EU-Kommission, Offensive

EU-Kommission startet Offensive gegen Cybermobbing

10.02.2026 - 21:42:12

Die EU-Kommission stellt einen Aktionsplan gegen Cybermobbing vor, der eine EU-weite Hilfs-App und schärfere Regeln für Online-Plattformen vorsieht, um besonders Kinder und Jugendliche zu schützen.

Die EU-Kommission hat einen neuen Aktionsplan gegen Cybermobbing vorgestellt. Kernstücke sind eine EU-weite Hilfs-App für Opfer und schärfere Regeln für Online-Plattformen. Die Initiative soll besonders Kinder und Jugendliche besser schützen.

Eine App nach französischem Vorbild

Ein Herzstück des Plans ist eine neue, EU-weite Hilfs-App. Sie soll Betroffenen einen einfachen Weg bieten, Vorfälle zu melden, Beweise wie Screenshots zu sichern und direkten Kontakt zu Beratungsstellen herzustellen. Als Vorbild dient die erfolgreiche französische App „3018“.

Die Kommission stellt einen technischen Entwurf bereit, den die Mitgliedstaaten anpassen können. Die Einführung der nationalen Versionen soll noch in diesem Jahr beginnen. Ziel ist es, die Hemmschwelle für das Holen von Hilfe deutlich zu senken.

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Schärfere Regeln für Plattformen

Der Aktionsplan setzt stark auf den Digital Services Act (DSA). Dieses Gesetz verpflichtet große Plattformen bereits, strenger gegen illegale Inhalte wie schwere Formen von Cybermobbing vorzugehen. Die Kommission nutzt es nun als Hebel.

Sie will die bestehenden DSA-Leitlinien überarbeiten, um den Schutz Minderjähriger gezielt zu verbessern. Bereits jetzt laufen Verfahren gegen Tech-Konzerne wegen mutmaßlich mangelnden Jugendschutzes. Der Druck auf die Plattformen steigt.

Warum jetzt gehandelt wird

Die Zahlen sind alarmierend: Laut Studien ist in Europa mittlerweile jeder sechste Jugendliche von Cybermobbing betroffen. Gleichzeitig schaffen neue Technologien wie Künstliche Intelligenz zusätzliche Gefahren, etwa durch die Erstellung täuschend echter „Deepfake“-Videos.

Der Aktionsplan reagiert auf diese Entwicklung. Er verweist auch auf das geplante europäische KI-Gesetz, das solche Praktiken gezielter verbieten soll. Doch reichen Gesetze allein?

Fokus liegt auch auf Prävention

Die Kommission setzt daher auf eine zweigleisige Strategie: Neben schärferen Regeln soll die digitale Kompetenz gestärkt werden. Geplant sind aktualisierte Leitlinien für Lehrkräfte, um das Thema besser im Unterricht zu verankern.

Bestehende Netzwerke wie die Safer Internet Centres, die 2025 von 48 Millionen Menschen genutzt wurden, sollen ausgebaut werden. Die Botschaft ist klar: Aufklärung ist genauso wichtig wie Regulierung. Die EU will die Mitgliedstaaten zur Entwicklung nationaler Strategien anhalten.

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