FBI warnt vor neuer Welle von Cyber-Angriffen auf Bankautomaten
26.02.2026 - 08:51:47 | boerse-global.deDie US-Bundespolizei FBI schlägt Alarm: Kriminelle kapern mit raffinierter Malware Geldautomaten und zwingen sie zur Bargeldausgabe. Die Schäden gehen in die Millionen – und die Angriffe nehmen rasant zu.
Die Warnung des FBI markiert eine neue Eskalationsstufe im Cyberkrieg gegen die Finanzbranche. Nicht mehr nur Online-Konten stehen im Fokus, sondern die physische Hardware selbst. Die sogenannte „ATM-Jackpotting“-Welle zeigt, wie Angreifer die Lücke zwischen digitaler und physischer Sicherheit schließen. Für Banken bedeutet das eine Bedrohung an einer neuen Front.
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So funktioniert der High-Tech-Raub
Die Methode ist eine Mischung aus Einbruch und Cyber-Angriff. Täter verschaffen sich physischen Zugang zum Inneren eines Geldautomaten, oft durch Aufbrechen des Gehäuses. Im nächsten Schritt manipulieren sie das interne Computersystem. Häufig tauschen sie die Festplatte gegen eine präparierte aus, die mit Schadsoftware wie der Ploutus-Malware beladen ist.
Dieses spezielle Programm übernimmt die Kontrolle über die Ausgabefunktion. Auf Befehl der Kriminellen, oft per Mobilfunk, spuckt der Automat dann sein gesamtes Bargeld aus. Der Clou: Der Angriff ist in Echtzeit kaum zu erkennen, da er die Maschine selbst und nicht Kundendaten angreift. Die Leerstände fallen oft erst auf, wenn es zu spät ist.
Millionenverluste und explosive Zunahme
Das finanzielle Ausmaß ist beträchtlich. Das FBI beziffert die Schäden seit 2020 auf über 20 Millionen US-Dollar. Alarmierend ist die Geschwindigkeit der Zunahme: Allein 2025 entstanden Verluste von mehr als 12 Millionen Dollar.
Noch deutlicher wird der Trend an den Fallzahlen: Seit dem Jahr 2000 wurden weltweit etwa 1.900 Jackpotting-Vorfälle registriert. Über 700 davon – mehr als ein Drittel – fanden im vergangenen Jahr 2025 statt. Diese Zahlen belegen eine rapide Professionalisierung der Täter. Es handelt sich nicht um Einzeltäter, sondern um gut organisierte Banden mit hohem technischem Know-how.
Das größere Bild: Finanzbranche unter Digital-Beschuss
Die Jackpotting-Welle ist nur ein Teil eines bedrohlichen Gesamtbildes. Parallel warnen Sicherheitsexperten vor anderen massiven Cyber-Risiken für den Finanzsektor.
- Gezielte Phishing-Angriffe: Eine mit Russland assoziierte Gruppe mit dem Namen UAC-0050 attackierte kürzlich eine europäische Entwicklungsbank. Per präziser Spear-Phishing-Mails sollten hochrangige Mitarbeiter ausspioniert werden, um an sensible Finanzdaten zu gelangen.
- Massenhafter Datenklau in Frankreich: Am 25. Februar 2026 wurde ein schwerer Datendiebstahl beim französischen Bankkontenregister (FICOBA) bekannt. Ein Angreifer gab sich als Beamter aus und erbeutete Daten zu rund 1,2 Millionen Konten – inklusive IBAN, Namen und Adressen. Dieses Material ist perfektes Futter für noch überzeugendere Betrugs- und Phishing-Kampagnen.
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Analyse: Der Krieg an mehreren Fronten
Die Gleichzeitigkeit dieser unterschiedlichen Angriffe offenbart das Dilemma der Banken: Sie müssen eine Multi-Fronten-Verteidigung aufbauen. Die Sicherheitsstrategie darf sich nicht nur auf Online-Banking-Portale und Kundennetze konzentrieren. Auch physische Assets wie Geldautomaten, interne Netzwerke und die Daten bei Drittanbietern sind lukrative Ziele.
Die FBI-Warnung ist ein Weckruf. Die Integration von physischer und IT-Sicherheit wird zur Überlebensfrage. Während Kunden auf reibungslose Digitalisierung drängen, müssen die Institutionen deren fundamentale Infrastruktur schützen.
Was tun? Die Empfehlungen des FBI
Das FBI drängt Banken und Betreiber zu sofortigen Maßnahmen:
* Physische Sicherheit erhöhen: Geldautomaten besser gegen unbefugten Zugriff schützen.
* Threat-Sensorik installieren: Systeme, die verdächtige Aktivitäten an der Hardware frühzeitig melden.
* Festplatten verschlüsseln: Selbst bei physischem Zugriff soll das Aufspielen von Malware verhindert werden.
Die Behörde bittet zudem um Meldung verdächtiger Vorfälle an die lokalen FBI-Büros. Die Botschaft ist klar: Die Angreifer werden nicht nachlassen. Ihre Methoden entwickeln sich parallel zur Banking-Technologie weiter. Dauerhafte Investitionen in Sicherheitstechnik, Mitarbeiterschulung und Notfallpläne sind der einzige Weg, um Vermögen und das entscheidende Gut Kundentrust zu bewahren.
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