Bundesregierung, Länder

Bundesregierung und Länder setzen auf Doppelstrategie für Industrie

08.02.2026 - 06:53:12

Die Bundesregierung sicherte 2025 Auslandsgeschäfte mit 14,5 Milliarden Euro ab. Gleichzeitig fordern Bundesländer konkrete Maßnahmen zur Reduzierung administrativer Hürden für Unternehmen.

Deutschlands Industrie erhält Milliarden-Garantien für Exporte – und hofft auf baldigen Bürokratieabbau. In unsicheren Zeiten setzt die Politik auf eine Doppelstrategie aus direkter Unterstützung und strukturellen Reformen.

Die Bundesregierung sicherte 2025 Auslandsgeschäfte im Wert von 14,5 Milliarden Euro mit staatlichen Garantien ab. Das gab das Bundeswirtschaftsministerium Anfang Februar bekannt. Diese Exportkredit- und Investitionsgarantien sollen Firmen vor politischen und wirtschaftlichen Risiken in schwierigen Märkten schützen.

Exportgarantien für globale Projekte

Allein für Lieferungen und Leistungen übernahm der Bund neue Deckungen von 13,3 Milliarden Euro. Die Absicherung gilt für Exporte in 138 Länder. Ein Schwerpunkt liegt auf Entwicklungs- und Schwellenländern.

Konkret geförderte Vorhaben zeigen die strategische Ausrichtung: vom Bau von Windparks in Polen über ein Elektrostahlwerk in Brasilien bis zur Lieferung von Umspannwerken für den Nordirak. Die Maßnahmen zielen darauf ab, mittelständischen Unternehmen und Großkonzernen die Diversifizierung ihrer Absatzmärkte zu erleichtern.

Anzeige

Passend zum Thema Exportgeschäfte – fehlerhafte Zollanmeldungen verzögern Lieferungen und kosten Zeit sowie Geld. Gerade bei Großprojekten in Polen, Brasilien oder dem Nahen Osten müssen Exporteure die Dokumente korrekt ausfüllen. Unser kostenloser Praxis-Leitfaden erklärt Schritt für Schritt die Feld-für-Feld-Ausfüllhilfe und Praxisbeispiele, damit Ihre Lieferungen ohne Verzögerung durch den Zoll kommen. Enthalten sind Praxis-Tipps für die Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Zollabteilung und Spedition. Jetzt kostenlosen Praxis-Leitfaden zur Zollanmeldung herunterladen

Doch reichen diese finanziellen Anker in stürmischen Zeiten aus?

Länder drängen auf Bürokratieabbau

Parallel zu den Hilfen wächst der Druck für grundlegende Reformen. Die größte Belastung für viele Betriebe bleibt der administrative Aufwand. Jetzt nehmen die Bundesländer die Sache selbst in die Hand.

Der Wirtschaftsausschuss des Bundesrates berät am 19. Februar über konkrete Anträge. Nordrhein-Westfalen fordert einen umfassenden Abbau von Vorschriften in den Bereichen Arbeitsrecht, Arbeitsschutz und Chemikaliensicherheit. Baden-Württemberg bringt eine ähnliche Entschließung ein.

Diese Initiativen signalisieren: Die Länder wollen nicht länger warten und unterbreiten eigene Vorschläge für unternehmensfreundlichere Regelungen. Die Ausschusssitzung wird zeigen, welche Ideen bundesweit Chancen haben.

Breite Agenda im Bundesrat

Die Tagesliste des Wirtschaftsausschusses ist voll. Neben dem Bürokratieabbau stehen weitere für die Industrie relevante Gesetzesvorhaben zur Debatte.

Dazu zählen die Umsetzung einer EU-Richtlinie über Industrieemissionen, die für viele Betriebe neue Umweltauflagen bedeutet, sowie ein Gesetz zur Stärkung der Resilienz kritischer Infrastruktur. Auch steuerrechtliche Änderungen und die Digitalisierung des Registerrechts stehen auf dem Programm.

Die Herausforderung für die Politik ist komplex: Sie muss die Wirtschaft widerstandsfähiger, nachhaltiger und digitaler machen – ohne sie mit neuen Bürden zu überfrachten.

Balanceakt zwischen Krisenhilfe und Reform

Experten sehen in der aktuellen Doppelstrategie einen notwendigen Ansatz. Die Exportgarantien bieten kurzfristige Sicherheit in einem von geopolitischen Spannungen und hohen Energiekosten geprägten Umfeld. Sie geben Unternehmen Planungssicherheit für Engagements in risikoreicheren Märkten.

Die legislativen Vorhaben zum Bürokratieabbau zielen dagegen auf eine langfristige Verbesserung der Standortqualität. Wirtschaftsforschungsinstitute mahnen seit langem, dass ohne strukturelle Entlastung die Wettbewerbsfähigkeit leidet.

Kann diese Kombination aus Soforthilfe und Reform die Trendwende schaffen?

Richtungsweisende Wochen stehen bevor

Die kommenden Sitzungen werden zeigen, ob aus Ankündigungen konkrete Entlastung wird. Die Beratungen im Bundesrat könnten den Startschuss für ein umfassenderes Paket geben. Finden die Länderinitiativen breite Unterstützung, erhöht sich der Druck auf den Bundestag für zügige Gesetze.

Für die Unternehmen bleibt die Planungsunsicherheit vorerst hoch. Doch die Signale aus Berlin und den Landesregierungen sind klar: Das industrielle Rückgrat der deutschen Wirtschaft soll gestärkt werden. Ob die Maßnahmen tief genug greifen, wird die wirtschaftspolitische Debatte 2026 prägen.

Anzeige

PS: Für Firmen, die ihre Exporte absichern wollen, reicht es nicht nur, Garantien zu bekommen – auch die Zollabläufe müssen sitzen. Dieses kostenlose Praxis-E-Book zeigt Feldbeispiele, vermeidet die häufigsten Fallstricke beim Ausfuhrbegleitdokument und enthält eine Checkliste, mit der Sie Prüfungen und Verzögerungen vermeiden. Ideal für mittelständische Unternehmen und Konzerne, die global liefern. So behalten Sie Fristen im Blick und vermeiden teure Projektverzögerungen. Zoll-Checkliste & E‑Book jetzt kostenlos herunterladen

@ boerse-global.de