Soldaten ums Leben gekommen, zwei davon bei einem iranischen Angriff in Jordanien. Der Sonntag markierte bereits die neunte Nacht in Folge mit US-Angriffen auf iranische Ziele.

Teheran erklärte den Waffenstillstand mit den USA für faktisch beendet. Zusätzlich fing der Iran nach eigenen Angaben übers Wochenende vier Schiffe in der Straße von Hormus ab. Die Folgen zeigen sich sofort an den Energiemärkten: Die Ölpreise liegen inzwischen rund 30 Prozent über ihren Juli-Tiefständen.

Außenminister Rubio betonte, die USA blieben "stets offen für Diplomatie". Er bestand aber darauf, dass der Iran die Straße von Hormus wieder öffnen müsse. Deren Schließung gilt als zentraler Treiber der gestiegenen Benzinpreise weltweit.

Fed-Zinssorgen überlagern die Krisenangst

Normalerweise beflügelt eine geopolitische Eskalation dieser Größenordnung den Goldpreis als sicheren Hafen. Diesmal dominiert jedoch die Sorge vor einer restriktiveren US-Notenbank. Cleveland-Fed-Präsidentin Beth Hammack warnte am Freitag vor anhaltender Inflation – und reihte sich damit in eine wachsende Zahl falkenhafter Fed-Vertreter ein.

Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 53 Prozent für eine Fed-Zinserhöhung im September ein. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 47 Prozent. Bereits in der Vorwoche hatten sich weitere Falken zu Wort gemeldet. Dallas-Fed-Präsidentin Lorie Logan forderte eine weitere Zinserhöhung. Vizechef Philip Jefferson kündigte eine straffere Politik an, falls sich die Inflation kurzfristig nicht bessert.

UBS-Analyst Giovanni Staunovo bringt die Marktlogik auf den Punkt: "Gold bleibt negativ mit den Ölpreisen korreliert, da Marktteilnehmer die Entwicklungen im Nahen Osten genau verfolgen." Steigende Ölpreise befeuern also nicht mehr die Angst, sondern die Zinssorge – und die drückt auf Gold.

Banken senken ihre Kursziele

HSBC hat sein Kursziel für Gold für 2026 nach unten korrigiert. Die Bank begründet den Schritt mit der restriktiven Fed-Politik in Kombination mit dem Nahost-Konflikt. Beide Faktoren halten den Goldpreis nahe seinem Jahrestief.

Die charttechnische Marke von 4.000 Dollar bleibt dabei im Fokus der Marktteilnehmer. Rutscht der Preis nachhaltig darunter, rechnen einige Marktbeobachter mit einer beschleunigten Korrektur. Eine Entspannung im Nahen Osten oder schwächere Inflationsdaten könnten dem Edelmetall dagegen kurzfristig neuen Auftrieb verleihen.

Für die kommenden Handelstage bleiben zwei Faktoren entscheidend: die weitere Entwicklung des Iran-Konflikts und die Kommunikation weiterer Fed-Vertreter. Da diese Woche kaum US-Konjunkturdaten anstehen, dürften geopolitische Nachrichten und Notenbank-Aussagen die Richtung am Goldmarkt vorgeben.

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