Dax, Zinsen

Dax steigt auf 25.409 Punkte trotz Zins- und Energie-Sorgen

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 17:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex schließt die Woche mit einem Plus von 0,6 Prozent. Banken und Adidas gehören zu den Gewinnern, während BASF deutlich nachgibt und Anleger weiterhin auf Energiepreise und Anleiherenditen achten.

Dax bleibt trotz Sorge vor steigenden Zinsen im Plus
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax hat den Handel am Freitag mit einem Plus beendet. Zum Xetra-Schluss stand der deutsche Leitindex bei 25.409 Punkten und damit 0,6 Prozent höher als am Vortag.

Commerzbank führt die Gewinner an

An der Spitze der Kursliste lagen die Aktien der Commerzbank, die bis kurz vor Handelsschluss um mehr als zwei Prozent zulegten. Dahinter folgten Adidas und die Deutsche Bank mit ebenfalls positiven Kursentwicklungen.

BASF deutlich unter Druck

Die stärksten Verluste verzeichneten die Papiere von BASF, die mehr als drei Prozent nachgaben. Auf den weiteren Plätzen der Verliererliste folgten Scout24 und Rheinmetall.

Zins- und Energiefragen belasten

Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies auf die Sorge vor weiter steigenden Zinsen und Anleiherenditen. Hohe Energiepreise hielten den Inflationsdruck aufrecht, während steigende Renditen die Finanzierungsbedingungen verschärften und der Konsum trotz erster Erholungssignale schwach bleibe.

Lipkow sieht dadurch ein zunehmendes Stagflationsrisiko an den Märkten. Für neue Impulse könne die bald beginnende Berichtssaison sorgen, wenn Unternehmen zeigen müssten, wie sie mit hohen Finanzierungskosten, Energiepreisen und zurückhaltender Nachfrage umgehen.

Euro gewinnt leicht

Die europäische Gemeinschaftswährung legte am Freitagnachmittag etwas zu. Ein Euro kostete 1,1397 US-Dollar, während ein Dollar 0,8774 Euro wert war.

Der Dax beendete die Woche bei 25.409 Punkten und legte damit trotz des Zins- und Renditedrucks zu. Ausschlaggebend für die kurzfristige Stabilisierung war ein Umfeld, in dem die Anleger die Belastungen durch Finanzierungskosten und Energiepreise gegen die Chancen einzelner Unternehmen abwogen.

Hohe Energiepreise wirken an den Märkten über mehrere Kanäle. Sie können die Produktions- und Transportkosten der Unternehmen erhöhen, die Kaufkraft der privaten Haushalte schwächen und den Inflationsdruck verlängern. Bleibt die Teuerung hartnäckig, sinkt der Spielraum der Notenbanken für Zinssenkungen. Steigende Anleiherenditen machen Aktien zudem im Vergleich zu festverzinslichen Anlagen weniger attraktiv und verteuern die Finanzierung von Investitionen.

Unternehmen im Fokus

Die Kursbewegungen im Dax zeigen, dass die Belastungen nicht alle Branchen gleich treffen. Banken können von höheren Zinsen über bessere Margen profitieren, während energieintensive Industrieunternehmen besonders empfindlich auf steigende Rohstoffkosten reagieren. Bei exportorientierten Konzernen kommen zudem Wechselkurs- und Nachfragerisiken hinzu.

Die anstehende Berichtssaison wird deshalb zu einem wichtigen Belastungstest. Entscheidend ist, ob die Unternehmen höhere Kosten weitergeben können, wie stabil ihre Nachfrage bleibt und ob sie ihre Gewinnprognosen trotz der schwierigeren Finanzierungsbedingungen halten. Für Anleger und Sparer bleibt damit vor allem die Entwicklung von Ölpreis, Anleiherenditen, Inflation und Unternehmensgewinnen maßgeblich.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Tagesschau: „Marktbericht: Sinkende Ölpreise bewegen DAX ins Plus“ (25.09.2026)

Der Beitrag ordnet die Kursgewinne am Wochenschluss vor allem einem leichten Rückgang der Ölpreise und der Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Iran-Krieg zu. Zugleich hebt er die weiterhin hohen Anleiherenditen und die Erwartung steigender Zinsen als Belastungsfaktoren hervor.

Focus: „Plötzlich fällt der Ölpreis – Iran macht überraschendes Angebot und verlangt im Gegenzug ein Ende der US-Blockade“ (25.09.2026)

Der Schwerpunkt liegt auf dem Ölmarkt und den politischen Signalen aus dem Iran. Der Artikel beschreibt den Rückgang der Ölpreise unter die zuvor erreichten Schwellen und ergänzt damit die Börsenperspektive um den geopolitischen Auslöser.

Übereinstimmung besteht darin, dass Ölpreise und Zinsentwicklung die Aktienmärkte prägen. Unterschiede ergeben sich beim Schwerpunkt: Während der eine Beitrag den Dax und die Marktreaktion betrachtet, konzentriert sich der andere auf die geopolitische Ursache der Preisbewegung.

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