Gender Care Gap: Frauen leisten täglich 79 Minuten mehr unbezahlte Arbeit
08.03.2026 - 12:19:28 | boerse-global.de
Zum Internationalen Frauentag belegen neue Zahlen die massive Ungleichheit bei der Care-Arbeit. Frauen übernehmen täglich im Schnitt 79 Minuten mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer. Die Folgen reichen von gesundheitlichen Risiken bis hin zu Altersarmut.
Neue Daten zeigen klaffende Lücke
Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg veröffentlichte am Freitag aktuelle Zahlen. Demnach leisten Frauen im Südwesten durchschnittlich 29 Stunden unbezahlte Arbeit pro Woche – fast neuneinhalb Stunden mehr als Männer. Das entspricht einem regionalen Gender Care Gap von über 48 Prozent.
Bundesweit liegt die Lücke bei etwa 43 Prozent. Die unbezahlte Arbeit umfasst Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen, Haushaltsorganisation und Ehrenamt. Experten schätzen, dass in Deutschland jährlich 117 Milliarden Stunden solcher Care-Arbeit geleistet werden.
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Mental Load schadet der Gesundheit
Neben der reinen Arbeitszeit rückt der "Mental Load" in den Fokus. Gemeint ist die unsichtbare Managementarbeit im Familienalltag: Termine planen, Einkäufe organisieren, Geburtstage vorbereiten. Diese permanente Verantwortung hat konkrete körperliche Folgen.
Mediziner beobachten bei stark belasteten Frauen messbare Veränderungen. Dazu gehören verkürzte Telomere – ein Zeichen für schnellere Zellalterung. Chronischer Stress durch Care-Arbeit erhöht das Risiko für Entzündungen, Insulinresistenz und Muskelabbau. Fachleute fordern daher, die faire Verteilung auch als Gesundheitsvorsorge zu betrachten.
Teilzeitfalle führt in die Altersarmut
Die ungleiche Last hat massive wirtschaftliche Konsequenzen. Frauen reduzieren häufiger ihre Erwerbsarbeit, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Eine aktuelle Studie aus Österreich zeigt die Langzeitfolgen: Der Gender Pension Gap liegt bei etwa 40 Prozent.
Frauen erhalten im Schnitt 1.000 Euro weniger Rente pro Monat. Das erhöht ihr Altersarmutsrisiko erheblich. Gewerkschafterinnen betonen: Teilzeit ist selten eine Lifestyle-Entscheidung. Fehlende Betreuungsangebote und mangelnde Vereinbarkeit zwingen viele Mütter in diese Falle.
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Streiks und Reformforderungen
Als Reaktion auf die stagnierenden Fortschritte rufen Initiativen für morgen zu bundesweiten Frauenstreiks auf. Proteste in Leipzig, Bremen und anderen Städten sollen auf die systematische Abwertung von Sorgearbeit aufmerksam machen.
Auch politisch werden Forderungen laut. Der niedersächsische Gleichstellungsminister Dr. Andreas Philippi mahnte kürzlich, dass das Fachkräftepotenzial von Frauen nur mit gerechter Verteilung ausgeschöpft werden könne. Konkrete Vorschläge sind die Abschaffung des Ehegattensplittings und eine Reform des Elterngeldes.
Veränderung beginnt zu Hause
Experten sind sich einig: Ein fairer Ausgleich muss in den eigenen vier Wänden starten. Digitale Tools und Fragebögen können helfen, unsichtbare Aufgaben sichtbar zu machen. Es reicht nicht, wenn Männer nur auf Anweisung helfen – sie müssen vollständige Verantwortung für Familienprojekte übernehmen.
Der Fachkräftemangel könnte den Wandel beschleunigen. Unternehmen, die weibliche Fachkräfte binden wollen, müssen Rahmenbedingungen schaffen, die Väter zur Übernahme von Care-Arbeit ermutigen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob Proteste und Reformen die Lücke nachhaltig schließen können.
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