Gold, Rekordhoch

Gold: 27 Prozent unter Rekordhoch

24.06.2026 - 15:08:28 | boerse-global.de

Gold fällt auf 4.079 Dollar, belastet durch US-Zinspolitik und starken Dollar. Minenprojekte und Analystenprognosen zeigen gemischtes Bild.

Goldpreis unter Druck: Zinsängste und starker Dollar belasten
Gold - Ein glänzender Goldbarren, teilweise verdeckt von einem dezenten, digitalen Abwärtspfeil, vor dunklem Hintergrund. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Goldpreis setzt seine Talfahrt fort. Während Minenbetreiber solide Projekte vorantreiben, belastet die US-Geldpolitik das Edelmetall schwer. Die Folge: ein anhaltender Abwärtsdruck, der Investoren auf eine harte Probe stellt.

Aktuell notiert die Feinunze bei 4.079,30 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 1,17 Prozent. Auf Wochensicht verlor das Edelmetall bereits 4,63 Prozent.

Damit rückt das Rekordhoch aus dem Januar in weite Ferne. Damals kostete Gold noch 5.626,80 US-Dollar. Seitdem hat der Preis rund 27 Prozent nachgegeben.

Der Hauptgrund für die Schwäche liegt bei der US-Notenbank. Die Fed beließ die Zinsen zuletzt unangetastet. Allerdings plant die Hälfte der Ausschussmitglieder, die Zinsen dieses Jahr weiter zu erhöhen.

Diese Aussicht stärkt den US-Dollar enorm. Der Dollar-Index kletterte auf den höchsten Stand seit Mai 2025. Ein starker Dollar verteuert Gold für Käufer außerhalb der USA. Das dämpft die weltweite Nachfrage spürbar.

Lichtblick im Minensektor

Trotz der schwachen Kurse gibt es operative Fortschritte. Newcore Gold veröffentlichte eine starke Vor-Machbarkeitsstudie für das Enchi-Projekt in Ghana.

Die Zahlen überzeugen. Bei einem angenommenen Goldpreis von 4.200 US-Dollar schätzt das Unternehmen den Nachsteuer-Kapitalwert auf 647 Millionen US-Dollar. Die interne Verzinsung liegt bei 45 Prozent.

In den ersten drei Jahren soll die Mine jährlich rund 130.000 Unzen Gold fördern. Auf Basis dieser Studie will Newcore noch dieses Jahr die Bergbaukonzession beantragen.

Analysten kappen ihre Ziele

Der schwache Trend zwingt Banken zum Handeln. Die Deutsche Bank senkte ihr Kursziel für das dritte Quartal auf 4.300 US-Dollar. Goldman Sachs reduzierte seine Prognose für das Jahresende auf 4.900 US-Dollar.

JPMorgan bleibt indes deutlich optimistischer. Die US-Bank hält an ihrem Jahresendziel von 6.000 US-Dollar fest. Den erwarteten Jahresdurchschnitt passten die Experten auf 5.243 US-Dollar an.

Auch bei den Investoren zeigt sich ein gemischtes Bild. Weltweit verzeichnen goldgedeckte ETFs Nettoabflüsse. Europäische Gold-ETPs sammelten in der Vorwoche hingegen frische Gelder in Höhe von 779,5 Millionen Euro ein.

Kurzfristig bleibt das charttechnische Bild angespannt. Die 50-Tage-Linie nähert sich der 200-Tage-Linie von oben. Analysten werten ein solches Kreuzen oft als starkes Verkaufssignal. Neue fundamentale Impulse liefert der PCE-Inflationsbericht am 25. Juni. Fällt die US-Inflation höher aus als erwartet, droht dem Goldpreis der nächste Rückschlag.

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