Chemikaliengesetz: Bundestag entscheidet über F-Gas-Ausstieg
20.02.2026 - 09:10:12 | boerse-global.deDie deutsche Wirtschaft steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. In der kommenden Woche stimmt der Bundestag über die nationale Umsetzung der strengen EU-F-Gase-Verordnung ab. Für Tausende Betriebe mit Kälte-, Klima- oder Wärmepumpenanlagen beginnt damit die verbindliche Phase der Anpassung. Der Gesetzentwurf zum Chemikaliengesetz zwingt zum schrittweisen Abschied von klimaschädlichen Kältemitteln.
Vom EU-Beschluss zum deutschen Gesetz
Im Zentrum der Debatte steht das Fünfte Gesetz zur Änderung des Chemikaliengesetzes. Es soll die seit März 2024 geltende EU-Verordnung (EU) 2024/573 endgültig in deutsches Recht überführen. Der Entwurf sieht neue Verbote für den Vertrieb bestimmter F-Gas-haltiger Produkte vor und führt konkrete Sanktionen ein. Bei schweren oder wiederholten Verstößen können Behörden künftig hohe Strafen bis hin zu temporären Handelssperren verhängen. Ziel ist es, die europäischen Klimavorgaben durchzusetzen und den illegalen Handel mit nicht-konformen Kältemitteln zu stoppen.
Beschleunigter Ausstieg bis 2050
Die EU-Verordnung verschärft die Regeln drastisch. Ihr Kern ist ein beschleunigter „Phase-Down“: Die verfügbare Menge an teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) wird schrittweise reduziert – bis 2050 auf null. Dieser faktische Ausstieg zwingt die Industrie zum Wechsel auf Kältemittel mit niedrigem Treibhauspotenzial (GWP). Betroffen sind Stoffe wie R410A oder R134a, die noch in Millionen Anlagen stecken. Gefördert werden stattdessen natürliche Alternativen wie Propan (R290), CO₂ (R744) oder Ammoniak (R717).
Was die neuen Verbote für Betriebe bedeuten
Für Unternehmen ergeben sich klare, zeitkritische Pflichten. Die Verordnung sieht gestaffelte Verbote für neue Anlagen mit bestimmten F-Gasen vor. Für Monoblock-Wärmepumpen und Klimaanlagen greifen weitreichende Beschränkungen ab 2032, für Split-Systeme ab 2035.
Bestehende Anlagen genießen zwar Bestandsschutz. Doch die Verfügbarkeit von Service-Kältemitteln mit hohem GWP wird rapide sinken. Experten warnen vor steigenden Preisen und Lieferengpässen. Das macht die Lebenszykluskosten für Altanlagen schwer kalkulierbar. Spezielle Ausnahmen, etwa für Kühler in der Halbleiterindustrie mit einer Frist bis Ende 2029, bestätigen die Regel.
Strengere Pflichten für Betreiber und Servicetechniker
Die neuen Regeln legen Betreibern umfassende Pflichten auf. Dazu gehören regelmäßige, streng dokumentierte Dichtheitskontrollen. Die Intervalle richten sich nach der Kältemittelfüllmenge in CO₂-Äquivalenten.
Eine wichtige Neuerung: Der Erfolg einer Leckage-Reparatur darf erst nach 24 Stunden überprüft werden. Die bisherige Praxis der Sofortkontrolle ist damit beendet. Auch die Anforderungen an die Zertifizierung von Personal und Betrieben werden ausgeweitet. Bestehende Zertifikate bleiben gültig, müssen aber künftig alle sieben Jahre durch Auffrischungskurse erneuert werden. All diese Maßnahmen sollen Emissionen durch unsachgemäße Handhabung minimieren.
Betreiber und Servicetechniker müssen sich jetzt auf den sicheren Umgang mit brennbaren oder toxischen Kältemitteln vorbereiten. Ein kostenloses E‑Book mit vollständig bearbeitbarer PowerPoint‑Unterweisung, rechtssicheren Inhalten und praktischen Übungen erleichtert die Auffrischungskurse und die Dokumentation nach den neuen Regeln. Jetzt kostenlose Gefahrstoff-Unterweisung herunterladen
Rechtsicherheit für die Klimawende
Die nationale Umsetzung schafft nach langen Verhandlungen endlich Planungssicherheit. Sie ist ein zentraler Baustein für die deutschen und europäischen Klimaziele, denn F-Gase haben eine vielfach stärkere Treibhauswirkung als CO₂.
Zur Unterstützung hat das Umweltbundesamt (UBA) einen umfassenden FAQ-Katalog veröffentlicht. Der Leitfaden klärt Detailfragen zu Betreiberpflichten, Zertifizierung und Kennzeichnung. Branchenverbände drängen nun auf Investitionen in die Aus- und Weiterbildung. Nur so kann der sichere Umgang mit brennbaren oder toxischen natürlichen Kältemitteln gewährleistet werden.
Der Countdown für die Industrie läuft
Nach der erwarteten Verabschiedung des Gesetzes beginnt die Phase der praktischen Umsetzung. Die nächsten Stichtage rücken näher: Ab 2027 gelten weitere strenge GWP-Obergrenzen für viele Anwendungen.
Unternehmen müssen ihre Investitionsentscheidungen für neue Anlagen ab sofort im Licht der verschärften Gesetze treffen. Langfristige Strategien sollten den vollständigen Umstieg auf natürliche Kältemittel vorsehen. Die Verfügbarkeit von F-Gasen für Wartungszwecke wird sich weiter verknappen, besonders ab 2032. Proaktives Handeln ist jetzt der Schlüssel, um Kosten zu kontrollieren, konform zu bleiben und zukunftsfähig zu sein.
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