Bundestag beschließt radikale Reform der Altersvorsorge
31.03.2026 - 10:31:19 | boerse-global.deDer Bundestag hat die private Altersvorsorge auf den Kopf gestellt. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot und vereinfachten Zulagen reagiert die Politik auf die mageren Erträge der Vergangenheit. Ab 2027 beginnt eine neue Ära der privaten Vorsorge.
Das Riester-System ist Geschichte
Das Parlament verabschiedete vergangene Woche das Ende des komplexen Riester-Systems. Herzstück der Reform ist das neue Altersvorsorgedepot. Der größte Wandel: Die bisher zwingende Beitragsgarantie fällt weg. Sparer können künftig frei wählen – zwischen Vollgarantie, Teilgarantie oder komplettem Verzicht.
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Diese Garantie war bisher das Hauptproblem. Sie zwang Versicherer, das Geld in niedrig verzinste Staatsanleihen zu stecken. Jetzt können Anleger stärker in renditestarke Aktienfonds und ETFs investieren. Ein gesetzliches Standarddepot soll die Auswahl erleichtern. Seine jährlichen Kosten sind auf 1,0 Prozent gedeckelt.
Staat schießt 50 Cent pro Euro zu
Auch die staatliche Förderung wird radikal vereinfacht. Das undurchsichtige System aus Grund- und Kinderzulagen ist passé. Ab 2027 gilt das 50-Cent-Prinzip: Für jeden selbst eingezahlten Euro gibt der Staat 50 Cent dazu.
Die Förderung ist auf einen Eigenbeitrag von 360 Euro pro Jahr gedeckelt. Maximal fließen also 180 Euro vom Staat. Die neue Regelung soll vor allem Geringverdienern einen Anreiz bieten.
Ein weiterer großer Schritt: Selbstständige und Freiberufler sind jetzt mit dabei. Bisher blieben sie bei den staatlichen Zulagen außen vor. Diese Gerechtigkeitslücke schließt die Reform.
Renten steigen im Sommer um über 4 Prozent
Parallel zur Privatreform gibt es auch Neuigkeiten für die gesetzliche Rente. Aktuelle Daten zeigen: Ab 1. Juli 2026 steigen die Renten um 4,24 Prozent. Grund ist die positive Lohnentwicklung des Vorjahres.
Das Rentenniveau bleibt stabil bei 48 Prozent. Diese Haltelinie ist nun bis 2039 gesetzlich verankert. Langfristig soll das neue Generationenkapital die Beiträge stabilisieren.
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Der Staat baut dafür ein Vermögen von mindestens 200 Milliarden Euro auf. Das Geld wird global in Aktien investiert. Ab 2036 sollen jährlich etwa 10 Milliarden Euro in die Rentenkasse fließen. Experten warnen jedoch: Das Generationenkapital ersetzt keine private Vorsorge, es dämpft nur den Beitragsanstieg.
Was bedeutet das für Sparer jetzt?
Die neuen Produkte starten erst 2027. Doch dieses Jahr ist entscheidend für die Vorbereitung. Riester-Sparer sollten prüfen, ob ein Wechsel ins neue Depot sinnvoll ist. Bestehendes Kapital kann steuerneutral übertragen werden.
Finanzberater raten, die eigene Risikobereitschaft zu checken. Ohne Garantien sind die Schwankungen höher. Selbstständige sollten ihre Finanzen schon jetzt so planen, dass sie 2027 die vollen Zulagen nutzen können.
Versicherer kritisieren staatliche Konkurrenz
Die Reaktionen auf die Reform fallen gemischt aus. Verbraucherschützer loben die niedrigeren Kosten und das Aus für ineffiziente Garantieprodukte. Die Versicherungswirtschaft hingegen übt scharfe Kritik.
Ihr Hauptvorwurf: Der Staat mischt erstmals selbst als Anbieter mit. Das zertifizierte Standarddepot könnte den Wettbewerb verzerren. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft fordert gleiche Bedingungen für alle Anbieter.
Ökonomen sehen die Reform als überfälligen Schritt. Mehr Aktieninvestments könnten langfristig höhere Renditen bringen. Doch die Verantwortung liegt jetzt stärker beim einzelnen Sparer. Finanzielle Bildung wird damit noch wichtiger.
Der Countdown bis 2027 läuft
Nach dem Bundestag muss nur noch der Bundesrat zustimmen. Das gilt als Formsache, die Kompromisse mit den Ländern stehen. Jetzt feilen BaFin und Finanzministerium an den finalen Regeln für die neuen Depots.
Für Banken und Versicherer beginnt der Wettlauf um die besten Produkte. Für die Bürger startet eine phase der Orientierung. Die Kombination aus Rentenplus und modernisierter Privatvorsorge könnte die Alterssicherung in Deutschland auf ein neues Fundament stellen. Ob das gelingt, hängt nun von der Akzeptanz der neuen Angebote ab.
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