Body, Doubling

Body Doubling: Vom ADHS-Hack zum digitalen Großraumbüro

16.01.2026 - 14:04:12

Die Methode der stillen virtuellen Begleitung etabliert sich als Standard für mehr Fokus und Produktivität im Homeoffice. Unternehmen integrieren sie zunehmend in ihre Arbeitskultur.

Body Doubling wird zum Standard im Homeoffice. Die Methode, bei der man einfach nur in virtueller Gesellschaft arbeitet, rettet die Produktivität von Millionen.

Was als Strategie für Menschen mit ADHS begann, ist heute ein fester Bestandteil des hybriden Arbeitsalltags. Auf Plattformen wie Focusmate oder Flow Club tippen, lesen und skizzieren Nutzer nebeneinander – ohne zu sprechen. Ihr einziges Ziel: die konzentrierte Anwesenheit eines anderen.

Vom Nischen-Hack zum Mainstream-Tool

Die Grundidee ist simpel. Ein „Body Double“ ist anwesend, während man eine Aufgabe erledigt. Diese Person hilft nicht und kontrolliert nicht. Ihre bloße Präsenz reicht aus, um den Fokus zu halten.

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Bis Anfang 2026 hat sich die Praxis explosionsartig verbreitet. Sie trifft den Nerv der Zeit: Im dauerhaften Homeoffice fehlt vielen die Struktur des Büros. Virtuelle Co-Working-Plattformen verzeichnen massiven Zulauf. Die Nutzer sind oft keine neurodivergenten Menschen, sondern schlicht überforderte Wissensarbeiter.

Aus sporadischen „Notfall-Sitzungen“ gegen Prokrastination sind feste tägliche Routinen geworden. Für viele ist der virtuelle Raum zum digitalen Großraumbüro mutiert – nur ohne störende Kollegen.

Warum funktioniert die stille Gesellschaft?

Psychologen erklären den Erfolg mit dem Prinzip der „sozialen Erleichterung“. Menschen sind bei Routineaufgaben leistungsfähiger, wenn sie sich beobachtet fühlen. Die Anwesenheit eines anderen wirkt wie ein externer Antriebsmotor.

Die interne Motivation im isolierten Homeoffice schwankt oft. Ein stiller Partner schafft soziale Verbindlichkeit. Man möchte das unausgesprochene Abkommen „Jetzt wird gearbeitet“ nicht brechen.

Interessanterweise ist aktive Interaktion sogar hinderlich. Der soziale Vertrag bleibt minimalistisch: Ein kurzes „Hallo“ mit Zielnennung zu Beginn, ein Fazit am Ende. Diese Struktur aktiviert die Aufmerksamkeitszentren im Gehirn und dämpft gleichzeitig das Gefühl der Isolation.

So professionalisiert sich der Markt

Der Markt für virtuelle Co-Präsenz hat sich stark weiterentwickelt. Spezialisierte Anbieter bieten heute ausgefeilte Funktionen.

  • On-Demand-Partner: Dienste wie Focusmate vermitteln rund um die Uhr 25- bis 75-minütige Sessions. Ein Algorithmus paart Nutzer weltweit.
  • Geführte Gruppen: Plattformen wie Flow Club setzen auf Moderatoren. Ein Host leitet die Session, gibt Pausen vor und schafft Rituale für den Fokus.
  • Integration in Firmen-Apps: Immer mehr Unternehmen richten permanente „Silent Rooms“ in ihrer Kollaborationssoftware ein. Mitarbeiter können diese Räume für konzentriertes Arbeiten in Gesellschaft betreten.

Die technische Hürde ist niedrig: Webcam und Internetverbindung genügen. Datenschutz regeln strenge Community-Richtlinien, die Aufzeichnungen verbieten.

Unternehmen entdecken Body Doubling für sich

Eine bemerkenswerte Entwicklung: Immer mehr Arbeitgeber adaptieren die Methode. Sie reagieren damit auf gescheiterte Alternativen. Überwachungssoftware zerstört das Vertrauen. Die Rückkehrpflicht ins Büro stößt auf Widerstand.

Daher setzen fortschrittliche Firmen nun auf geförderte Body-Doubling-Angebote als Teil ihres Wellness-Pakets. Personaler sehen darin eine Lösung für zwei Kernprobleme: den Produktivitätsverlust durch digitale Ablenkung und die Vereinsamung im Homeoffice.

Doch ist es ein Allheilmittel? Kritiker sagen nein. Die Methode funktioniert am besten für konzentrationsintensive, aber mühsame Aufgaben wie Buchhaltung oder Report-Schreiben. Für kreatives Brainstorming braucht es weiterhin interaktivere Formate.

Die Zukunft der geteilten Konzentration

Die Entwicklung zeigt: Technologie muss nicht entfremden. Sie kann das urzeitliche Bedürfnis nach Stammeszugehörigkeit in die digitale Ära übersetzen.

Experten erwarten für 2026 eine weitere Ausdifferenzierung. Nischen-Communities für spezifische Berufsgruppen werden zunehmen. Hybride Modelle, die physische Co-Working-Spaces mit digitalen Zwillingen verbinden, sind im Kommen. Die Botschaft ist klar: Wer fokussiert arbeiten will, muss nicht mehr allein sein.

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