Gebäudeenergiegesetz, Elektroindustrie

Gebäudeenergiegesetz: Elektroindustrie warnt vor Reform-Chaos

03.03.2026 - 03:31:06 | boerse-global.de

Die geplante Abschaffung der 65-Prozent-Regel für Heizungen sorgt bei Elektroverbänden für massive Kritik. Sie befürchten Verunsicherung, weniger Wärmepumpen und eine Verzögerung der Energiewende.

Gebäudeenergiegesetz: Elektroindustrie warnt vor Reform-Chaos - Foto: über boerse-global.de
Gebäudeenergiegesetz: Elektroindustrie warnt vor Reform-Chaos - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung will die umstrittene 65-Prozent-Regel für neue Heizungen streichen. Doch statt aufatmen herrscht in der Elektro- und Digitalbranche Alarmstimmung. Führende Verbände wie ZVEI und ZVEH warnen vor einem drohenden Investitionsstopp und mehr Verwirrung für Verbraucher und Handwerk.

Kritik an gekippter 65-Prozent-Regel

Im Zentrum des Streits steht die geplante Abschaffung der Vorgabe, dass neue Heizungen zu 65 Prozent mit Erneuerbaren betrieben werden müssen. Stattdessen soll eine „Bio-Treppe“ ab 2029 schrittweise CO2-neutrale Brennstoffe wie Biomethan vorschreiben.

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Für den Zentralverband der Deutschen Elektrohandwerke (ZVEH) ist das ein Rückschritt. Der Verband sieht die mühsam aufgebaute Dynamik bei Wärmepumpen in Gefahr. Die steigenden Installationszahlen zeigten eine wachsende Akzeptanz – die nun ausgebremst werde.

Verunsicherung lähmt die Branche

„Das Thema Heizen wird weiter verkompliziert“, kritisiert ZVEI-Chef Wolfgang Weber. Die neuen Pläne schafften das Gegenteil von verlässlichen Rahmenbedingungen. Diese Unsicherheit sei Gift für Investitionen.

Wenn die Politik nicht klar sage, wohin die Reise geht, zögern Hersteller bei der Ausweitung ihrer Produktion. Handwerker können ihre Kunden nicht mehr fundiert beraten. Die Folge: Verbraucher schieben Entscheidungen auf, und die Energiewende im Gebäudesektor stockt.

Mehr Technologieoffenheit oder mehr Bürokratie?

Die Regierung argumentiert, mit der Reform mehr Technologieoffenheit zu schaffen. Der Einbau von Gasheizungen soll unter Auflagen weiter möglich sein. Die Förderung für effiziente Gebäude (BEG) bleibt bis mindestens 2029 erhalten.

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Doch der ZVEI hält dagegen: Statt Klarheit entstehe eine unübersichtliche Gemengelage. Unterschiedliche CO2-Preise auf Strom und Gas, plus zwei verschiedene Biogas-Quoten für neue und alte Anlagen – dieses komplizierte System konterkariere den CO2-Preis als Lenkungsinstrument.

Reform unter hohem Zeitdruck

Die Regierung steht unter Zugzwang. Eine EU-Richtlinie zur Gebäudeeffizienz muss bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden. Der Gesetzentwurf für die Lockerung soll noch vor Ostern vorliegen und bereits zum 1. Juli 2026 in Kraft treten.

Die Verbände fordern, die kurze Zeit bis dahin zu nutzen, um die vielen offenen Fragen zu klären. Gelingt das nicht, droht eine weitere Verzögerung der Gebäudesanierung – und das Klimaziel der Klimaneutralität bis 2045 rückt in weite Ferne.

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