Aktien Frankfurt: Erholung schreitet voran - Trump schiebt Iran-Angriff auf
19.05.2026 - 12:16:00 | dpa.deGut an kam bei den Anlegern, dass US-Präsident Donald Trump einen angeblich geplanten Angriff auf den Iran vertagt hat. Schon am Montag hatte sich im Verlauf Hoffnung auf eine Annäherung in den Verhandlungen breit gemacht, nachdem der Leitindex unter der Last hoher Ölpreise zunächst abgetaucht war.
Zur Mittagszeit bewegte sich der Dax am Dienstag 1,1 Prozent höher bei 24.586 Punkten. Am Vormittag hatte er sich mit fast 24.664 Punkten noch etwas deutlicher der 25.000-Punkte-Marke genähert, die vor knapp zwei Wochen letztmals angetestet worden war. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten legte am Mittag um 1,3 Prozent auf 31.855 Punkte zu. Auf europäischer Bühne stieg der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 um zuletzt 0,6 Prozent.
Am Vorabend ließ Trump verlauten, dass er einen angeblich für diesen Dienstag geplanten Angriff auf den Iran vorerst abgesagt habe. Mehrere Golfstaaten hätten ihn darum gebeten, den Angriff um wenige Tage zu verschieben. Es liefen "ernsthafte Verhandlungen" mit Teheran, schrieb der US-Präsident auf der Plattform Truth Social. Allerdings haben mehrere Golfstaaten-Vertreter dem "Wall Street Journal" zufolge erklärt, ihnen sei der vom US-Präsidenten erwähnte angebliche Plan für einen Angriff auf den Iran nicht bekannt.
"Dass dieser Konflikt heute nicht durch einen neuen Militärschlag eskaliert, ist ganz klar positiv zu bewerten", kommentierte der Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Auch die Ölpreise kamen wieder etwas von ihrem hohen Niveau zurück. Ob es hinter den Kulissen tatsächlich Annäherungen zwischen den USA und dem Iran gebe, darüber kann aber laut Altmann nur spekuliert werden.
Am Dienstag waren Werte gefragt, die zuletzt abgestoßen wurden, darunter neben Rüstungs- auch viele Softwareaktien. Aus dem Rüstungsbereich setzten die Rheinmetall DE0007030009-Aktien ihre jüngste Erholung mit einem Anstieg um mehr als vier Prozent fort. Aus dem Softwarebereich verbuchten die Titel von SAP DE0007164600, Nemetschek DE0006452907 und Atoss Software DE0005104400 Gewinne zwischen 5,9 und 12 Prozent.
Umgekehrt gab es Gewinnmitnahmen bei einigen Werten aus den Bereichen Halbleiter, Chemie und Solartechnologie, die zuletzt von einer Rally geprägt waren. Beim Chipkonzern Infineon DE0006231004 machte sich dies mit einem Abschlag von 2,2 Prozent bemerkbar. Titel von SMA Solar DE000A0DJ6J9 büßten fast acht Prozent ein, nachdem sich der Kurs 2026 zuletzt verdoppelt hatte.
Mit den finalen Zahlen der Hornbach Holding DE0006083405 gab es einen Nachzügler der Berichtssaison. Der Baumarktkonzern gab wegen anhaltenden Kostendrucks einen verhaltenen Ausblick ab. Dieser wurde begleitet von ermutigenden Aussagen zum Start in die Frühjahrssaison. Lag der erste Kurs noch knapp im Minus, konnten die Aktien zuletzt 0,4 Prozent zulegen.
Im MDax gehörten Aixtron DE000A0WMPJ6 und Knorr-Bremse DE000KBX1006 mit bis zu 4,2 Prozent zum Gewinnerkreis. Bei dem Halbleiterausrüster Aixtron half ein Auftrag des US-Unternehmens Lumentum, während Knorr-Bremse von einer Kaufempfehlung der US-Bank Citigroup profitieren.
Mächtig unter Druck gerieten dagegen die Titel von Ottobock DE000BCK2223, da der Prothesenhersteller just am Tag der Hauptversammlung vom Leerverkäufer Grizzly Research mit einem negativen Report konfrontiert wird. Der Kurs des Prothesenherstellers litt darunter mit zuletzt knapp zehn Prozent Minus.
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