Dax steigt am Freitagmittag auf 25.535 Punkte trotz Huthi-Angriffen
Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 12:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat am Freitag nach einem bereits positiven Start in den Handelstag bis zum Mittag weiter zugelegt. Gegen 12:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.535 Punkten berechnet, 0,7 Prozent über dem Schlussniveau vom Vortag.
Siemens-Titel führen, Chemie- und Softwarewerte schwächer
An der Spitze der Kursliste rangierten derweil Siemens Energy, Siemens und die Münchener Rück. Verluste mussten dagegen unter anderem die Papiere von BASF, SAP und Brenntag hinnehmen, die damit zu den schwächeren Werten im Index zählten.
Energiepreise als Treiber der Marktstimmung
"Die Energiepreise bleiben das Hauptthema an den Finanzmärkten", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets. "Insbesondere die Lieferkettenstörungen in Saudi-Arabien durch Angriffe der Huthi-Rebellen haben die Notierungen der Ölsorten in den vergangenen Tagen verteuert. Inflationssorgen und die Angst der Investoren vor einem Stagflationsszenario in Europa und den USA sind die Folge."
Der Analyst verwies darauf, dass steigende Energiepreise Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen belasten und sich so direkt auf die Wachstumsaussichten auswirken können. Gleichzeitige Inflations- und Konjunkturrisiken sorgen aus seiner Sicht für erhöhte Nervosität an den Märkten.
Notenbanken in einer schwierigen Lage
"Die Notenbanken geraten in die Zwickmühle und müssen sehr vorsichtig agieren. Sie müssen sich entscheiden, ob sie entweder die Preissteigerungen mit geldpolitischen Straffungsmaßnahmen bekämpfen, damit aber das Risiko eingehen, das Wachstum zu bremsen. Oder aber sie fahren eine lockere Zinspolitik und fördern das Wirtschaftswachstum, einhergehend mit dem Risiko von weiter steigenden Preisen", so Lipkow weiter.
Der Marktbeobachter beschrieb dies als "keine einfache Situation, die sich dann auch an den Anleihemärkten in steigenden Renditen und fallenden Anleihekursen äußert". Für die weitere Entwicklung verwies er auf die für 14:30 Uhr geplanten Verbraucherpreise aus den USA, die seiner Einschätzung nach vor dem Wochenende noch einmal zusätzliche Dynamik in den Handel bringen dürften.
Währungen und Edelmetalle im Blick
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1592 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8627 Euro zu haben. Der Goldpreis konnte dagegen profitieren, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.349 US-Dollar gezahlt, ein Plus von 0,7 Prozent. Das entspricht einem Preis von 120,62 Euro pro Gramm.
Ölpreis gibt deutlich nach
Der Ölpreis sank unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 12 Uhr deutscher Zeit 103,70 US-Dollar. Das waren 389 Cent oder 3,6 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags. Trotz der jüngsten Angriffe der Huthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien gaben die Ölnotierungen damit zunächst nach, während sich die Aufmerksamkeit der Anleger auf die anstehenden US-Preisdaten und die Reaktion der Notenbanken richtet.
Der erneute Kursanstieg des Dax am Freitagmittag erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Unsicherheit an den Energie- und Rohstoffmärkten. Die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Ziele in Saudi-Arabien treffen einen der zentralen Standorte der globalen Ölproduktion und -logistik. Störungen der Lieferketten können Angebotsschocks auslösen, die sich schnell in höheren Energiepreisen niederschlagen und so über direkte und indirekte Effekte auf Verbraucherpreise und Unternehmenskosten wirken.
Finanzmärkte zwischen Energiepreis-Schock und Zinsrisiko
Vor diesem Hintergrund sind die Aussagen von Marktanalyst Andreas Lipkow typisch für die derzeitige Lage an den Finanzmärkten: Steigende Energiepreise nähren die Sorge, dass die Inflation trotz bereits abgekühlter Konjunktur wieder anziehen oder auf hohem Niveau verharren könnte. Eine solche Konstellation wird als Stagflationsrisiko beschrieben – also die Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Teuerung. Für Aktienanleger bedeutet das, dass zyklische Branchen und energieintensive Geschäftsmodelle besonders unter Druck geraten können, während Titel von Unternehmen mit stabilen, weniger energieabhängigen Einnahmen tendenziell gesucht werden.
Notenbanken im Fokus und Bedeutung für Anleger
Die zentrale Rolle der Notenbanken ergibt sich daraus, dass sie auf anhaltenden Preisauftrieb mit höheren Leitzinsen reagieren könnten, was Kredite verteuert und Investitionen bremst. Bleiben sie dagegen zu locker, droht ein länger anhaltend hohes Inflationsniveau, das Kaufkraft und Ersparnisse angreift. Die angekündigten US-Verbraucherpreise am Nachmittag sind deshalb ein wichtiger Referenzpunkt für die Märkte: Bestätigen sie stärkeren Inflationsdruck, könnten Anleiherenditen weiter steigen und zinssensible Aktien zusätzlich belastet werden. Für private Anleger bleibt entscheidend, Risikostreuung zu wahren, die Abhängigkeit einzelner Titel von Energiepreisen und Zinskursen im Blick zu behalten und kurzfristige Ausschläge vom längerfristigen Anlagehorizont zu trennen.
