Digitaler Euro und Wero: Europas Doppel-Strategie gegen Visa und Mastercard
11.02.2026 - 00:51:12Europa baut mit Hochdruck eigene digitale Bezahlsysteme auf, um unabhängig von US-Konzernen zu werden. Das Europaparlament ebnete diese Woche den Weg für den digitalen Euro, während das private Projekt Wero bereits Millionen Nutzer hat.
Brüssel. Die Abhängigkeit von amerikanischen Zahlungsriesen wie Visa und Mastercard wird in Brüssel zunehmend als strategisches Risiko gesehen. Daher verfolgt die EU jetzt eine Doppelstrategie: Mit dem digitalen Euro schafft die Europäische Zentralbank (EZB) eine öffentliche Digitalwährung. Parallel baut ein Bankenkonsortium mit Wero eine private, paneuropäische Bezahlplattform auf. Beide Initiativen sollen Europas „monetäre Souveränität“ in der digitalen Welt sichern.
Digitaler Euro erhält politischen Rückenwind
Ein entscheidender Schritt gelang am 10. Februar 2026: Das Europaparlament stimmte einem Rechtsrahmen für den digitalen Euro zu. Dieser sieht sowohl Online- als auch Offline-Zahlungen vor. Die EZB benötigt diese gesetzliche Grundlage, bevor sie mit der Ausgabe beginnen kann.
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Die Zeitpläne sind ambitioniert. Die endgültige Gesetzgebung soll noch 2026 verabschiedet werden. Ein Pilotbetrieb könnte Mitte 2027 starten, mit einem möglichen Vollstart 2029. Händler in die Eurozone könnten dann verpflichtet werden, den digitalen Euro zu akzeptieren. Die EZB betont, dass das digitale Geld Bargeld ergänzen, nicht ersetzen soll.
Wero: Privatsektor baut mit Integrationen Masse auf
Während der digitale Euro noch im Gesetzgebungsprozess steckt, wächst das private Pendant rasant. Die European Payments Initiative (EPI), ein Konsortium großer europäischer Banken, treibt die Wallet-Lösung Wero voran. Sie nutzt das SEPA-Sofortüberweisungs-System.
Der Schlüssel zum Erfolg ist die Integration bestehender nationaler Lösungen. Anfang Februar 2026 bestätigte die EPI eine große Vereinbarung, um Systeme wie Deutschlands Giropay oder iDEAL aus den Niederlanden anzuschließen. Dies könnte die potenzielle Nutzerbasis auf schätzungsweise 130 Millionen Menschen erhöhen. Bereits jetzt nutzen rund 48,5 Millionen Menschen Wero für Überweisungen zwischen Privatpersonen in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Belgien.
Bis 2027 soll Wero auch für Online-Handel und Zahlungen im Geschäft verfügbar sein – der direkte Angriff auf das Kerngeschäft der US-Kartennetzwerke.
Geopolitische Motive treiben die Initiativen
Hinter dem Tempo steht eine klare geopolitische Logik. „Europa muss seine Abhängigkeit von US-Zahlungsgruppen dringend verringern“, sagte EPI-Chefin Martina Weimert kürzlich. EZB-Präsidentin Christine Lagarde teilt diese Einschätzung.
Die Sorge: Die Marktmacht weniger ausländischer Anbieter könnte im Fall angespannter transatlantischer Beziehungen als politisches Druckmittel dienen. 2022 entfielen fast zwei Drittel aller Kartentransaktionen in der Eurozone auf Visa und Mastercard. In 13 Mitgliedstaaten gab es keine nationale Alternative.
Mit digitalem Euro und Wero will die EU nicht nur die Widerstandsfähigkeit ihrer Wirtschaft stärken, sondern auch sicherstellen, dass die Zahlungsdaten ihrer Bürger unter europäischer Rechtshoheit bleiben. Es geht um nichts Geringeres als die strategische Autonomie des Blocks.
Der herausfordernde Weg zur Akzeptanz
Die Umsetzung bleibt komplex. Für den digitalen Euro muss noch die finale Zustimmung von Parlament und Mitgliedstaaten kommen. Die EZB muss zudem öffentliche Bedenken, insbesondere zum Datenschutz, ausräumen. Sie versichert, keine Zugriff auf persönliche Transaktionsdaten zu haben.
Für Wero sind die nächsten Meilensteine die vollständige Integration der nationalen Systeme und der erfolgreiche Rollout der Händlerlösungen bis 2027. Letztlich wird der Erfolg der Doppelstrategie davon abhängen, ob digitale Euro und Wero bei Verbrauchern und Händlern gleichermaßen akzeptiert werden – und ob sie ein Nutzererlebnis bieten, das mit dem der etablierten US-Konkurrenz mithalten kann.
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