Bundesregierung startet 300-Millionen-Euro-Programm für Büroumwandlungen
02.04.2026 - 19:01:19 | boerse-global.de
Die Bundesregierung will mit einem neuen Förderprogramm leerstehende Büros und Gewerbeflächen in Wohnungen verwandeln. Damit reagiert sie auf die akute Wohnungsnot und den steigenden Leerstand in deutschen Innenstädten.
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Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“: 30.000 Euro pro Wohnung
Das Herzstück der Initiative ist ein Fördertopf von 300 Millionen Euro, der noch 2026 bereitsteht. Ab Juli können Investoren nicht rückzahlbare Zuschüsse beantragen. Pro neuer Wohneinheit sind bis zu 30.000 Euro möglich, pro Unternehmen maximal 300.000 Euro. Gefördert wird der Umbau beheizter Nicht-Wohngebäude wie Büros oder Einzelhandelsflächen. Eine Bedingung: Die umgebauten Gebäude müssen mindestens den energetischen Standard Effizienzhaus 85 mit erneuerbaren Energien erreichen. Nur Denkmäler sind davon ausgenommen.
Großes Potenzial, aber hohe Hürden
Das Potenzial ist enorm: Studien sehen allein in den sieben größten deutschen Städten Platz für rund 11.000 neue Wohnungen in leerstehenden Büros. Theoretisch könnten es bundesweit sogar bis zu 60.000 Einheiten werden. Doch die Umwandlung ist komplex. Viele Bürogebäude haben tiefe Grundrisse und wenig Tageslicht für Wohnräume. Die Umbaukosten sind hoch, oft müssen komplette Installationen wie Sanitär und Brandschutz erneuert werden. Zudem fehlt es in reinen Gewerbegebieten häufig an sozialer Infrastruktur wie Schulen oder Läden. Das Fördergeld soll genau diese wirtschaftliche Lücke schließen und bisher unrentable Projekte ermöglichen.
Doppelter Nutzen: Klimaschutz und Marktstabilisierung
Die Initiative verfolgt einen doppelten Zweck. Ökologisch spart die Umnutzung bestehender Bausubstanz wertvolle Ressourcen und reduziert den Flächenverbrauch für Neubauten. Jedes umgebaute Gebäude ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Wirtschaftlich reagiert das Programm auf den strukturellen Wandel: Durch Homeoffice und Digitalisierung benötigen viele Unternehmen weniger Bürofläche, besonders in peripheren Lagen. Die Umwandlung in Wohnraum verhindert einen Wertverfall dieser Immobilien und stabilisiert so den Markt.
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Branche begrüßt Förderung, fordert aber Planungsreform
Die Reaktionen aus der Immobilienwirtschaft sind verhalten positiv. Während die finanzielle Unterstützung begrüßt wird, fordern Verbände wie der Maklerverein Gütersloh mehr Flexibilität im Planungsrecht. Oft behindern veraltete Bebauungspläne mit starren Nutzungsgrenzen schnelle Umnutzungen. Die Forderung: Kommunen müssen Genehmigungsverfahren digitalisieren und beschleunigen, damit die Bundesförderung nicht in der Bürokratie versickert. Experten betonen, dass die Büroumwandlung allein die Wohnungsnot nicht lösen kann. Sie sei aber ein wichtiger Baustein für lebendige, durchmischte Stadtviertel.
Start im Juli: Erste Pilotprojekte in Sicht
Mit dem für Juli geplanten Start blickt die Branche gespannt auf das zweite Halbjahr. Erste Pilotprojekte werden voraussichtlich in Städten mit hohem Büroleerstand wie Frankfurt am Main realisiert. Ob die Kombination aus staatlichem Zuschuss und hohen Mieten die technischen Herausforderungen ausgleicht, wird sich zeigen. Langfristig könnte das Programm den Mietdruck in Metropolen spürbar lindern und als Blaupause für eine neue, ressourcenschonende Stadtentwicklung dienen.
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