Bundesregierung fördert Büro-zu-Wohnraum-Umwandlungen
26.01.2026 - 21:39:12Die Bundesregierung startet ein Förderprogramm, um Büroimmobilien in Wohnungen umzuwandeln. Ab Sommer 2026 stellt sie dafür 360 Millionen Euro bereit. Das Programm reagiert auf zwei drängende Probleme: hohen Büroleerstand und akuten Wohnungsmangel.
Das Programm „Gewerbe zu Wohnen“ richtet sich an Eigentümer von Büro- und Gewerbegebäuden. Sie können zinsverbilligte Darlehen für die Umwandlung in Wohnraum beantragen. Ein zentraler Punkt: Für die neuen Wohnungen gelten keine Mietobergrenzen. Die Regierung begründet dies mit fehlender verfassungsrechtlicher Grundlage. Für Investoren erhöht das die Attraktivität deutlich.
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Der Bedarf ist enorm. Die Büroleerstandsquote in großen Märkten stieg von rund zwei Prozent (2019) auf 5,6 Prozent (2024). Das sind etwa elf Millionen Quadratmeter ungenutzte Fläche. Gleichzeitig fehlen in den Städten hunderttausende Wohnungen.
Ziele: Wohnraum, lebendige Innenstädte, Klimaschutz
Das Programm des Bauministeriums (BMWSB) verfolgt drei Hauptziele:
- Wohnraum schaffen: In zentralen Lagen, wo Bauland knapp ist, soll schnell neuer Wohnraum entstehen.
- Innenstädte beleben: Leerstehende Bürokomplexe veröden Stadtteile. Neue Bewohner bringen Leben zurück.
- Klima schützen: Der Umbau spart im Vergleich zum Neubau bis zu zwei Drittel der CO₂-Emissionen. Grund ist die Weiternutzung der bestehenden Bausubstanz und der darin gespeicherten „grauen Energie“.
Großes Potenzial, aber hohe Hürden
Das Potenzial ist gewaltig. In den sieben größten Metropolen gelten schätzungsweise 1,8 Millionen Quadratmeter Bürofläche als umnutzbar. Erfolgsprojekte wie die Bürostadt Frankfurt-Niederrad, die zum „Lyoner Quartier“ wurde, zeigen, dass es funktionieren kann.
Doch der Weg ist steinig. Aus einem Büro werden keine Wohnungen, ohne tief in die Tasche zu greifen:
* Technische Herausforderungen wie neue Fluchtwege, Sanitär- und Heizungsanlagen.
* Strengere baurechtliche Vorschriften für Schall- und Brandschutz.
* Die Kosten können sich einem Neubau annähern.
Ohne die staatliche Förderung rechnen sich viele Projekte für Investoren nicht.
Paradigmenwechsel mit offenen Fragen
Das Programm markiert eine strategische Wende. Es reagiert auf Homeoffice-Trends und setzt auf die Umnutzung des Bestands statt auf teuren Neubau. Doch der Verzicht auf Mietpreisbindungen ist umstritten. Kritiker befürchten: Es entsteht vor allem teurer Wohnraum für die obere Markthälfte. Die soziale Wirkung bleibt fraglich.
Die Effektivität des Programms hängt nun von den Details ab. Das Bauministerium erarbeitet die finalen Förderrichtlinien. Entscheidend wird sein, ob Kommunen die planungsrechtlichen Verfahren beschleunigen. Gelingt der Start, könnte das Programm eine neue Umbaukultur in Deutschland begründen.


