AKTIE IM FOKUS: SpaceX-Höhenflug geht weiter - Börsenwert am Amazon-Niveau
16.06.2026 - 12:15:24 | dpa.deVorbörslich legte sie gegenüber dem gestrigen Schlusskurs an der US-Technologiebörse Nasdaq um 10,7 Prozent auf 213,11 US-Dollar zu, woraus sich ein Anstieg des Börsenwerts auf knapp 2,79 Billionen Dollar ergeben würde.
Damit würde der Weltraum- und KI-Konzern von Elon Musk schon an seinem dritten Handelstag eine historisch beispiellose Wertsteigerung um gut eine Billion Dollar schaffen. Und das Vermögen von Musk - dem ersten Billionär der modernen Menschheitsgeschichte - ist nach Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg schon nach den ersten zwei SpaceX-Handelstagen auf knapp 1,3 Billionen Dollar gestiegen.
Außerdem würde SpaceX den Handels- und Technologieriesen Amazon US0231351067 beim Börsenwert fast einholen. Für diesen zeichnet sich mit einem vorbörslichen Kursplus von 0,7 Prozent ein Wert von 2,83 Billionen Dollar ab. Bald könnte der Neuling dann auf dem Parkett dem Softwaregiganten Microsoft US5949181045 auf die Pelle rücken. Dieser brachte an der Börse zuletzt gut drei Billionen Dollar auf die Waagschale.
Zumindest vorerst noch in einer anderen Liga spielen die absoluten Schwergewichte. Der KI-Chip-Hersteller Nvidia US67066G1040 als Platzhirsch ist mehr als fünf Billionen Dollar wert. Dahinter folgen der GoogleUS02079K1079-Mutterkonzern Alphabet US02079K3059 mit zuletzt knapp 4,5 Billionen und Apple US0378331005 mit 4,4 Billionen Dollar.
Doch gerade die Kursentwicklung der Nvidia-Aktie in den vergangenen zwei Jahren ist ein Paradebeispiel dafür, wie schnell sich der Aufstieg eines Unternehmens vollziehen kann. Lange war Nvidia vor allem Computerspiel-Freaks wegen seiner schnellen Grafikkarten-Prozessoren ein Begriff. Doch dann sorgte der Boom um Künstliche Intelligenz (KI) und große Sprachmodelle wie den Chatbot ChatGPT, die sich besonders gut mit leistungsfähigen Prozessoren wie denen von Nvidia trainieren lassen, für eine Kursvervielfachung.
Marktexperte Stephen Innes sprach mit Blick auf SpaceX von "der mit Abstand interessantesten Aktie", die er jemals gehandelt und über die er geschrieben habe. Denn der Börsengang habe es geschafft, "alle modernen Marktbeschleuniger an dieselbe Rakete zu schnallen", unter anderem die Begeisterung der Privatanleger, die Knappheit des Streubesitzes und den "Elon-Bewertungsaufschlag".
Im Vorfeld des Börsengangs hatten gut gelaufene Technologiewerte wie etwa Halbleiteraktien zeitweise unter Sorgen gelitten, ein so großer Börsengang wie der von SpaceX könnte massiv Liquidität aus der Branche abziehen. Doch Daten von Vanda Research zufolge haben Privatanleger an den ersten zwei SpaceX-Handelstagen ebenso viele Titel des Börsenneulings gekauft wie in der vergangenen Woche am gesamten US-Aktienmarkt, was diese Bedenken etwas entkräftete. Damit scheint zudem der Weg für die noch ausstehenden Börsengänge der KI-Unternehmen OpenAI und Anthropic geebnet.
Laut einer Erklärung vom Montag hat SpaceX die Mehrzuteilungsoption des Börsengangs ausgeübt, die es den Konsortialbanken ermöglicht, weitere 83,3 Millionen Aktien zu verkaufen. Durch diese sogenannte "Greenshoe"-Option erhöht sich der Emissionserlös nach Abzug der im Prospekt aufgeführten Emissionskosten auf 85,7 Milliarden Dollar.
Max Gokhman, Senior Vice President bei Franklin Templeton Investment Solutions, zeigte sich nicht überrascht von der hohen Nachfrage. Denn es habe viele Investoren und hier insbesondere Privatanleger gegeben, die anfangs nicht zum Zug gekommen seien.
