Bundesregierung streicht 65-Prozent-Regel für neue Heizungen
04.03.2026 - 02:39:25 | boerse-global.deDie Bundesregierung schafft die umstrittene 65-Prozent-Regel für neue Heizungen ab. Stattdessen setzt sie künftig auf Quoten für klimafreundliche Gase und Öle. Diese Woche stellte die Koalition die Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) vor, das Teile des bisherigen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ersetzt.
Ein radikaler Kurswechsel
Die Kernänderung ist eindeutig: Die Pflicht, dass neu eingebaute Heizungen zu 65 Prozent mit Erneuerbaren betrieben werden müssen, fällt komplett weg. Damit werden die Paragrafen 71 bis 71p des alten "Heizungsgesetzes" gestrichen. Der Einbau neuer Gas- und Ölheizungen bleibt somit uneingeschränkt möglich.
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Doch wie will die Regierung dann ihre Klimaziele erreichen? Der neue Plan sieht einen anderen Ansatz vor: Ab 2029 müssen neu installierte fossile Heizungen einen wachsenden Anteil grüner Brennstoffe wie Biomethan nutzen. Start sind zehn Prozent. Parallel soll für Energieversorger ab 2028 eine verpflichtende Grüngas-Quote eingeführt werden.
Mehr Freiheit für Hausbesitzer
Für Immobilienbesitzer und die Bauwirtschaft bedeutet die Reform eine spürbare Entlastung. Der unmittelbare Druck, in teure Wärmepumpen zu investieren, entfällt. Die Entscheidung für eine neue Heizung wird wieder technologieoffener.
Gleichzeitig sendet Berlin Signale für langfristige Investitionen. Die Koalition sichert die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis mindestens 2029 zu. Auch die Förderung für Wärmenetze (BEW) soll ausgebaut werden. Die Botschaft: Modernisieren soll sich weiter lohnen – aber mit flexibleren Wegen.
Boom bei Solar und Wind ungebrochen
Während im Wärmebereich die Regeln neu justiert werden, laufen andere Bereiche der Energiewende auf Hochtouren. Die Investition in Solaranlagen, besonders auf Gewerbedächern, boomt. Günstige Preise und der Wunsch nach Unabhängigkeit treiben den Markt an.
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Auch bei der Windkraft gibt es Erfolge zu vermelden. Deutschland überschritt kürzlich die Marke von 10 Gigawatt installierter Offshore-Leistung. Das zeigt: Der Ausbau der Erneuerbaren bleibt ein zentraler Wachstumsmotor.
Kritik von Klima-Experten
Die Regierung feiert ihren Vorstoß als Schritt zu mehr Freiheit und Tempo. Doch von anderer Seite hagelt es Kritik. Experten, etwa vom Wuppertal Institut, warnen vor den Folgen. Ihrer Ansicht nach gefährdet die Abschaffung der 65-Prozent-Regel die nationalen Klimaziele erheblich.
Ein zentraler Kritikpunkt: Die Verfügbarkeit von Biomethan und grünem Wasserstoff ist aktuell gering, die Kosten sind hoch. Das könnte die praktische Umstellung ausbremsen. Energiekonzerne wie Statkraft monieren zudem weitere regulatorische Hürden, die Investitionen behindern.
Nun geht es in die finale Phase. Die Koalition will bis Ostern einen Gesetzentwurf beschließen, der zum 1. Juli in Kraft treten könnte. Im Fokus der Debatte stehen die konkreten Quoten und deren Steigerungsraten. Für Hausbesitzer beginnt eine Phase der Neubewertung – mit mehr Freiheit, aber auch neuer Unsicherheit.
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