Immobilienwirtschaft, Frühjahrsbelebung

Deutsche Immobilienwirtschaft erlebt Frühjahrsbelebung

23.04.2026 - 22:42:31 | boerse-global.de

Neubau in Deutschland zieht trotz Krisen an. Staat fördert Wohnungen und Ladeinfrastruktur, während Immobilienpreise Richtung Rekordniveau klettern.

Deutsche Immobilienwirtschaft erlebt Frühjahrsbelebung - Foto: über boerse-global.de
Deutsche Immobilienwirtschaft erlebt Frühjahrsbelebung - Foto: über boerse-global.de

Die Preise für Wohnimmobilien klettern langsam in Richtung Rekordniveau von 2022.

Die Bundesregierung setzt dabei auf eine Mischung aus Deregulierung und finanziellen Anreizen. Besonders im sozialen Wohnungsbau und bei der Ladeinfrastruktur für E-Autos zeichnen sich Fortschritte ab.

Staatliche Förderung neu aufgelegt

Ein zentraler Baustein: die Reaktivierung der KfW-55-Förderung. Seit Mitte Dezember 2025 stehen dafür wieder 800 Millionen Euro bereit. Gebäude nach diesem Standard verbrauchen nur 55 Prozent der Energie eines Referenzhauses.

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Seit Mitte April läuft zudem eine neue Förderung für Ladeinfrastruktur in Mehrparteienhäusern. Pro Stellplatz gibt es bis zu 2.000 Euro Zuschuss.

Parallel treibt das Bauministerium eine Novellierung des Baugesetzbuchs voran. Das „Baugesetzbuch-Upgrade“ soll Planungsverfahren beschleunigen. Kernpunkt: In bestimmten Verfahren soll künftig keine Umweltverträglichkeitsprüfung mehr nötig sein. Stattdessen genügt eine strategische Umweltprüfung.

Die Schwelle für beschleunigte Verfahren im Innenbereich steigt von 20.000 auf 30.000 Quadratmeter. Naturschutzverbände warnen vor Flächenverlust – Befürworter versprechen sich mehr Wohnraum. Ein Kabinettsbeschluss ist noch vor der Sommerpause geplant.

Neue Wohnprojekte in ganz Deutschland

Die Umsetzung läuft. In Schwalmtal-Waldnied (Kreis Viersen) wurde heute der Grundstein für ein Mehrfamilienhaus gelegt. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft baut dort 16 Sozialwohnungen nach Effizienzhaus-Standard 55. Investitionsvolumen: 5,2 Millionen Euro. Fertigstellung: Frühsommer 2027.

Auch im Norden tut sich etwas. Die WG Schiffahrt-Hafen in Rostock plant knapp 150 Wohnungen im Stadtteil Lichtenhagen. Drei fünfgeschossige Gebäude in Hufeisenform – Investition: über 35 Millionen Euro. Der Bauantrag soll im Spätsommer 2026 eingereicht werden.

Ein weiteres Projekt mit 130 Wohnungen in der Rostocker Innenstadt ist für über 60 Millionen Euro geplant.

In Stuttgart entstehen auf dem ehemaligen Kodak-Areal über 400 neue Wohnungen. In Berlin-Moabit und Berlin-Dahlem werden bereits Neubauten angeboten. Die Preise liegen deutlich über dem Durchschnitt: Eine Drei-Zimmer-Wohnung in Moabit kostet rund 1.890 Euro, eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Dahlem etwa 1.630 Euro.

Mittelstädte unter Druck

Eine Immowelt-Analyse zeigt: Der Nachfragedruck verlagert sich zunehmend auf Mittelstädte mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern. In den letzten vier Jahren stiegen die Angebotsmieten dort um bis zu 20 Prozent. In 97 von 120 untersuchten Städten lag das Plus bei mindestens zehn Prozent.

Besonders starke Zuwächse gab es in Castrop-Rauxel, Bocholt, Kleve und Nordhorn. Trotzdem bieten Mittelstädte weiter Sparpotenzial. In Rosenheim liegt der Quadratmeterpreis mit 11,29 Euro rund 50 Prozent niedriger als im benachbarten München.

Die teuerste Mittelstadt bleibt Bad Homburg (13,09 Euro pro Quadratmeter), die günstigste Plauen (5,83 Euro).

Auch die Infrastruktur wächst

In Braunschweig eröffnete gestern ein neuer Schnellladepark von IONITY mit 14 Hochleistungs-Ladepunkten. In Hessen ging am Standort Lohfeldener Rüssel ein Ladepark für E-Lkw in Betrieb. Das Projekt von Milence ist der erste Standort in Hessen mit integriertem Batteriespeichersystem. Die Ladezeiten liegen zwischen 45 und 90 Minuten.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen bleiben schwierig

Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) erwartet für 2026 einen Preisanstieg bei Wohnimmobilien zwischen 2,5 und 4,5 Prozent. Bereits im vierten Quartal 2025 stiegen die Preise um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. VDP-Präsident Bergmann spricht von einer Annäherung an die Rekordwerte vom Sommer 2022.

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Gleichzeitig sorgt der Iran-Krieg für Unsicherheit an den Finanzmärkten. Eine mögliche Leitzinserhöhung der EZB im April könnte die Finanzierungskosten weiter steigen lassen. Aktuell liegen die Bauzinsen für zehnjährige Kredite bei knapp vier Prozent.

Neue Regeln für Mieter und Vermieter

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig legte im Februar einen Entwurf zur Mietrechtsreform vor. Geplant ist eine Deckelung von Indexmieten auf 3,5 Prozent jährlich in angespannten Märkten. Der Möblierungszuschlag bei Kurzzeitmieten soll auf maximal fünf Prozent der Nettokaltmiete begrenzt werden.

In Berlin wird über ein Mietenkataster diskutiert. Vermieter müssten dann Mietdaten für rund 1,75 Millionen Wohnungen digital offenlegen. Befürworter sehen darin ein Instrument zur besseren Kontrolle der Mietpreisbremse. Eigentümerverbände wie Haus & Grund kritisieren den bürokratischen Aufwand.

Ausblick: Stabilisierung auf niedrigem Niveau

Für 2026 rechnen Experten mit rund 230.000 neuen Wohnungen. Das liegt unter den politischen Zielen, aber die Baugenehmigungen stiegen im September 2025 um 30 Prozent.

Die Dynamik hängt davon ab, wie schnell die Beschleunigungsmaßnahmen im Baurecht greifen und ob die Förderprogramme die gestiegenen Kosten abfedern können.

Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt hoch. Etwa ein Drittel der Deutschen plant den Erwerb einer Immobilie – viele zögern aber wegen fehlenden Eigenkapitals oder Schuldenangst.

Der CDU-Wirtschaftsrat fordert eine Reform der Sozialwohnungsbelegung. Generalsekretär Wolfgang Steiger plädiert für eine Fehlbelegungsabgabe. Geförderter Wohnraum soll tatsächlich denjenigen zugutekommen, deren Einkommen innerhalb der Fördergrenzen liegt.

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