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Bundesregierung präsentiert Haushalt 2027: Rekordausgaben und neue Steuern

28.04.2026 - 20:51:40 | boerse-global.de

Der Bundeshaushalt 2027 sieht Rekordausgaben und neue Schulden vor, kombiniert mit Steuerentlastungen für Arbeitnehmer und höheren Abgaben für Unternehmen.

Bundesregierung präsentiert Haushalt 2027: Rekordausgaben und neue Steuern - Foto: über boerse-global.de
Bundesregierung präsentiert Haushalt 2027: Rekordausgaben und neue Steuern - Foto: über boerse-global.de

April 2026 die Eckpunkte des Bundeshaushalts 2027 vorgestellt. Der Plan sieht Gesamtausgaben von 543 Milliarden Euro vor – 18 Milliarden mehr als im Vorjahr. Finanziert werden soll dies unter anderem durch 111 Milliarden Euro neue Schulden im Kernhaushalt. Inklusive Sondervermögen für Infrastruktur (58 Milliarden) und Bundeswehr (27 Milliarden) summiert sich die geplante Neuverschuldung auf 196 Milliarden Euro. Die Gesamtverschuldung Deutschlands dürfte damit 2027 die Drei-Billionen-Euro-Marke überschreiten.

Entlastung für Arbeitnehmer: Steuerfreier Bonus bis 1.000 Euro

Der Bundestag hatte bereits am 24. April 2026 wichtige Weichen gestellt. Mit dem Neunten Gesetz zur Änderung des Steuerberatungsgesetzes wurde eine neue „Entlastungsprämie“ eingeführt. Arbeitgeber können ihren Beschäftigten bis zu 1.000 Euro steuer- und sozialabgabenfrei zahlen – als Geldprämie oder Sachleistung. Die Regelung gilt bis zum 30. Juni 2027.

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Parallel dazu verabschiedete das Parlament das Zweite Energiesteuersenkungsgesetz. Vom 1. Mai bis 30. Juni 2026 wird die Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14,04 Cent pro Liter netto gesenkt. Für Verbraucher bedeutet das rund 17 Cent weniger pro Liter. Der Steuerausfall für den Staat: rund 1,6 Milliarden Euro. Allerdings ruhen in dieser Zeit die Steuervergünstigungen für Agrardiesel.

Strengere Regeln für Unternehmen und Steuervermeidung

Während Privatleute entlastet werden, verschärft der Staat die Regeln für Unternehmen. Der Bundesfinanzhof hat klargestellt: Ansprüche aus Ergebnisabführungsverträgen müssen innerhalb von zwölf Monaten erfüllt werden, sonst drohen steuerliche Nachteile. Das Institut der Wirtschaftsprüfer fordert nun eine gesetzliche Klarstellung zu Beginn, Offenlegung und Berechnung dieser Frist.

Ab 2027 steigt zudem der Mindesthebesatz für die Gewerbesteuer von 200 auf 280 Prozent. Damit will die Regierung verhindern, dass Unternehmen ihre Sitze künstlich in Niedrigsteuergemeinden verlegen. Auch Briefkastenfirmen sollen so unattraktiver werden.

Das Steuerberatungsgesetz bringt weitere Änderungen: Dritte dürfen künftig nicht mehr an Steuerberatungskanzleien beteiligt sein. Die Befugnisse der Lohnsteuerhilfevereine werden ausgeweitet. Und die Übergangsregelung zur Grunderwerbsteuer für Personengesellschaften wird dauerhaft gemacht – Planungssicherheit für Immobilienfirmen.

Neue Abgaben auf Zucker, Plastik und Tabak

Um die Einnahmen zu steigern, plant die Regierung newe Lenkungsabgaben auf Zucker und Plastik. Die Tabaksteuer soll früher steigen als geplant. Auch auf Alkohol und Kryptowährungen werden höhere Abgaben fällig.

Finanzminister Klingbeil kündigte zudem einen schärferen Kampf gegen Steuerhinterziehung an. Die „strafbefreiende Selbstanzeige“ soll für höhere Hinterziehungsbeträge abgeschafft werden. Künftig wirkt eine Selbstanzeige nur noch strafmildernd, nicht mehr strafbefreiend. Geplant sind eine KI-gestützte Datenanalyse auf einer zentralen Plattform und ein Hinweisgeberportal beim Bundeszentralamt für Steuern.

Opposition fordert grundlegende Steuerreform

Die Regierung verzichtet auf eine breite Einkommensteuersenkung – obwohl die Belastung steigt. Laut OECD lag die Abgabenquote für Alleinstehende in Deutschland 2025 bei 49,3 Prozent – ein Anstieg um über einen Prozentpunkt.

Die Union schlägt ein alternatives Konzept vor: 30 Milliarden Euro Entlastung jährlich durch Anhebung des Grundfreibetrags um rund 1.000 Euro und eine Erhöhung der Spitzensteuersatz-Schwelle auf 85.000 Euro Jahreseinkommen. Gleichzeitig soll die Reichensteuer auf 47,5 Prozent steigen und der Solidaritätszuschlag komplett entfallen. Minister Klingbeil zeigt sich skeptisch und setzt auf die neuen Eckwerte.

Ausblick: Haushaltsberatungen im Herbst

Der Bundeskabinett soll den Haushaltsentwurf 2027 am 6. Juli 2026 verabschieden. Die parlamentarischen Beratungen beginnen voraussichtlich im September. Während die Energiesteuersenkung Ende Juni ausläuft, bleibt der steuerfreie Mitarbeiterbonus über ein Jahr gültig.

Ab 1. Januar 2027 gelten neue Prüfschwellen für Betriebsprüfungen. Für E-Auto-Besitzer wurde bereits Anfang 2026 die monatliche Pauschale für Ladekosten gestrichen – jetzt muss jeder Ladevorgang genau dokumentiert werden.

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Die größte Herausforderung bleibt die Finanzierungslücke von 30 Milliarden Euro, die für 2028 prognostiziert wird. Hinzu kommen die Zinslasten, die sich bis Ende des Jahrzehnts auf fast 79 Milliarden Euro verdoppeln dürften.

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