Aktien Frankfurt: Dax klar ins Plus gedreht - Spekulation über US-Vorschlag
18.05.2026 - 14:56:19 | dpa.deAnfangs ging der Rückschlag vom vergangenen Freitag weiter, doch dann wurden die Anleger wieder mutiger und trieben den Leitindex zurück über die 24.000-Punkte-Marke. Spekulationen über neue Verhandlungsvorschläge von Seiten der USA und Iran sorgten dafür, dass es der Dax am Nachmittag mit 1,7 Prozent ins Plus schaffte auf 24.350,53 Punkte.
Das Thema des Tages waren zunächst wieder schärfere Töne zwischen dem Iran und den USA. Laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets wurden davon getriebene Kurse unter 24.000 Punkten schon am Vormittag zu "Schnäppchenkäufen" genutzt. Ins Plus vordringen konnte der Dax dann wegen Meldungen, wonach wohl weitere Lösungsideen ausgetauscht werden. Unter anderem soll die US-Seite iranischen Medien zufolge dazu bereit sein, Ölsanktionen gegen den Iran vorübergehend zu lockern.
Während es der Dax schon am Vormittag ins Plus schaffte, brauchten andere Indizes dafür etwas länger. Der MDax DE0008467416 schaffte es zuletzt aber auch mit 0,35 Prozent ins Plus auf 31.474 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx EU0009658145 in ähnlichem Maße auf 5.846 Punkte stieg. An den US-Börsen, die am Freitag unter Druck gestanden hatten, konnte zumindest die Nasdaq-Indikation zuletzt leicht ins Plus drehen.
Lipkow verwies im Dax auf bestimmte Werte als Stütze, darunter der Chipkonzern Infineon DE0006231004 mit mehr als drei Prozent Plus. Mit der Aktie spielten Anleger weiter das KI-Thema, genauso wie mit dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy DE000ENER6Y0, dessen Aktien zuletzt 3,5 Prozent zulegten. Im MDax und SDax DE0009653386 kamen die Spitzenreiter mit Nordex DE000A0D6554 und SMA Solar DE000A0DJ6J9 jeweils aus dem Energietechnikbereich.
Ein Erholungsversuch bei Rheinmetall DE0007030009 nahm nach einer Kaufempfehlung der Citigroup mit zuletzt vier Prozent Plus Formen an. Die US-Bank hält den Rücksetzer bei dem Rüstungskonzern für übertrieben, zumal ein Friedensabkommen im Krieg zwischen der Ukraine und Russland mit gegenseitigen Angriffen unwahrscheinlich bleibt. Bedenken an der Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben hat der Experte Charles Armitage zumindest nicht in Deutschland.
Schwäche zeigten im Dax die Autowerte. Die Titel von Mercedes-Benz DE0007100000, BMW DE0005190003 und Volkswagen DE0007664039 blieben mit bis zu 0,8 Prozent im Minus. Für Mollstimmung sorgte, dass die Wirtschaft im wichtigen Absatzmarkt China im April deutlich an Schwung verloren hat. Wichtige Konjunkturdaten enttäuschten.
Im MDax fielen die sechs Prozent höheren Sartorius-Titel DE0007165631 dagegen positiv auf. Bei dem Laborausrüster sorgte ein Bericht im "Wall Street Journal" für Gesprächsstoff, wonach der Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen ist. Damit würde ein Geflecht von Beteiligungen entstehen, weil Elliott selbst auch bei Sartorius im Boot ist.
Verluste verbuchten mussten Anleger der Commerzbank DE000CBK1001. Hier ging es um 0,6 Prozent bergab, nachdem Analysten von Keefe Bruyette & Woods nach gutem Lauf ihr optimistisches Votum einkassierten, das erst zwei Monate alt war. Kursseitig kaum für Bewegung sorgte, dass das Finanzinstitut ein Übernahmeangebot der italienischen Unicredit IT0005239360 als unattraktiv zurückweist.
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