DeepSeek: USA werfen chinesischem KI-Star verbotene Nvidia-Chips vor
24.02.2026 - 15:19:56 | boerse-global.deDie USA beschuldigen das chinesische KI-Unternehmen DeepSeek, sein neuestes Modell mit hochleistungsfähigen Nvidia-Chips trainiert zu haben, die für China unter Embargo stehen. Diese Vorwürfe stellen die Wirksamkeit amerikanischer Exportkontrollen fundamental infrage und heizen den Technologiekonflikt zwischen den Supermächten weiter an.
Ein hochrangiger US-Regierungsvertreter teilte am Dienstag mit, das für diese Woche erwartete neue KI-Modell von DeepSeek sei mit Hilfe der verbotenen Nvidia Blackwell-Chips entwickelt worden. Diese Prozessoren sind die derzeit leistungsstärksten KI-Beschleuniger und unterliegen strikten Exportbeschränkungen. DeepSeek hatte in den letzten Monaten mit Modellen aufsehenerregt, die mit Spitzenprodukten von OpenAI oder Google mithalten können.
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Verdacht: Verbotene Chips in Innerer Mongolei im Einsatz
Laut dem US-Offiziellen soll der Cluster aus Blackwell-Chips in einem DeepSeek-Rechenzentrum in der Inneren Mongolei betrieben werden. Wie das Unternehmen an die embargoierten Prozessoren gelangt sein könnte, wurde nicht detailliert. „Wir liefern keine Blackwell-Chips nach China“, stellte der Beamte jedoch klar. Die Vorwürfe zeigen das anhaltende Problem Washingtons auf: Trotz umfassender Sanktionen florieren Graumärkte für Hochleistungschips.
Die chinesische Botschaft in Washington wies die Vorwürfe zurück. Peking lehne die „Politisierung wirtschaftlicher und technologischer Fragen“ sowie eine übermäßige Ausweitung des Sicherheitsbegiffs durch Exportkontrollen ab. Nvidia äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Das US-Handelsministerium und DeepSeek selbst haben noch nicht reagiert.
„Destillation“: Der Vorwurf des Technologietransfers
Neben der Hardware wirft der US-Vertreter DeepSeek auch eine spezielle Trainingsmethode vor: die „Destillation“. Dabei lernt ein neues Modell von den Ausgaben etablierter, leistungsfähigerer KI-Systeme. Der Beamte vermutet, dass DeepSeek Modelle von US-Firmen wie OpenAI, Google, Anthropic oder xAI für diesen Wissenstransfer genutzt hat.
Bereits früher hatten US-KI-Labore ähnliche Bedenken geäußert. OpenAI hatte dem Kongress gegenüber gewarnt, DeepSeek nutze ausgeklügelte Methoden, um Daten und Erkenntnisse aus amerikanischen Modellen zu extrahieren. Die Kombination aus Spitzen-Hardware und effizienten Trainingsmethoden erklärt den rasanten Aufstieg des Unternehmens aus Hangzhou.
Globale Konsequenzen: Sanktionen unter Druck
Die Vorwürfe stellen die gesamte chinesische KI-Branche unter verschärfte Beobachtung. Sollten sie sich bewahrheiten, wäre das ein direkter Affront gegen die US-Sanktionspolitik. Die Debatte unter US-Politikern dürfte sich nun verschärfen: Wie lässt sich Chinas Zugang zu kritischer KI-Technologie wirksam beschränken, die auch militärisch nutzbar wäre?
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Für die Industrie unterstreicht der Fall den immensen globalen Hunger nach Hochleistungs-Chips. Er zeigt auch, wie findig Unternehmen trotz Handelsbarrieren an diese Schlüsselkomponenten gelangen. Die Kontroverse könnte sogar laufende Genehmigungsverfahren beeinflussen – etwa für den Verkauf der etwas weniger leistungsstarken Nvidia H200-Chips nach China.
Was kommt jetzt? Untersuchungen und ein härterer Kurs
In den kommenden Wochen dürfte der Fall weitere Kreise ziehen. Das US-Handelsministerium könnte eine formelle Untersuchung einleiten. Der Druck auf die Regierung wächst, das Exportkontrollregime strikter durchzusetzen. Für DeepSeek trübt der Skandal den Start seines neuen Modells – und könnte die internationale Rezeption erheblich belasten.
Der Vorfall ist ein weiteres Alarmsignal im technologischen Wettlauf zwischen den USA und China. Beide Mächte betrachten die KI-Vorherrschaft als strategischen Imperativ. Der Kampf um Zugang zu Schlüsseltechnologien wie Hochleistungschips wird sich weiter zuspitzen. Die Methoden des KI-Trainings bleiben ein zentraler Streitpunkt in dieser Rivalität.
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