EZB, Zinsen

EZB hält Zinsen, doch starker Euro macht Probleme

05.02.2026 - 18:34:11

Die Europäische Zentralbank belässt die Leitzinsen bei 2,0 Prozent. Ein überraschend starker Euro entwickelt sich jedoch zur Konjunkturbremse und sorgt für Unsicherheit bei Bauzinsen und Immobilienfinanzierungen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt die Leitzinsen bei 2,0 Prozent. Diese erwartete Entscheidung bringt jedoch keine Ruhe, denn ein unerwartet starker Euro entwickelt sich zur neuen Konjunkturbremse. Für den deutschen Immobilienmarkt bedeutet das eine Phase angespannter Stabilität – mit ungewissem Ausgang.

Stabilität nur auf den ersten Blick

Zum fünften Mal in Folge ändert die EZB ihre Zinsen nicht. Die Märkte hatten dies erwartet, schließlich liegt die Inflation im Euroraum mit 1,7 Prozent unter dem Ziel der Notenbank. Die offizielle Kommunikation signalisiert Kontinuität. Für Kreditnehmer heißt das zunächst: Die kurzfristigen Finanzierungskosten bleiben berechenbar. Viele Analysten gehen von stabilen Leitzinsen für das gesamte Jahr 2026 aus.

Doch die Ruhe ist trügerisch. Im Hintergrund verschiebt sich der Fokus der Währungshüter.

Der Euro als ungebetener Star

Die eigentliche Herausforderung kommt von einer anderen Seite: Der Euro steht so stark wie seit 2021 nicht mehr. Das birgt ein Dilemma.
* Vorteil: Billigere Importe dämpfen die Inflation weiter.
* Nachteil: Teurere Exporte schwächen die Wettbewerbsfähigkeit – besonders für Deutschland.

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Im EZB-Rat wächst die Sorge. Ein dauerhaft starker Euro könnte das Wirtschaftswachstum abwürgen und zu viel Deflationsdruck erzeugen. Die Notenbanker stehen vor einem Drahtseilakt zwischen Inflationskontrolle und Konjunkturstützung.

Bauzinsen im „neuen Normal“

Was bedeutet das Chaos für Bauherren und Käufer? Die Zinsen für Baufinanzierungen mit zehnjähriger Bindung pendeln derzeit zwischen 3,5 und 4,2 Prozent, im Schnitt bei 3,7 Prozent. Die Zeit der historischen Tiefstzinsen ist endgültig vorbei; dieses Niveau gilt als das „neue Normal“.

Kurzfristig erwarten Experten eine Seitwärtsbewegung. Langfristig hängt die Entwicklung aber an den Renditen für Bundesanleihen – und die reagieren empfindlich auf Konjunkturprognosen. Genau hier schlägt das Währungsrisiko durch: Bremst der starke Euro die Wirtschaft, könnte das die Zinserwartungen der Märkte nach unten drücken.

Strategische Entscheidung für Käufer

Die aktuelle Stabilität bietet ein Zeitfenster mit Planungssicherheit. Experten raten, das aktuelle Niveau zu nutzen. Im Vergleich zu vier Prozent oder mehr spart man über eine Zinsbindung von zehn Jahren schnell mehrere tausend Euro.

Doch die Euro-Stärke macht Prognosen zum Glücksspiel. Bremst sie die Konjunktur nachhaltig, könnte die EZB länger locker bleiben als gedacht. Hält die Wirtschaft stand, drohen später höhere Zinsen. In dieser Volatilität wird die Wahl einer langen Zinsbindung zur entscheidenden Absicherungsstrategie.

Wohin steuert die EZB?

Entscheidend wird die künftige Kommunikation der Notenbank. Thematisieren die Währungshüter den starken Euro als ernsthafte Gefahr? Die nächsten Wirtschaftsprognosen der EZB am 19. März werden erste Hinweise geben. Bis dahin bleibt die Lage für Immobilieninteressenten klar: Finanzierbarkeit prüfen und die aktuelle Planungssicherheit für die Zukunft festschreiben.

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