Aktien Frankfurt Ausblick: Schwacher Start mit Vorgaben - Nvidia-Anspannung
20.05.2026 - 08:19:19 | dpa.deNach seiner deutlichen Erholung, die am Dienstag wegen neuer Hoffnung im Iran-Krieg einsetzte, lässt der Dax DE0008469008 bei schwachen Vorgaben aus Asien zunächst wieder Federn. Der X-Dax DE000A0C4CA0 signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,45 Prozent auf 24.290 Punkte.
Tags zuvor war der Dax in der Hoffnung auf Entspannung in Nahost am Mittag bis auf 24.690 Punkte geklettert und hatte damit eine zwei Wochen alte Kurslücke im Chart geschlossen. Danach verließen ihn die Kräfte und das Kursplus schmolz bis zum Handelsende merklich zusammen. In den USA ging der Rückschlag der US-Indizes S&P 500 US78378X1072 und Nasdaq 100 US6311011026 von ihren KI-getriebenen Rekorden dann auch etwas weiter.
Während die Lage im Nahen Osten angespannt bleibt, warten die Anleger am Mittwoch gespannt auf die Zahlen des KI-Riesen Nvidia US67066G1040, die am Abend nach US-Handelsschluss anstehen. "Wenn Nvidia enttäuscht, könnte es ungemütlich werden", sagte Marktexperte Maximilian Wienke vom Broker Etoro. Nvidia sei längst kein normales Unternehmen mehr, sondern der zentrale Taktgeber des globalen KI-Booms. Ein Rekordhoch der Aktien in der Vorwoche lässt darauf schließen, dass die Erwartungen wie immer hoch sind.
In Deutschland sind am Mittwoch bei zwei Unternehmen Anteilsverkäufe von Aktionären ein Thema. Bei Renk DE000RENK730 verkaufte der Rüstungskonzern KNDS ein 5,8-Prozent-Paket, laut Händlern zu einem Platzierungspreis von 45,10 Euro. Bei Springer Nature DE000SPG1003 wurde ein 2,5-Prozent-Paket von BC Partners offenbar zu 18,75 Euro verkauft.
Die Springer-Aktien litten vorbörslich stärker darunter als Renk wegen des höheren Abschlags, der wohl in Kauf genommen wurde. Bei Renk war dieser im Vergleich zum Vortags-Schlusskurs nur 2,5 Prozent groß, bei Springer dagegen 8,5 Prozent. Händler hielten es am Morgen für möglich, dass dies bei Renk den Druck mildert. Renk wurden auf der Plattform Tradegate zuletzt zwei Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs gehandelt und Springer 5,6 Prozent.
Im Chemiesektor hat am Mittwoch das Analysehaus Jefferies seine Bewertungen neu sortiert: Während für Evonik DE000EVNK013 eine Kaufempfehlung ausgesprochen wurde, ist das Votum für Lanxess DE0005470405 nun mit "Underperform" ein Negatives. Brenntag DE000A1DAHH0 wurde außerdem auf ein neutrales "Hold" hochgestuft. Der Lanxess-Kurs gab daraufhin vorbörslich um 4,5 Prozent nach, während vor allem Evonik mit 2,1 Prozent Plus positiv reagierte.
Die Kurse der MDaxDE0008467416- und SDaxDE0009653386-Unternehmen Ottobock DE000BCK2223, PNE DE000A0JBPG2 und Jungheinrich DE0006219934 müssen ansonsten am Mittwoch bei der Beurteilung der Performance um die Auszahlung der Dividende bereinigt werden. Bei Ottobock bewegt sich der Kurs vorbörslich dennoch im Plus. Sie erholen sich nach einer Stellungnahme des Unternehmens zu einem kritischen Bericht des Leerverkäufers Grizzly, der am Vortag einen Kurssturz ausgelöst hatte.
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