Gehirntraining-Apps, Studien

Gehirntraining-Apps: Neue Studien belegen Wirksamkeit

10.03.2026 - 06:49:29 | boerse-global.de

Langzeitstudien belegen, dass spezifisches digitales Training das Demenzrisiko um bis zu 25 Prozent reduzieren kann. Dies treibt die Entwicklung klinisch geprüfter Medizin-Apps voran.

Gehirntraining-Apps: Neue Studien belegen Wirksamkeit - Foto: über boerse-global.de
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Digitale Gehirntrainings-Apps können das Demenzrisiko senken. Das belegen zwei neue Langzeitstudien, die in den vergangenen Wochen veröffentlicht wurden. Die Daten befeuern die Entwicklung neuer, klinisch geprüfter Medizin-Apps.

ACTIVE-Studie: 25 Prozent weniger Demenz durch Speed-Training

Ein computergestütztes Geschwindigkeitstraining senkt das Demenzrisiko um ein Viertel. Das ist das zentrale Ergebnis der 20-Jahres-Auswertung der großen ACTIVE-Studie, die kürzlich im Fachjournal Alzheimer's & Dementia erschien.

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Für die Studie wurden Ende der 1990er Jahre über 2.800 gesunde Erwachsene ab 65 Jahren in Gruppen eingeteilt. Sie trainierten entweder Gedächtnis, logisches Denken oder ihre Verarbeitungsgeschwindigkeit am Computer. Die Langzeitauswertung zeigt nun: Nur jene Teilnehmer, die das adaptive "Speed-Training" absolvierten und Auffrischungssitzungen machten, hatten ein um 25 Prozent geringeres Demenzrisiko.

"Das sind starke Belege für einen nachhaltigen Schutz des Gehirns", sagt der an der Studie beteiligte Wissenschaftler Michael Marsiske. Das Training, bei visuelle Informationen unter Zeitdruck verarbeitet werden müssen, war die einzige Methode mit signifikantem Langzeiteffekt.

Lebenslanges Lernen schützt das Gehirn

Eine zweite Studie im Journal Neurology untermauert diesen Ansatz. Ein Forschungsteam um Andrea Zammit fand heraus: Menschen mit hoher "kognitiver Reserve" haben ein um 38 Prozent geringeres Alzheimer-Risiko.

Die Studie begleitete rund 1.900 ältere Erwachsene über acht Jahre. Die kognitive Reserve – die Fähigkeit des Gehirns, Schäden zu kompensieren – wird durch lebenslange geistige Aktivität aufgebaut. Dazu zählen Lesen, Sprachenlernen oder Rätsellösen.

Bei den mental aktiven Teilnehmern brach Alzheimer im Schnitt fünf Jahre später aus. Leichte kognitive Einschränkungen traten sogar sieben Jahre später auf. Die Botschaft ist klar: Das Gehirn muss wie ein Muskel kontinuierlich gefordert werden.

Von der Forschung in die App: Klinische Studie gestartet

Die Forschungsergebnisse treiben die Entwicklung evidenzbasierter Gesundheits-Apps voran. Ein Beispiel ist die App "Five Lives MED". In Großbritannien startete kürzlich die erste klinische Studie mit Patienten.

Die App richtet sich an Menschen über 50 mit leichten kognitiven Einschränkungen. In der Studie wird untersucht, ob ein zwölfwöchiges Training mit der App die Denkfähigkeit verbessern kann. Sie kombiniert Gehirntrainingsspiele mit Coaching für gesunde Gewohnheiten.

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Solche Studien markieren den Übergang von Lifestyle-Apps zu Medizinprodukten. Bei Erfolg könnte die App künftig als nicht-medikamentöse Therapie verschrieben werden, um den kognitiven Abbau zu verzögern.

Was bedeuten die Studien für Verbraucher?

Die neuen Daten sind ein Wendepunkt für den Markt. Bisher standen viele Anbieter in der Kritik, weil ihre Gesundheitsversprechen nicht belegt waren. Die ACTIVE-Studie zeigt nun: Nicht jedes Gehirnspiel wirkt präventiv. Der Effekt war spezifisch an ein adaptives Speed-Training geknüpft.

Experten raten Verbrauchern daher, stärker zwischen Unterhaltungs-Apps und wissenschaftlich fundierten Anwendungen zu unterscheiden. Der Trend geht zu ganzheitlichen Ansätzen, die geistiges Training mit anderen Lebensbereichen kombinieren.

Die Studienergebnisse dürften die Entwicklung klinisch validierter Apps beschleunigen. In Deutschland könnten so mehr Anwendungen den Status als "Digitale Gesundheitsanwendung" (DiGA) anstreben – und damit von Krankenkassen erstattet werden.

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