Digitaler Euro: Nagel skizziert Fahrplan bis 2029
30.01.2026 - 03:32:12Bundesbank-Präsident Joachim Nagel drängt auf eine rasche Einführung des digitalen Euro. Vor dem Bundestag betonte er die Währung als Schlüssel für Europas finanzielle Souveränität.
Die Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs steht auf der Kippe. In einer entscheidenden Woche hat Bundesbank-Chef Joachim Nagel dem Finanzausschuss des Bundestages einen konkreten Zeitplan für den digitalen Euro vorgelegt. Sein Ziel: eine Einführung bis 2029. Nagel begründet den Druck mit der strategischen Abhängigkeit Europas von ausländischen Zahlungsanbietern.
Ein „digitaler Zwilling“ für die Souveränität
Vor den Abgeordneten beschrieb Nagel das Projekt als essenziell für die europäische Autonomie. „Es geht um kritische Infrastruktur“, so der Bundesbank-Präsident. Der digitale Euro solle kein Ersatz, sondern ein „digitaler Zwilling“ des Bargelds sein. In vielen Ländern der Eurozone seien die Bürger zu abhängig von internationalen Kartensystemen – eine gefährliche Verwundbarkeit.
Diese Position bekräftigte Nagel bei einer Veranstaltung der Bundesbank. Angesichts der geopolitischen Spannungen sei es unerlässlich, bei der Zahlungsinfrastruktur „auf eigenen Beinen zu stehen“. Die Vision ist eine einheitliche, technologisch fortschrittliche europäische Bezahllösung.
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Der Fahrplan: Gesetze bis 2026, Piloten ab 2027
Nagels Zeitplan ist ambitioniert. Das Eurosystem bereitet sich darauf vor, den digitalen Euro 2029 ausgeben zu können. Eine entscheidende Hürde muss jedoch bis Ende 2026 genommen werden: die Verabschiedung des notwendigen EU-Rechtsrahmens.
Gelingt dies, könnten erste Pilotprojekte und Transaktionen bereits Mitte 2027 starten. Das Projekt durchläuft seit 2021 verschiedene Phasen. Nach der abgeschlossenen Vorbereitungsphase arbeitet das Eurosystem nun an der konkreten Umsetzung, mit Fokus auf Datenschutz und Nutzerfreundlichkeit.
Datenschutz als oberstes Gebot
Ein zentraler Streitpunkt ist der Schutz der Privatsphäre. Nagel versicherte, der Datenschutz habe höchste Priorität. Das Eurosystem werde nicht nachvollziehen können, wer hinter einzelnen Zahlungen stecke. Die angestrebte Anonymität soll der von Bargeld nahekommen.
Die Geschäftsbanken sollen als zentrale Schnittstelle zwischen Bürgern und der Zentralbank fungieren. Nutzer könnten den digitalen Euro dann über ihre Hausbank in Wallets auf dem Smartphone halten. Die Banken fürchten zwar Konkurrenz, doch Nagel sieht genug Platz für private und öffentliche Anbieter. Private Initiativen wie die europäische Zahlungslösung Wero könnten sogar von der Reichweite des digitalen Euro profitieren.
Kampf gegen die Dominanz von Visa und Mastercard
Hinter dem Projekt steckt eine klare strategische Analyse. Fast zwei Drittel aller Kartenzahlungen im Euroraum laufen über die US-Anbieter Visa und Mastercard. Diese Abhängigkeit gilt in Frankfurt und Berlin als nicht hinnehmbares Risiko.
Der digitale Euro als öffentliches Gut soll eine sichere und kosteneffiziente Alternative schaffen. Er dient als monetärer Anker im digitalen Zeitalter und soll verhindern, dass private Stablecoins oder digitale Staats-Währungen anderer Länder den Euro verdrängen.
Nächste Hürde: Der Brüsseler Gesetzesdschungel
Alle Augen richten sich nun auf Brüssel. Die nächsten Monate im Europäischen Parlament und im Rat der EU sind entscheidend. Tausende von Änderungsanträgen zum komplexen Gesetzespaket müssen bearbeitet werden.
Erst nach diesem legislativen Marathon fällt die endgültige Entscheidung über die Einführung. Bis dahin treibt die EZB mit der Bundesbank die technischen Vorbereitungen voran. Für Verbraucher soll die Nutzung freiwillig bleiben – eine zusätzliche Wahlmöglichkeit im Portemonnaie der Zukunft.
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