ANALYSE: UBS sagt Sartorius Nachfrageschub und beschleunigtes Wachstum voraus
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 10:13 Uhr | dpa.deDen bisher in diesem Jahr eher mäßig gelaufenen Anteilsscheinen des MDax DE0008467416-Konzerns traut Analyst Matthew Weston daher "signifikantes" Aufwärtspotenzial zu, wie er in einer am Donnerstag vorliegenden Studie schrieb.
Sein Kursziel für die Vorzugsaktien hob der Experte von 240 auf 300 Euro an und stufte seine Empfehlung von "Neutral" auf "Buy" hoch. Seine Umsatz- und Ergebnisprognosen bis 2031 für den Konzern polierte er im Schnitt um rund drei Prozent auf. Bei der Kalkulation des Kursziels berücksichtigte er jetzt auch eine 20-prozentige Bewertungsprämie gegenüber dem Sektor.
Treiber des Wachstums bei den Göttingern dürfte laut Weston die wichtige Biopharmazie-Sparte Bioprocess Solutions (BPS) werden, die für rund 80 Prozent der Konzernumsätze steht. Der Geschäftsbereich läuft maßgeblich unter dem Dach der französischen Tochter Sartorius Stedim Biotech FR0013154002
Für die BPS-Sparte erwartet Weston eine anhaltend starke Nachfrage nach sogenannten Verbrauchsmaterialien für die Herstellung biopharmazeutischer Medikamente. Hierzu zählen etwa einmal verwendbare Beutel und Schläuche für das Ansetzen oder den Transport von Zellkulturen sowie Filter und Membranen beispielsweise für die Reinigung von Wirkstoffen. Da es sich um Einwegmaterialien handelt, bescheren sie dem Konzern wiederkehrende Umsätze.
Rückenwind für die Verbrauchsmaterialien, die für rund vier Fünftel der gesamten BPS-Umsätze beisteuern, kommt laut Weston generell durch den zunehmenden Einsatz von Arzneimitteln angesichts einer alternden Bevölkerung. Zudem hätten Pharmakonzerne derzeit einen hohen Anteil biologischer Wirkstoffe in ihren Forschungspipelines, und ab 2028 sagt Weston dann einen kräftigen allgemeinen Produktionsanstieg durch große Biotech-Blockbuster voraus.
Allgemein erwartet die UBS deshalb für den Bioprocess-Markt bis 2031 ein durchschnittliches jährliches Nachfrageplus von gut 9 Prozent. Das durchschnittliche Wachstum von Sartorius' Bioprozess-Sparte dürfte nach Westons Einschätzung mit fast 11 Prozent pro Jahr aber noch darüber liegen.
Der Experte geht zwar davon aus, dass Verbrauchsmaterialien tendenziell immer häufiger eingesetzt werden, weil sie im Vergleich günstiger seien. Dennoch rechnet er auch mit einer Erholung der Nachfrage nach Instrumenten der Bioprozess-Sparte. Hier hat Sartorius beispielsweise Bioreaktoren, Filtrations-Geräte und Zellkultur-Systeme im Programm.
Für einen Nachfrageschub bei den Geräten dürfte vor allem die von US-Präsident Donald Trump forcierte Verlagerung von Biopharma-Produktion in Richtung Vereinigte Staaten sorgen. Dabei sei mit zwei Wellen zu rechnen: Zunächst mit Bestellungen für die Erweiterung bestehender Anlagen ab dem ersten Halbjahr 2027 und erste Auslieferungen in der zweiten Jahreshälfte. Ab 2028/29 dürften dann auch Buchungen für neue Fabriken hinzukommen. Diese Entwicklung könnte Sartorius laut Weston zusätzlich 6 bis 8 Prozentpunkte Wachstum bescheren - allerdings bei geringeren Margen.
Mit der neuen Sartorius-Einstufung "Buy" geht die UBS davon aus, dass die Gesamtrendite der Aktie (Kursgewinn plus Dividende) auf Sicht von zwölf Monaten um mindestens sechs Prozent über der von der UBS erwarteten Marktrendite liegt./tav/tih/jha/
Analysierendes Institut UBS.
Veröffentlichung der Original-Studie: 19.08.2026 / 21:30 / GMT Erstmalige Weitergabe der Original-Studie: 20.08.2026 / Uhrzeit in Studie nicht angegeben / Zeitzone in Studie nicht angegeben
