EU-Parlament, US-Handelsabkommen

EU-Parlament stoppt US-Handelsabkommen nach Trump-Tarifen

24.02.2026 - 05:38:30 | boerse-global.de

Das Europäische Parlament hat die Ratifizierung eines historischen Handelsabkommens ausgesetzt, nachdem die USA einseitige Strafzölle ankündigten. Dies gefährdet milliardenschwere Handelsbeziehungen.

Das Europäische Parlament hat die Ratifizierung des historischen Zollabkommens mit den USA ausgesetzt. Grund sind die neuen, einseitigen 15-Prozent-Sanktionen von Präsident Donald Trump. Die Entscheidung wirft die transatlantischen Handelsbeziehungen zurück in eine Phase tiefster Unsicherheit und droht, einen milliardenschweren Handelskrieg neu zu entfachen.

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„Reines Zoll-Chaos“: EU zieht die Notbremse

Auslöser der Eskalation ist eine Ankündigung aus Washington, die in Brüssel als „reines Zoll-Chaos“ gewertet wird. Trump hatte nach einer juristischen Niederlage vor dem Obersten Gerichtshof neue, globale Strafzölle verkündet. Das EU-Parlament reagierte umgehend und frohr den bereits ausgehandelten Deal ein.

„Wir brauchen klare Zusicherungen, dass die USA ihre Verpflichtungen einhalten“, forderte Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses. Das eigentliche Abkommen sah vor, dass US-Zölle auf EU-Waren bei maximal 15 Prozent gedeckelt werden. Ob Trumps neue Pauschale darauf aufschlägt oder sie ersetzt, ist völlig unklar. Ohne diese Rechtssicherheit könne man nicht weiterratifizieren, so die einhellige Meinung in Brüssel.

Supreme-Court-Niederlage und Trump-Gegenoffensive

Die jüngste Wende begann mit einem Paukenschlag aus Washington. Der Supreme Court erklärte vergangene Woche Trumps frühere Strafzölle für rechtswidrig. Der Präsident hatte damals ein Nostrandsgesetz aus den 1970er Jahren als Grundlage genutzt.

Seine Reaktion ließ nicht auf sich warten. Noch am selben Tag verkündete Trump neue Zölle – dieses Mal gestützt auf das Handelsgesetz von 1974. Dieses erlaubt dem Präsidenten für 150 Tage Abgaben ohne Zustimmung des Kongresses. Die zunächst angekündigten 10 Prozent erhöhte er binnen 24 Stunden auf 15. Die Maßnahme stieß bei Handelspartnern weltweit auf Unverständnis.

Kompromiss von 2025 steht auf der Kippe

Das nun auf Eis liegende Abkommen war im Sommer 2025 von Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mühsam ausgehandelt worden. Es sollte einen drohenden Handelskrieg abwenden. Kern war ein Deal: Die EU senkt Zölle auf US-Industriegüter, im Gegenzug deckeln die USA ihre Abgaben auf EU-Exporte wie Autos bei 15 Prozent.

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Teile wurden bereits vorläufig angewandt. Die endgültige, rechtlich bindende Ratifizierung durch das EU-Parlament ist nun gestoppt. Die EU-Kommission verhandelt unter Hochdruck mit Washington. Ihre Botschaft: „Ein Deal ist ein Deal.“ Europäische Produkte müssten die zugesicherten Konditionen erhalten.

Wirtschaft bangt um Billionen-Volumen

Der Konflikt bedroht eines der wichtigsten Handelsbündnisse der Welt. Der Warenaustausch über den Atlantik hat ein Volumen von über 1,7 Billionen Euro jährlich. Besonders die deutsche Automobil- und Industriebranche beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

Die EU hat bereits eine Vergeltungsliste mit US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro in der Schublade. Sie könnte aktiviert werden, sollte der Streit eskalieren. Die neuen US-Zölle sollen noch diese Woche in Kraft treten. Sie sind zunächst auf 150 Tage befristet.

Die Zukunft des Abkommens hängt nun an einer klaren Ansage aus dem Weißen Haus. Wird die EU von den globalen Strafzöllen ausgenommen? Brüssel wartet auf ein Signal. Solange es ausbleibt, schwebt die transatlantische Handelsbeziehung im limbo – mit dem Risiko, dass die Spirale aus Gegenmaßnahmen sich weiterdreht.

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