EU-Parlament, Klimaziel

EU-Parlament setzt Klimaziel für 2040: 90 Prozent weniger Emissionen

10.02.2026 - 22:37:12

Das Europäische Parlament hat ein verbindliches Ziel zur Senkung der Treibhausgase um 90 Prozent bis 2040 beschlossen. Der Kompromiss sieht Flexibilitäten für Staaten und eine Verschiebung des ETS2-Emissionshandels vor.

Das Europäische Parlament hat das EU-Klimaziel für 2040 beschlossen. Mit einer Mehrheit von 413 zu 226 Stimmen votierten die Abgeordneten für eine Reduktion der Netto-Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990. Das Ziel ist ein zentraler Meilenstein auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2050.

Der Beschluss folgt einer Empfehlung der EU-Kommission und den Gutachten des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats für Klimawandel. Nach der erwarteten Zustimmung durch den Rat der Mitgliedstaaten wird das Ziel im Europäischen Klimagesetz verankert. Es schließt die Lücke zwischen dem bereits geltenden 55-Prozent-Ziel für 2030 und der Klimaneutralität 2050.

Flexibilität für Mitgliedstaaten und späterer ETS2-Start

Der verabschiedete Text enthält wichtige Rahmenbedingungen. Eine zentrale Neuerung sind sogenannte Flexibilitäten: Ab 2036 dürfen Mitgliedstaaten bis zu fünf Prozentpunkte ihres Reduktionsziels durch den Zukauf hochwertiger internationaler CO₂-Zertifikate erreichen. Diese müssen strengen Qualitätskontrollen unterliegen.

Zudem wird der Start des neuen Emissionshandelssystems ETS2 für Gebäude und Straßenverkehr verschoben. Statt 2027 soll es nun Anfang 2028 eingeführt werden. Die Verschiebung soll Preissprünge beim Heizen und Tanken abfedern und den Übergang sozialverträglicher gestalten.

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Was bedeutet das für Österreich?

Für Österreich, das sich national Klimaneutralität bis 2040 vorgenommen hat, schafft die EU-Entscheidung einen verbindlichen Rahmen. Der Druck auf Schlüsselsektoren wie Verkehr, Industrie und Landwirtschaft steigt jedoch.

Die österreichische Industrie warnt vor Carbon Leakage – der Abwanderung von Unternehmen in Regionen mit laxeren Klimavorschriften. Auf österreichische Initiative hin wurde erreicht, dass die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten für die Industrie langsamer ausläuft.

Gemischte Reaktionen auf den Kompromiss

Die Reaktionen auf den Beschluss fallen gespalten aus. Umweltorganisationen und Grüne kritisieren die Möglichkeit des Zertifikate-Zukaufs als „teuren Wermutstropfen“, der die heimische Wende ausbremse.

Befürworter aus sozialdemokratischen und liberalen Lagern sehen dagegen ein klares Signal für den Klimaschutz und die Positionierung der EU als Technologievorreiter. Die EU-Kommission argumentiert, die Kosten des Nichthandelns könnten das EU-BIP langfristig um rund sieben Prozent senken.

Der lange Weg zur Umsetzung

Nach der finalen Bestätigung durch den Rat müssen die Mitgliedstaaten ihre nationalen Energie- und Klimapläne anpassen. Die EU-Kommission wird die Fortschritte alle zwei Jahre überprüfen.

Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die notwendigen Investitionen in erneuerbare Energien und grüne Technologien mobilisiert werden können. Der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, ob der tiefgreifende Strukturwandel fair für Bürger und Industrie gestaltet werden kann.

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