DGE-Empfehlungen, Debatte

DGE-Empfehlungen: Debatte über Unabhängigkeit entbrannt

19.02.2026 - 01:30:12 | boerse-global.de

Die Unabhängigkeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird nach US-Debatten hinterfragt. Das Ministerium verteidigt die wissenschaftliche Basis der aktuellen 75-25-Regeln.

Die Diskussion um eine ausgewogene Ernährung hat eine neue politische Dimension erhalten. Auslöser ist eine transatlantische Debatte über den Einfluss von Lobbygruppen auf staatliche Ernährungsrichtlinien.

US-Debatte wirft Schatten auf Deutschland

Den Anstoß lieferte ein aktueller Bericht der Märkischen Oderzeitung. Er vergleicht die kürzlich thematisierten US-Ernährungsrichtlinien mit den deutschen Standards. In den USA kritisieren Experten den großen Einfluss der Agrar- und Lebensmittelindustrie auf die offiziellen Empfehlungen.

Diese Debatte wirft nun auch Fragen zur deutschen Praxis auf: Wie resistent sind die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gegenüber externer Einflussnahme? Im Gegensatz zu den USA, wo das Landwirtschaftsministerium direkt beteiligt ist, operiert die DGE hierzulande als eingetragener Verein.

Ministerium verteidigt wissenschaftliche Basis

Als Reaktion auf die aufkeimende Diskussion bekräftigte diese Woche ein Sprecher des Bundesernährungsministeriums (BMEL) die Unabhängigkeit der DGE. Die Fachgesellschaft sei politisch unabhängig und nicht weisungsgebunden.

Das Ministerium selbst gebe keine konkreten Ernährungsempfehlungen heraus, sondern stütze seine Arbeit auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse der DGE. Diese Klarstellung soll das Vertrauen in die seit März 2024 geltenden Standards festigen.

Was die aktuellen Regeln empfehlen

Ungeachtet der politischen Debatte bleiben die DGE-Richtlinien mit dem Titel „Gut essen und trinken“ der maßgebliche Orientierungsrahmen. Sie basieren auf einem mathematischen Modell, das Gesundheit und Umweltbilanz berücksichtigt.

Die zentralen Säulen der Empfehlung sind:
* Pflanzenbetonte Basis: Mindestens 75 Prozent der Ernährung sollten aus pflanzlichen Lebensmitteln bestehen.
* Tierische Produkte als Ergänzung: Der Anteil von Milch, Eiern, Fleisch und Fisch sollte 25 Prozent nicht überschreiten.
* Qualität vor Quantität: Explizit empfohlen werden Vollkornprodukte sowie fünf Portionen Obst und Gemüse täglich.

Diese „75-25-Regel“ soll Zivilisationskrankheiten vorbeugen und Klimaziele im Ernährungssektor erreichen.

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Zwei Jahre nach der Reform: Kritik und Alltag

Die aktuelle Debatte fällt in eine Phase der Etablierung. Seit der Reform vor knapp zwei Jahren hat sich die Gemeinschaftsverpflegung in Kantinen und Mensen schrittweise angepasst.

Branchenkenner betonen: Die Diskussion über Unabhängigkeit sei wichtig, dürfe aber nicht den wissenschaftlichen Konsens untergraben. Die Struktur der DGE unterscheide sich grundlegend vom US-amerikanischen Ansatz. Verbraucherschützer fordern dennoch weiter maximale Transparenz bei der Besetzung der wissenschaftlichen Gremien.

Wohin steuert die Ernährungspolitik?

Für die kommenden Monate wird erwartet, dass der Fokus von der Grundsatzdebatte zurück auf die praktische Umsetzung rückt. Die digitale Integration gewinnt an Bedeutung.

Themen wie Ernährungstracking und die personalisierte Anpassung der DGE-Regeln per App spielen 2026 eine immer größere Rolle. Die DGE setzt weiter auf Aufklärung und hat bereits die Zulassungsempfehlungen für Ernährungsberater angepasst, um kommerzielle Interessen aus der Beratungspraxis fernzuhalten.

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