Devisen, Euro

Devisen: Euro weiter schwach - Aussicht auf baldige Zinserhöhung schwindet

30.03.2026 - 21:08:47 | dpa.de

Der Kurs des Euro EU0009652759 ist am Montag im US-Handel unter Druck geblieben.

Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung 1,1462 Dollar. Im frühen europäischen Geschäft hatte der Euro noch über 1,15 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1484 (Freitag: 1,1517) US-Dollar fest.

EZB-Vertreter dämpften die Erwartung auf baldige Leitzinserhöhungen, die im Zuge der deutlichen gestiegenen Ölpreise aufgekommen waren. Dies belastete den Euro. "Die Finanzmärkte haben die Situation in den letzten Tagen etwas überinterpretiert", sagte der Präsident der französischen Notenbank in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der italienischen Tageszeitung "La Stampa". "Die Debatte über festgelegte Termine erscheint mir sehr verfrüht."

Neben Villeroy de Galhau hatte sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt. Die Europäische Zentralbank sollte ihre Reaktion auf den Iran-Krieg nicht überstürzen. "Wir haben Zeit, die Daten zu prüfen und zu analysieren, was tatsächlich geschieht", sagte Schnabel am Freitag bei einer Veranstaltung in Zürich.

Ausgelöst durch den Ölpreisschock sind in Deutschland die Verbraucherpreise im März deutlich gestiegen. Mit 2,7 Prozent erreichte die Inflationsrate den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer warnt: "Der Anstieg der Inflation im März ist erst der Anfang. Die höheren Energiekosten werden sich in den kommenden Monaten durch die Wertschöpfungsketten fressen, sofern der Krieg nicht rasch endet." Der Euro gab nach der Veröffentlichung der Daten weiter nach. Die Zahlen für den gesamten Euroraum werden am Dienstag veröffentlicht.

Auch der Vorsitzende der US-Notenbank dämpfte die Erwartungen auf eine mögliche Leitzinsanhebung. Die Inflationserwartungen scheinen "über den kurzfristigen Horizont hinaus gut verankert zu sein", sagte Jerome Powell bei einer Veranstaltung der Harvard Universität in Cambridge.

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