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Frankfurt Schluss: Autowerte bremsen Dax vor US-Zinsentscheid

17.06.2026 - 18:16:47 | dpa.de

Belastet von einer Gewinnwarnung des Autobauers BMW DE0005190003 hat der Dax DE0008469008 am Mittwoch einen erneuten Test der 25.000-Punkte-Marke vertagt und 0,10 Prozent höher bei 24.934,67 Punkten geschlossen.

Bereits zweimal in dieser Woche ist der deutsche Leitindex über der runden Marke nach unten abgedreht. Der MDax DE0008467416 mit den mittelgroßen deutschen Werten gewann zur Wochenmitte 0,83 Prozent auf 32.855,82 Zähler.

Auf europäischer Bühne legte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 um 0,7 Prozent zu. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 stieg um 0,1 Prozent und der Züricher SMI CH0009980894 um 0,4 Prozent. Für den New Yorker Dow Jones Industrial US2605661048 ging es zum europäischen Börsenschluss um 0,4 Prozent nach oben.

Gespannt wird auf die US-Zinsentscheidung am Abend geblickt, weil es die erste unter dem neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh ist. Da keine schnelle Zinsänderung erwartet wird, stehen seine begleitenden Äußerungen im Mittelpunkt des Geschehens. Laut dem Marktbeobachter Maximilian Wienke vom Broker eToro wollen Anleger vor allem wissen, ob die Fed unter dem Druck des US-Präsidenten Donald Trump unabhängig bleibt.

"Der deutliche Rückgang der Ölpreise im Zusammenhang mit dem US/Iran-Abkommen verschafft Warsh bei seinem heutigen Debüt etwas mehr Spielraum und verringert ein wenig die Risiken, die mit dem Treffen verbunden sind", glaubt der Experte Krishna Guha vom US-Analysehaus Evercore ISI. Er geht aber davon aus, dass die Risiken durch den Antritt des neuen Fed-Chefs immer noch höher sind als sonst üblich. Warsh bewege sich auf einem "schmalen Grat".

Auf Unternehmensseite hatte BMW am Vorabend mit einem verdüsterten Jahresausblick die Anleger geschockt. Gründe sind die Marktschwäche in China und der Iran-Krieg. Gleich mehrere Experten sprachen von einer "großen" oder "bedeutenden" Gewinnwarnung. Der Autobauer rechnet in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge von einem bis drei Prozent. Die Kürzung an sich ist laut dem Deutsche-Bank-Analysten Tim Rokossa keine Überraschung, sehr wohl aber das Ausmaß. Bisher hatte das Management 4 bis 6 Prozent Marge veranschlagt.

Für die BMW-Aktien ging es in der Spitze um fast 12 Prozent abwärts. Erst bei etwa 60 Euro konnten sie sich auf dem tiefsten Stand seit fünfeinhalb Jahren fangen und verloren letztlich 8,3 Prozent. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von einem Weckruf für die gesamte Branche. Mercedes-Benz DE0007100000 gaben um 4,4 Prozent nach und die Titel von Volkswagen DE0007664039 büßten 3,5 Prozent ein.

Während die Autobauer mit Absatzproblemen kämpfen, will der Gebrauchtwagenhändler Auto1 DE000A2LQ884 seine Verkäufe kräftig steigern. Mit einem Kurssprung von 8,4 Prozent machten dessen Aktien ihren Rückschlag vom Vortag wett. Wie Auto1 anlässlich des Kapitalmarkttags mitteilte, wird eine Steigerung des Absatzes auf 1,5 Millionen Fahrzeuge als nächstes Zwischenziel angepeilt.

Wieder gefragt waren die Rüstungswerte, aber auch die Titel der Commerzbank DE000CBK1001. Mit einem Plus von 5,2 Prozent waren die Papiere des Geldhauses Spitzenreiter im Dax. Sie folgten im Übernahmeringen dem weitergehenden Kursanstieg bei der italienischen Unicredit IT0005239360, der die Offerte der Italiener attraktiver macht.

Im MDax und SDax zogen die Kurse der Halbleiterausrüster Aixtron DE000A0WMPJ6 und PVA Tepla DE0007461006 um bis zu 6,8 Prozent an. Experte Stephane Houri von der Investmentbank Oddo BHF bleibt in einer Studie optimistisch gestimmt für die Chipbranche nebst ihrer Zulieferer. Grundsätzlich ist er weiter von anhaltender KI-Dynamik überzeugt.

Unter den deutschen Nebenwerten ging es für Hapag-Lloyd DE000HLAG475 nach dementierten Übernahmespekulationen um 1,0 Prozent abwärts. Die weltgrösste Reederei MSC wies einen Bericht des "Manager-Magazin" (MM) über einer Kaufofferte an die deutsche Containerreederei zurück. "Hapag-Lloyd ist nicht Gegenstand eines möglichen Übernahmeangebots von MSC", sagte ein MSC-Sprecher der Nachrichtenagentur AWP./edh/men

--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---

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