Donaustadt, Euro

Donaustadt: 545.000 Euro für neue Toilette am Badeteich

02.01.2026 - 14:12:12

Eine neue Sanitäranlage am Badeteich Hirschstetten kostet die Wiener Steuerzahler 544.888,97 Euro. Die Rechnung für den 20-Quadratmeter-Bau löst eine politische Debatte über explodierende Baukosten der öffentlichen Hand aus.

Die Endabrechnung des Bezirks Donaustadt offenbart, wie sich die Summe zusammensetzt. Den größten Posten machen die Sanitärmodule selbst mit knapp 196.000 Euro aus. Die reinen Baumeisterarbeiten schlagen mit über 177.000 Euro zu Buche.

Weitere Kostenpunkte sind:
* Rund 47.000 Euro für die Dachkonstruktion
* 35.000 Euro für Abbruch und Entsorgung der Vorgänger-Ruine
* Selbst die Fassadenbegrünung kostete 1.300 Euro

Kritiker rechnen vor: Der Quadratmeterpreis übertrifft jenen von privaten Luxusimmobilien bei weitem. Besonders pikant: Zum Jahreswechsel, als der Andrang am Teich groß war, soll die Anlage noch geschlossen gewesen sein.

Anzeige

Nach dem öffentlichen Aufschrei um die halbe‑Million‑Rechnung wird deutlich: Infrastrukturprojekte brauchen ein belastbares Sicherheitskonzept. Kostenlose Gefährdungsbeurteilungs‑Vorlagen helfen Behörden und Planern, Vandalismusrisiken, Sprengschutzanforderungen und hohe Besucherfrequenz systematisch zu erfassen, Maßnahmen zu priorisieren und die Dokumentation prüfungssicher aufzubereiten. Inkl. Risikomatrix, praxisnahen Checklisten und Musterlösungen, damit teure Nachbesserungen und rechtliche Probleme vermieden werden. Kostenlose GBU‑Vorlagen herunterladen

Vandalismus als teurer Auslöser

Die Notwendigkeit des Neubaus geht auf die Silvesternacht 2023 zurück. Damals zerstörten Unbekannte die alte Toilette mit pyrotechnischen Gegenständen. Die schwere Metalltür flog 25 Meter durch die Luft – ein Totalschaden war die Folge.

Zwei Badesaisons lang mussten Besucher mit Provisorien auskommen. Die lange Bauzeit bis zur fertigen Ersatzanlage ist nun ein weiterer Kritikpunkt an dem Projekt.

Bezirk verteidigt “marktübliche Preise”

Das Büro von Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) betont die Einhaltung aller Vergaberegeln. Die Summen spiegelten die aktuelle Realität am Bau wider. Die Anlage müsse extrem robust, vandalismussicher und barrierefrei sein.

Auch die zuständige Magistratsabteilung 48 verweist auf gestiegene Material- und Baukosten. Die Infrastruktur sei für die hohe Frequentierung eines Naherholungsgebiets ausgelegt. Doch bleibt die Frage: Warum kostet ein solcher Zweckbau so viel?

Wiens teure Klo-Historie

Der Fall Hirschstetten ist kein Einzelfall. Wien hat eine Geschichte kostspieliger Sanitärprojekte. Experten nennen Gründe für die hohen Preise:

  • Umfangreiche Auflagenkataloge für öffentliche Bieter
  • Spezielle Anforderungen wie Graffiti- oder Sprengschutz
  • Ein begrenzter Markt an spezialisierten Firmen

Die emotionale Wirkung ist jedoch verheerend. In Zeiten angespannter Budgets und hoher Inflation wirkt die „Halbe-Million-Euro-Toilette“ wie ein Symbol für fehlendes Kostenbewusstsein.

Die Angst vor dem nächsten Silvester

Nun rückt die Sicherheit der teuren Investition in den Fokus. Nach der Zerstörung 2023 werden Forderungen nach einem neuen Sicherheitskonzept für das Areal laut. Sollte die Anlage zum nächsten Jahreswechsel wieder Ziel von Vandalismus werden, wäre der politische Schaden enorm.

Politisch dürfte der Druck für Reformen im öffentlichen Vergabewesen steigen. Für die Badegäste bleibt die Hoffnung, dass die teuerste Toilette der Donaustadt bald zuverlässig ihren Dienst tut.

Anzeige

PS: Sie planen ein neues Sicherheitskonzept für ein stark frequentiertes Naherholungsgebiet? Mit kostenlosen Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung erstellen Sie in wenigen Schritten ein prüfungssicheres Konzept – von Zutrittskontrollen über robustes Material bis zu Dokumentationen für Behörden. Praxis‑Vorlagen für Verantwortliche erleichtern die Umsetzung und helfen, künftige Kostenexplosionen zu vermeiden. Jetzt GBU‑Checklisten gratis sichern

@ boerse-global.de