Gold: 1,23 Prozent Minus auf 4.157,90 Dollar
23.06.2026 - 21:25:02 | boerse-global.de
Zinssorgen und geopolitische Entspannung vertreiben Anleger aus dem Edelmetall. Der einstige sichere Hafen verliert massiv an Glanz. Ein starker US-Dollar und eine restriktive US-Notenbank setzen den Kurs spürbar unter Druck.
Aktuell notiert die Feinunze bei 4.157,90 US-Dollar. Das entspricht einem Tagesverlust von 1,23 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich das Minus damit auf über vier Prozent. Vom Rekordhoch im Januar ist der Preis mittlerweile weit entfernt.
Starker Dollar, hohe Zinsen
Der US-Dollar-Index kletterte am Dienstag auf den höchsten Stand seit Mai 2025. Diese Aufwertung verteuert das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums. Parallel dazu steigen die Anleiherenditen. Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen aktuell 4,5 Prozent ab.
Fed-Chef Kevin Warsh betonte zuletzt eine harte Linie gegen die Inflation. Er schließt weitere Zinserhöhungen nicht aus. Der Markt preist für September bereits eine Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent für einen Zinsschritt ein. Zinslose Anlagen wie Gold verlieren dadurch an Attraktivität.
Physische Nachfrage bricht ein
Auch die Fundamentaldaten belasten den Kurs. Die weltweite Schmucknachfrage brach im ersten Quartal um fast ein Viertel ein. Physisch hinterlegte Gold-ETFs verzeichnen ebenfalls deutliche Abflüsse. Der marktführende GLD-Fonds verlor innerhalb von drei Monaten merklich an Volumen.
In Asien wird Gold derzeit mit Preisabschlägen gehandelt. Das Signal: Die physische Nachfrage in China und Indien schwächelt. Hinzu kommt eine sinkende geopolitische Risikoprämie. Berichte über eine mögliche Waffenruhe im Nahen Osten treiben Kapital zurück in risikoreichere Anlageklassen. Auch Silber gerät in diesen Sog und fällt auf knapp 62 US-Dollar.
Zentralbanken stützen den Boden
Die Nachfrage der Notenbanken stützt den Markt weiterhin. Laut Umfragen wollen 45 Prozent der Währungshüter ihre Reserven aufstocken.
Besonders Polen und die Türkei treten als aktive Käufer auf. Allein die polnische Zentralbank erwarb im laufenden Jahr bereits 45 Tonnen Gold. Technisch orientierte Analysten sehen die nächste wichtige Unterstützung nun bei rund 4.044 US-Dollar. Fällt diese Marke, drohen weitere charttechnische Verluste.
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