DigitalPakt, Offensive

DigitalPakt Alter startet Offensive für Senioren in Städten

05.03.2026 - 18:52:23 | boerse-global.de

Bundesweite Initiativen wie der DigitalPakt Alter und die Aktionswoche 'Eingeloggt!' sollen Senioren digitale Kompetenzen vermitteln. Eine Studie zeigt hohen Bedarf an Unterstützung.

DigitalPakt Alter startet Offensive für Senioren in Städten - Foto: über boerse-global.de
DigitalPakt Alter startet Offensive für Senioren in Städten - Foto: über boerse-global.de

Deutschland startet eine konzertierte Offensive, um ältere Menschen in die digitale Welt zu holen. Angesichts der rasanten Digitalisierung von Verwaltung, Gesundheitswesen und Alltag ist dies zu einer zentralen gesellschaftlichen Aufgabe geworden. Anfang März 2026 gingen mehrere bundesweite und regionale Initiativen an den Start. Sie sollen helfen, digitale Ängste in digitale Souveränität zu verwandeln.

Förderprogramm für urbane Erfahrungsorte

Der nationale DigitalPakt Alter erhielt einen starken Schub. Nachdem frühere Förderrunden vor allem ländliche Regionen im Blick hatten, startete am 4. März ein neues Programm speziell für Städte. Die Antragsfrist läuft noch bis zum 31. März 2026.

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Die Besonderheit: Dieses Mal steuern der Fahrdienstvermittler Uber und die Commerzbank-Stiftung erhebliche Mittel bei. Das Programm fördert 25 lokale Senioren-Internet-Projekte in Städten, in denen Uber aktiv ist. Jedes ausgewählte Projekt erhält 2.000 Euro, um sogenannte Erfahrungsorte einzurichten oder auszubauen.

Diese niedrigschwelligen Lernzentren bieten praktische Hilfe im Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern. Die Partnerschaft mit der Commerzbank-Stiftung unterstreicht zudem den Fokus auf sicheres digitales Banking – ein Bereich, der vielen Älteren noch Sorgen bereitet. Die Konzentration auf urbane Zentren zielt darauf ab, die soziale Isolation zu bekämpfen, die durch mangelnde digitale Anbindung in anonymen Großstädten verstärkt werden kann.

„Eingeloggt!“-Aktionswoche erreicht neuen Maßstab

Parallel erreichen regionale Bildungsinitiativen eine neue Dimension. Die Vorbereitungen für die bundesweite Aktionswoche „Eingeloggt!“ (16. bis 22. März) laufen auf Hochtouren. Schleswig-Holstein ist als erstes Flächenland mit von der Partie – ein Signal für den Wechsel von lokalen Projekten zu landesweiten Strategien.

Allein hier sind über 110 kostenlose Workshops, Kurse und Runden Tische für Menschen ab 50 geplant. Das Spektrum reicht von Internet-Grundlagen bis zu KI-Einführungen und sicheren Bezahlmethoden, wie sie etwa die Sparkasse Südholstein anbietet. In Lübeck zeigen Freiwilligennetzwerke und die Stadtverwaltung bereits, wie es geht: mit Programmen von 3D-Druck-Demos bis zu Werkstattkursen.

Andere Städte ziehen nach. Leipzig bindet die „Eingeloggt!“-Woche in seine Senioren- und Stadtentwicklungsstrategie ein. Paderborn lud am 5. März bereits zu einem eigenen „Digitale Stadt“-Event ein. Verschiedene Ämter, das Theater und der Nahverkehr zeigten dort, wie digitale Tools die Teilhabe erleichtern und Alltagswege verkürzen können.

Studie zeigt: Wille ist da, Kompetenz fehlt

Die Dringlichkeit dieser Initiativen unterstreicht eine aktuelle Bitkom-Studie vom Januar 2026. Sie zeichnet ein zwiespältiges Bild der „Generation Silver Surfer“. Zwar nutzen inzwischen 74 Prozent der über 65-Jährigen das Internet – vor fünf Jahren waren es nur 48 Prozent. Doch die eigene digitale Kompetenz bewerten sie im Schnitt nur mit der Schulnote 3,2.

Sicherheitsbedenken, Angst vor Schadsoftware und fehlender direkter Support halten viele davon ab, Online-Dienste zu nutzen. Ganze 96 Prozent der Befragten wünschen sich daher mehr Unterstützung. Gefragt sind vor allem Telefon-Hotlines, bezahlbare Kurse vor Ort und persönliche Digital-Lotsen.

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Interessant: Die Offenheit für neue Technologien ist groß. Rund die Hälfte der Senioren gab an, bereits mit Künstlicher Intelligenz interagiert zu haben. Die Mehrheit sieht die Digitalisierung als Chance, nicht als Bedrohung. Der Schritt von der Neugier zur sicheren Anwendung erfordert aber genau die infrastrukturelle Unterstützung, die Programme wie der DigitalPakt Alter jetzt aufbauen.

Nachhaltigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg

Die Entwicklung zeigt: Digitale Teilhabe gelingt nicht mit einmaligen Hardware-Spenden oder Wochenend-Seminaren. Sie braucht dauerhafte, im Alltag verankerte Unterstützungsnetzwerke. Die neuen Erfahrungsorte sollen dauerhafte Anlaufstellen für tagtägliche Technik-Fragen werden.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Zivilgesellschaft. Der Soziale Verband Deutschland (SoVD) kündigte an, ab April 2026 neue „Digitale Gesandte“ auszubilden. Dieses Peer-to-Peer-Angebot soll auch nach den Aktionswochen fortbestehen.

Die Botschaft ist klar: Sichere Internetnutzung ist angesichts digitaler Verwaltung, Gesundheits- und Bankdienste keine Luxuskompetenz mehr, sondern Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Die koordinierten Anstrengungen von Bund, Kommunen, Unternehmen und Ehrenamtlichen markieren einen wichtigen Schritt, um diese Souveränität für alle Generationen zu erreichen.

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