Bewegung wird zur Pflicht in der Psychiatrie
11.03.2026 - 00:00:26 | boerse-global.deEin internationales Forschungsteam fordert Bewegung als festen Therapie-Baustein. Die Wissenschaftler sehen darin den einzigen Weg, die dramatisch verkürzte Lebenserwartung psychisch kranker Menschen zu verbessern.
Bis zu 20 Jahre kürzeres Leben
Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, Depression oder bipolaren Störungen sterben im Schnitt zehn bis zwanzig Jahre früher als die Allgemeinbevölkerung. Die Hauptursache sind Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.
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Getrieben wird dieses Risiko von extremem Bewegungsmangel. So verbringen Menschen mit Schizophrenie fast zehn Stunden täglich im Sitzen. Weniger als 20 Prozent von ihnen erreichen die WHO-Bewegungsempfehlungen.
Inaktivität schädigt Körper und Gehirn
Die Forscher der Medizinischen Universität Wien betonen: Der Bewegungsmangel ist kein passives Symptom. Er beschleunigt aktiv die Entstehung von Diabetes und fördert Entzündungen im Gehirn. Diese stören die Nervenkommunikation und können kognitive Probleme verursachen.
Die Analyse von Hunderten Studien mit über 10.000 Patienten belegt nun den Nutzen. Strukturierte Bewegung lindert depressive und psychotische Symptome deutlich. Sie verbessert auch die Denkleistung, Lebensqualität und körperliche Gesundheit.
Vom Zusatz zur Notwendigkeit
Trotz der klaren Beweislage ist Bewegungstherapie heute selten systematischer Teil der Behandlung. Das Forschungsteam um Brendon Stubbs sieht darin eine erhebliche Versorgungslücke. Sie fordern einen Paradigmenwechsel.
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„Eine psychiatrische Behandlung ohne Bewegungsangebote sollte künftig ebenso inakzeptabel sein wie eine Therapie ohne Medikamente“, so die Überzeugung der Experten. Ein aktueller Cochrane-Review stützt diese Forderung: Bei Depressionen kann Sport ähnlich wirksam sein wie Psychotherapie oder Antidepressiva.
So soll Bewegung in die Praxis kommen
Als Lösung präsentieren die Forscher das „5A-Modell“ für Kliniken und Praxen. Es umfasst fünf Schritte: Erfragen, Einschätzen, Empfehlen, Unterstützen und Nachbetreuen des Bewegungsverhaltens.
Dieser Leitfaden soll es Therapeuten ermöglichen, in normalen Konsultationen personalisierte Trainingspläne zu erstellen und die Motivation zu fördern. Das Ziel: Bewegung nahtlos in den Therapiealltag integrieren, ohne die Strukturen zu überlasten.
Die nächsten Schritte sind klar
Die Forderung wird strukturelle Veränderungen erzwingen. Krankenkassen und Politiker müssen Finanzierungsmodelle für flächendeckende Bewegungsangebote schaffen. Gleichzeitig rückt die Weiterbildung des Personals in den Fokus.
Ärzte und Therapeuten müssen lernen, Bewegung fachgerecht zu „verschreiben“. Weitere Impulse werden im Mai auf der International Conference on Sports Psychiatry in der Schweiz erwartet. Der Weg ist vorgezeichnet: Bewegung wird vom Nice-to-have zum medizinischen Muss.
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