Bundesregierung, Büro-zu-Wohnen-Umbauten

Bundesregierung startet 300-Millionen-Förderung für Büro-zu-Wohnen-Umbauten

03.04.2026 - 02:39:33 | boerse-global.de

Die Bundesregierung startet ein Förderprogramm mit bis zu 30.000 Euro pro Wohnung, um leerstehende Büros in Wohnraum umzuwandeln und dem Wohnungsmangel zu begegnen.

Bundesregierung startet 300-Millionen-Förderung für Büro-zu-Wohnen-Umbauten - Foto: über boerse-global.de

Die Bundesregierung ebnet den Weg für die Umwandlung leerstehender Büros in Wohnungen. Ab Sommer 2026 stellt sie 300 Millionen Euro an Fördermitteln bereit. Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ soll dem Wohnungsmangel in den Innenstädten entgegenwirken.

Die offiziellen Richtlinien wurden jetzt im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit herrscht Klarheit für Investoren und private Eigentümer. Angesichts einer Leerstandsquote von über 7,7 Prozent in deutschen Metropolen setzt das Bauministerium auf finanzielle Anreize.

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Bis zu 30.000 Euro pro neuer Wohnung

Das Herzstück der Förderung ist ein nicht rückzahlbarer Zuschuss. Pro neu geschaffener Wohneinheit können bis zu 30 Prozent der Umbaukosten geltend gemacht werden. Die Obergrenze liegt bei 30.000 Euro pro Wohnung.

Ein wesentliches Merkmal: Der Staat verzichtet auf Mietpreisbindungen. Das soll die Wirtschaftlichkeit der oft teuren Umbauten erhöhen. Gefördert werden können neben der Baukonstruktion auch der Innenausbau und die Umgestaltung der Außenanlagen.

Antragsberechtigt sind professionelle Investoren, Eigennutzer und juristische Personen. Die Gesamtförderung pro Unternehmen ist jedoch auf 300.000 Euro gedeckelt.

Hohe energetische Hürden

Die ökologischen Anforderungen sind streng. Gefördert werden können Gebäude müssen nach dem Umbau das Niveau „Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien“ erreichen. Für Baudenkmäler gelten Ausnahmeregelungen.

Branchenexperten sehen in der technischen Umsetzung die größte Herausforderung. Moderne Bürogebäude haben oft tiefe Grundrisse – schlecht für die natürliche Belichtung von Wohnräumen. Ältere Bestandsbauten bieten hier häufig bessere Voraussetzungen.

Das Programm adressiert diese Komplexität: Es schließt Planungskosten und statische Eingriffe in die Förderung ein.

Potenzial für zehntausende Wohnungen

Das Marktpotenzial ist gewaltig. Analysen des Immobilienspezialisten JLL zufolge könnten allein in den sieben größten deutschen Städten rund 11.000 Wohnungen entstehen. Das ifo Institut schätzt das Potenzial in den 15 größten Städten sogar auf bis zu 60.000 Wohneinheiten.

Besonders in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf wird mit einer hohen Nachfrage gerechnet. Dort sind die Leerstände bei älteren Büroimmobilien zuletzt deutlich gestiegen.

Aktuelle Daten zeigen den Handlungsbedarf: Ende 2024 erreichte das Leerstandsvolumen in deutschen Büros mit rund 7,6 Millionen Quadratmetern einen Höchststand. Analysten prognostizieren, dass sich dieser Trend durch hybride Arbeitsmodelle weiter verstärkt.

Verhalten optimistische Branche

Die Immobilienwirtschaft reagiert verhalten optimistisch. Die Höhe der Zuschüsse wird begrüßt. Kritisch sieht die Branche jedoch die Deckelung auf 300.000 Euro pro Unternehmen. Bei größeren Projekten könnte diese Grenze schnell erreicht sein.

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Experten betonen: Die Umwandlung von Gewerberaum ist ein entscheidender Baustein, um das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr langfristig wieder in Reichweite zu bringen.

Ein Trend begünstigt die Umnutzung: Der sogenannte „Flight-to-Quality“. Unternehmen ziehen verstärkt in moderne, nachhaltige Spitzenimmobilien. Ältere Bestandsgebäude in guter Wohnlage bleiben zurück – und eignen sich oft ideal für die Umwandlung.

Kritiker geben jedoch zu bedenken: Ohne Mietpreisbindung könnten vor allem hochpreisige Wohnungen entstehen. Die Not im unteren Preissegment würde das nur indirekt lindern.

Anträge ab Juli möglich

Interessierte Investoren müssen schnell handeln. Anträge müssen zwingend vor Beginn der Baumaßnahmen gestellt werden. Das offizielle Online-Portal für die Antragstellung soll im Juli 2026 freigeschaltet werden.

Die Bundesregierung will den Erfolg des Programms genau beobachten. Bei hoher Resonanz wird bereits über eine Aufstockung der Mittel für 2027 spekuliert. Klar ist: Die Umwandlung von Büros wird kein Allheilmittel gegen die Wohnungsnot sein. Aber sie ist ein notwendiger Schritt, um leerstehende Bausubstanz sinnvoll wiederzuverwerten.

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