China verdrängt USA wieder als Deutschlands wichtigsten Handelspartner
06.02.2026 - 12:54:12
Deutschlands Außenhandel kippt 2025 zurück in alte Abhängigkeiten. Neue US-Zölle bremsen Exporte, während chinesische Importe kräftig zulegen – eine problematische Mischung für die exportorientierte Wirtschaft.
Wiesbaden – Das vorläufige Handelsranking des Statistischen Bundesamtes bringt eine deutliche Trendwende: China ist nach nur einem Jahr Unterbrechung wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner und verdrängt die USA auf Platz zwei. Die Entwicklung offenbart, wie sehr die deutsche Wirtschaft zwischen amerikanischem Protektionismus und asymmetrischer Abhängigkeit von China gefangen ist.
US-Zölle bremsen Exporte massiv aus
Der dramatischste Einbruch zeigt sich bei den Ausfuhren in die USA. Seit der Rückkehr Donald Trumps ins Weiße Haus und der Einführung aggressiver Handelspolitik kämpfen deutsche Exporteure gegen massive Widerstände. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten brachen 2025 um 9,3 Prozent ein.
Ein pauschaler Zoll von etwa 15 Prozent auf EU-Waren traf Schlüsselbranchen wie den Automobilbau, den Maschinenbau und die Chemieindustrie besonders hart. „Die US-Zollpolitik ist ein entscheidender Grund für den Umsatzeinbruch“, bestätigt Dirk Jandura, Präsident des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA). Deutschlands Handelsüberschuss mit der größten Volkswirtschaft der Welt schrumpfte auf 52,2 Milliarden Euro – den niedrigsten Stand seit 2021.
EU-Importeure und Exportverantwortliche müssen die neue CBAM-Verordnung jetzt auf dem Schirm haben. Angesichts des starken Anstiegs von Importen – rund 8 Prozent mehr Waren aus China – können fehlende CO2-Daten zu Meldepflichten, Aufwand und Bußgeldern führen. Ein kostenloses E-Book erklärt praxisnah, welche Waren meldepflichtig sind, welche Ausnahmen gelten und wie Sie Berichtspflichten sicher erfüllen. Ideal für Importeure, Logistiker und Compliance-Verantwortliche. CBAM-Reporting jetzt rechtssicher umsetzen
China-Importe boomen – Exporte schwinden
Während der Handel über den Atlantik einbricht, fließen mehr Waren aus China nach Deutschland. Die Importe stiegen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 8 Prozent. Getrieben wird dieser „Importboom“ durch die Nachfrage nach günstiger Elektronik, Komponenten für erneuerbare Energien und Konsumgütern.
Doch das hohe Handelsvolumen mit China trügt. Die Bilanz wird zunehmend asymmetrisch. Deutsche Ausfuhren in die Volksrepublik brachen schätzungsweise um über 13 Prozent ein. Schwache Binnennachfrage in China und der wachsende Wettbewerb durch einheimische Marken – besonders im Elektrofahrzeugsektor – kosten deutsche Unternehmen Marktanteile.
„Der erneute Anstieg der Importe aus China ist besorgniserregend, besonders gepaart mit sinkenden Exporten“, analysiert Carsten Brzeski, Global Head of Macro bei ING. Deutschland werde zunehmend zum Absatzmarkt für chinesische Hochtechnologiegüter, nicht nur zum Lieferanten von Industrieanlagen.
Industrie warnt vor „Worst-Case-Szenario“
Die neuen Daten befeuern die Debatte über die Widerstandsfähigkeit des deutschen Geschäftsmodells. Wirtschaftsverbände schlagen Alarm angesichts des doppelten Drucks aus beiden Handelsgroßmächten. Die Kombination aus amerikanischem Protektionismus und chinesischer Konkurrenz gleiche einem „Worst-Case-Szenario“ für eine auf offene globale Märkte ausgelegte Wirtschaft.
Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (IW) sehen ihre Warnungen bestätigt: Die enge transatlantische Handelsbeziehung steht unter erheblicher Belastung. Der US-Markt kann Schwächen in Asien nicht mehr ausgleichen.
Die politischen Implikationen sind komplex. Während die US-Regierung auf eine Entkopplung von China drängt, zeigt die deutsche Statistik eine Reintegration – angetrieben durch Importe. Ist das eine Absage an Entflechtungsstrategien?
Ausblick 2026: Weiter düstere Wolken am Handelshorizont
Für 2026 zeichnet sich keine schnelle Entspannung ab. Die US-Zölle dürften bestehen bleiben oder sogar verschärft werden. Eine Erholung der transatlantischen Exporte ist unwahrscheinlich.
Gleichzeitig könnten die eigenen Handelsabwehrinstrumente der EU gegen chinesische Subventionen zu Vergeltungsmaßnahmen führen. Für deutsche Exporteure wird die Lage noch komplizierter. Die Handelsstatistik für 2025 ist ein deutlicher Weckruf: Die deutsche Wirtschaft bleibt verwundbar durch externe Schocks und die sich ständig verschiebenden Gezeiten des Welthandels.
Das Statistische Bundesamt will die endgültigen, detaillierten Daten für 2025 in den kommenden Wochen veröffentlichen. Sie werden genaueren Aufschluss über die Leistung einzelner Wirtschaftszweige geben.
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