APA Erste Gesamtstrategie für nachhaltige Logistik in Wien
20.05.2026 - 08:01:18 | dpa.deErster österreichweiter Gesamt-Plan für nachhaltigen Wirtschaftsverkehr im Gemeinderat beschlossen. Ziel ist weniger Verkehr, mehr Effizienz und Kostenökonomie
Wien (APA-ots) - Der städtische Wirtschaftsverkehr nimmt von Jahr zu Jahr zu. Egal ob für den Handel, die Gastronomie, die Bau- und Industrielogistik oder Paketdienste, laut aktuellen Zahlen macht der Wirtschaftsverkehr in Wien bis zu 20 Prozent aus, das ist ein Fünftel des gesamten städtischen Verkehrs. Wien hat sich zum Ziel gesetzt die Logistik zu optimieren und gleichzeitig klimafit und effizient zu gestalten. Mit dem "Masterplan Urbane Logistik" liegt erstmals eine Gesamtstrategie für nachhaltige Logistik vor. Er wurde von Stadt Wien und Wirtschaftskammer Wien gemeinsam mit den Wiener Stadtwerken und den Wirtschaftstreibenden Wiens erstellt.
Der Masterplan ist ein best of vorhandener Ansätze in der Logistik und führt sämtliche Ideen von mehr Umweltfreundlichkeit bei der "letzten Meile" bis zu Paketboxen im "Hausschlapfen-Radius" zusammen. Das zentrale Prinzip sind die drei Vs: V ermeiden, V erlagern, V erbessern. Das bedeutet nicht zwingend erforderliche Verkehrswege vermeiden, verbleibende Wege auf nachhaltige Transportmittel und -konzepte verlagern und im Sinne einer umweltfreundlichen Logistik verbessern.
"Mit dem Master-Plan für den Wirtschaftsverkehr haben wir eine gute Basis für eine klima- und zukunftsfitte Logistik. Gemeinsam mit den Wirtschaftstreibenden gibt es nun klare und mittel- bis langfristige Planungssicherheit für Unternehmen. Bislang hat jeder Player für sich die beste Lösung gesucht, jetzt haben wir alle an einen Tisch geholt. Danke dafür auch an die hervorragende Zusammenarbeit bei der Wiener Wirtschaftskammer, den Wiener Stadtwerken und allen Beteiligten , sagt Gemeinderat Omar Al-Rawi ( SPÖ), Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke.
"Mit der Umsetzung dieses Masterplans führen wir die urbane Logistik gemeinsam mit der Wiener Wirtschaft in die Zukunft. Von Grätzelladezonen und Paketboxen im Hausschlapfenradius bis zu innovativen Fahrzeugen und Zero-Emission-Zonen: Mit diesem Plan schaffen wir reibungslose Abläufe, reduzieren den CO2-Ausstoß durch unnötige Fahrten, entlasten die Menschen in Wien von Lärm und Abgasen und erhöhen die Verkehrssicherheit. Gscheite Citylogistik bringt allen was" , freut sich Angelika Pipal-Leixner , Mobilitätssprecherin NEOS Wien über den gemeinsamen Plan.
"Moderne Städte brauchen eine moderne Logistik", sagt Christian Holzhauser , Obmann der Sparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Wien. "Wiener Unternehmen und die Wirtschaftskammer Wien haben in den vergangenen Jahren innovative Lösungen für effiziente und umweltfreundliche Logistik entwickelt. Mit dem Masterplan Urbane Logistik werden diese erfolgreichen Konzepte nun gemeinsam mit der Stadt Wien gebündelt und weiterentwickelt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um den Wirtschaftsstandort zu stärken und Wien zukunftssicher aufzustellen. Davon profitieren unsere Unternehmen und alle Wienerinnen und Wiener."
"Die Wiener Stadtwerke investieren bis 2030 über 10 Milliarden Euro in die Mobilitäts- und Energiewende und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Stärkung und Dekarbonisierung des Wirtschaftsstandorts Wien - denn neben der Personenmobilität ist auch die Gütermobilität entscheidend für das Erreichen unserer Klimaziele. Als Wiener Stadtwerke möchten wir hier unseren Beitrag leisten. Mit Lösungen unserer Unternehmen wie Wien Energie und WienIT - von Elektromobilität bis CO-freier Zustellung - bringen wir konkrete Services in die Umsetzung des Masterplans ein und übernehmen Verantwortung für eine zukunftsfitte urbane Logistik", ergänzt Monika Unterholzner , stv. Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke.
Zentrale Aussagen des Masterplans Urbane Logistik
- Umweltfreundliche "letzte Meile": Die Stadt Wien strebt an, den Fahrzeugeinsatz in der Logistik auf der letzten Meile mit umweltfreundlicheren, leiseren und flächeneffizienteren Fahrzeugen zu forcieren, indem sie für bestimmte Anwendungsfälle den Einsatz alternativer Zustellfahrzeuge wie beispielsweise (E)-Lastenräder oder vergleichbare Fahrzeugkonzepte ermöglicht und fördert.
- Paketboxen im "Hausschlapfen-Radius" Die Stadt Wien unterstützt die Wiener Stadtwerke beim Aufbau eines dichten Netzes von "White Label Smart Lockern" (betreiberunabhängige "Paketboxen" wie jene im Nextbox-Netzwerk), um die Paketzustellung auf der letzten Meile zu optimieren. Diese öffentlich zugänglichen Paketboxen ermöglichen rund um die Uhr die flexible Übergabe von Paketen und anderen Waren. Damit werden fehlgeschlagene Zustellversuche und unnötige Leerfahrten vermieden oder ermöglichen eine Bündelung von Logistikwegen, was zu weniger Verkehr und Emissionen führt. Die Nutzung des öffentlichen Raums für Logistikzwecke soll jedoch auf das notwendige, praktikable Minimum beschränkt werden.
- Prüfung von Zero Emission Zones Um auch im Wirtschaftsverkehr die entsprechenden Ziele hinsichtlich CO2-Einsparung zu erreichen, sollen sogenannte "Zero Emission Zones" geprüft werden. Jedenfalls soll dies in enger Zusammenarbeit mit lokalen und regionalen Wirtschaftstreibenden sowie einer wissenschaftlichen Begleitung erfolgen. Voraussetzung dafür sind jedoch entsprechende Anpassungen bundesgesetzlicher Regelungen (StVO, IG-L).
- Bezirkslogistikkonzepte Für Gebiete mit besonderen Herausforderungen im Bereich des Wirtschaftsverkehrs bzw. der Logistik plant die Stadt die Entwicklung räumlich abgegrenzter Konzepte, die in enger Abstimmung mit den Bezirken und der Wirtschaftskammer Wien sowie unter Einbeziehung lokaler Akteur*innen - gegebenenfalls auch bezirksübergreifend - umgesetzt werden.
Als Leuchtturmprojekt dazu soll in den nächsten Jahren ein Bezirkslogistik-Konzept für den ersten Bezirk erarbeitet werden.
- Ausbau der E-Ladeinfrastruktur Um für die zwingend notwendige Umstellung der Fuhrparks im Logistikverkehr von fossilen auf alternative, lokal emissionsfreie Antriebe nachhaltigere Rahmenbedingungen zu schaffen, muss die E- Ladeinfrastruktur mit Augenmerk auf Schnelllader besonders auch für den Wirtschaftsverkehr weiter ausgebaut werden. Der bedarfsgerechte, barrierefreie und weitere Ausbau von öffentlicher Ladeinfrastruktur wird durch die Stadt Wien kontinuierlich weiterverfolgt und umgesetzt.
- Ladezonen: unabhängig vom Betrieb und für Anwohner*innen Die Nutzung ausgewiesener Ladezonen soll effizienter gestaltet werden, um auch das Verkehrsaufkommen durch bessere Möglichkeiten zur Routenplanung für Dienstleister*innen zu reduzieren und das Parken in zweiter Reihe beziehungsweise auf Rad- und Fußwegen zu verhindern. Dabei sollen durch eine multifunktionale Nutzung auch Anrainer*innen kurze Ladetätigkeiten ermöglicht und der Ausbau von Grätzl-Ladezonen forciert werden.
Weitere Themen im Masterplan Urbane Mobilität betreffen u.a. die Güterlogistik per Wasserweg, den Ausbau von Zulaufstrecken im Schienengüterverkehr, die Förderung von Anschlussbahnen sowie die weitere Modernisierung des Hafen Wiens.
Zentrale Koordinierungsstelle für Logistik
Logistik umfasst nicht nur ein breites Themenfeld, dementsprechend gibt es auch eine Vielzahl an Akteur*innen innerhalb und außerhalb der Stadt Wien. Um die vielfältigen Bestrebungen und Vorhaben zur Urbanen Logistik in Wien zielgerichtet voranzutreiben, soll eine Koordinationsrolle innerhalb der Stadt Wien etabliert und in enger Kooperation mit den Wiener Stadtwerken ausgeführt werden. Angesiedelt ist die Rolle innerhalb der Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung. Die Koordinationsrolle soll die Logistikthemen der Stadt bündeln und steuern, parallele Projekte koordinieren und aktuelle Entwicklungen innerhalb der Stadt und ihrer Unternehmen kommunizieren. Kern dieser Aufgabe wird die Umsetzung des Masterplans Urbane Logistik darstellen. Hauptziel ist es, den internen und externen Wissensaustausch zu fördern sowie Kontaktpunkte und Schnittstellen zu optimieren.
Hier geht es zum Masterplan Urbane Logistik: https://www.wien.gv.at/stadtplanung/masterplan-urbane-logistik
(Schluss) sh/ea
Rückfragehinweis: Wiener Landtags- und Gemeinderatsklub der SPÖ Sarah Hierhacker, MA Leitung Medien & Öffentlichkeitsarbeit Telefon: +43 01 4000 81923 E-Mail: sarah.hierhacker@spw.at Website: https://www.rathausklub.spoe.at
NEOS Wien Rathausklub Christoph Pflug Pressesprecher Telefon: +43 664 849 15 50 E-Mail: christoph.pflug@neos.eu
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