Brandenburg, Niedrige

Brandenburg: Niedrige Gewerbesteuer lockt, doch der Landeshaushalt ächzt

29.01.2026 - 07:38:12

Brandenburger Gemeinden locken mit niedrigen Gewerbesteuer-Hebesätzen, während der Landeshaushalt eine Milliardenlücke aufweist und Sparzwänge drohen.

Brandenburg punktet bei Unternehmen mit niedrigen Gewerbesteuern. Doch gleichzeitig warnt Finanzminister Robert Crumbach vor einer „extrem angespannten Haushaltslage“ im Land. Ein Spagat zwischen Standortvorteil und Sparzwang.

Kommunen setzen auf niedrige Hebesätze

Die Gemeinden im Land nutzen ihre Spielräume aktiv. Während der bundesweite Durchschnitts-Hebesatz 2025 bei etwa 438 Prozent lag, bewegten sich die Brandenburger Sätze zwischen 240 und 470 Prozent. Vor allem Gemeinden im Berliner Umland setzen auf Attraktivität.

So wirbt Schönefeld mit einem Satz von nur 240 Prozent. Diese Strategie zeigt Wirkung: Sie gilt als Schlüssel für die positive Ansiedlungsdynamik in Sektoren wie Logistik und erneuerbaren Energien.

Anzeige

Passend zum Thema Unternehmensinvestitionen: Viele Betriebe übersehen steuerliche Hebel, mit denen sich Investitionen sofort finanzieren lassen. Der kostenlose Report zum Investitionsabzugsbetrag erklärt in klaren Schritten, wie Sie Ihre Steuerlast rechtssicher mindern, Liquidität für Maschinen, Fuhrpark oder Standortausbau freisetzen und typische Fallstricke vermeiden. Praktische Umsetzungstipps helfen vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bei der Planung. Jetzt kostenlosen IAB-Report sichern

Potsdam erhöht – die Ausnahme bestätigt die Regel

Einzige Ausnahme ist die Landeshauptstadt. Potsdam erhöhte den Hebesatz 2025 auf 470 Prozent und markiert damit die Obergrenze im Land. Beobachter werten dies als Reaktion auf den hohen Investitionsbedarf in der wachsenden Metropole.

Doch außerhalb der Hauptstadt finden Unternehmen weiterhin eine Vielzahl kostengünstiger Standorte. Die steuerliche Vielfalt bleibt ein klarer Wettbewerbsvorteil Brandenburgs.

Finanzminister schlägt Alarm

Diesem positiven Bild stehen drastische Warnungen aus der Landespolitik gegenüber. Finanzminister Crumbach sprach am 20. Januar von einem „enormen Konsolidierungsbedarf“. Anlass war der Start der Beratungen für den Doppelhaushalt 2027/2028.

Dem Land droht eine Haushaltslücke in Milliardenhöhe. Das signalisiert: Schmerzhafte Sparrunden und eine restriktive Ausgabenpolitik stehen bevor. Könnten diese Einschnitte langfristig den Standortvorteil gefährden?

Der schwierige Balanceakt

Brandenburg vollzieht einen finanziellen Spagat. Einerseits stärken die niedrigen Steuern die lokale Wirtschaft und generieren kommunale Einnahmen. Andererseits schränkt der angespannte Landeshaushalt den Spielraum für Landesförderung und Infrastrukturinvestitionen ein – ebenfalls wichtige Standortfaktoren.

Die große Frage lautet: Bleibt der Druck zur Konsolidierung auf Landesebene oder erreicht er irgendwann die Kommunen? Bisher ist kein Trend zu flächendeckenden Hebesatzerhöhungen erkennbar.

Die Verhandlungen zum kommenden Doppelhaushalt werden zeigen, ob Brandenburg seine Finanzen sanieren kann, ohne das erfolgreiche Modell der steuerlichen Attraktivität zu beschädigen. Die Stabilität der Gewerbesteuersätze wird zum Gradmesser für die Verlässlichkeit der Brandenburger Wirtschaftspolitik.

Anzeige

PS: Wenn Unternehmen Investitionen planen, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf Abschreibungen. Der Leitfaden „Abschreibung von A‑Z“ zeigt, welche Abschreibungsarten Liquidität freisetzen, wie Sonderabschreibungen und degressive AfA genutzt werden können und welche Auswirkungen das Wachstumschancengesetz bietet. Konkrete Beispiele helfen Geschäftsführern und Eigentümern, Steuerlast zu optimieren und finanziellen Spielraum für Wachstum zu schaffen. Abschreibungs-Guide kostenlos herunterladen

@ boerse-global.de